Mittwoch – 21. Oktober 2026 – Hohhot

Gut geschlafen. Das Frühstück ist reichhaltig, halt asiatisch und nur asiatisch. Vegetarische Dumpling gehen immer. Dazu Tomaten, ein wenig Gemüse und ein Spiegelei. Das exotische Obst und der Kuchen entschädigen für den fehlenden Leberkäs-Semmel. Kaffee und O-Saft sind gut.

Zunächst nehme ich den Bus zurück zum Bahnhof. Ich muss meinen Internetgutschein gegen ein Ticket für die Weiterfahrt nach Xian umtauschen. Die Fahrkarte, ein QR-Code auf einem Kassenbon- ist eigentlich Nebensache. Am Gate und bei der Security muss ich mich nur mit meinem Pass identifizieren. Hinter meiner Passnummer sind offenbar meine Ticketdaten hinterlegt.

An den beiden Schaltern gähnende Leere. Vor zehn Jahren standen in chinesischen Großstädten an ´der zehnfachen Menge an Schaltern lange Schlangen. Das Internet. Jetzt ist die Prozedur in zwei Minuten erledigt. Eigentlich ist die Hauptaufgabe meinen Pass zu scannen plus Einreisestempel. Mit der Metro mache ich mich dann zum Dazhou Tempel. Ich versuche es jedenfalls. Metro fahren in China ist eigentlich recht einfach. Aber China hat offenbar ein Problem mit Google. Die Folge: Auf Maps sind die Metrostationen nicht eingezeichnet und deshalb ist auch bei der Frage nach dem Weg mit der Metro die KI auf dumm gestellt. Ich lande irgendwo fünf Kilometer außerhalb. Mein Trip zurück bringt mich nur unwesentlich näher an mein Ziel aber zu einer breiten Straße die zu dem Tempel führt. Ich riskiere es und nehme an der nächsten Haltestelle einen Bus. Es klappt.

Der Dazhou Tempel ist das älteste und bedeutendste Heiligtum in der Stadt. Erbaut um 1580 steht heute im Mittelpunkt eine 2,55 Meter hohe Statue aus reinem Silber, flankiert von zwei kunstvoll geschnitzten vergoldeten Drachen. Nach der Besichtigung finde ich in einem der kunstvoll gestalteten Höfe eine Bank in der Sonne. Das tut gut nach der Kälte in der Mongolei. Bei spiritueller Musik wärme ich mich eine Stunde auf.  Um den Tempel einige Straßen im historischen Stil. Ich vermute viel nachgebaut. Sie beherbergen den üblichen Kitsch: Magnete, Ketten, Tassen, Handtücher und T-Shirts. Die Französinnen laufen mir über den Weg. Großes Hallo. Sie kommen aus Paris. Ein wenig Smalltalk über Museen dort und wie schön alles ist.

Zurück zum Hotel schlendere ich durch alte Gassen, quer durchs normale Leben. Abends begegnet mit Kollege Roboter. Er ist für den Zimmerservice zuständig und liefert Essen und Getränke. Beeindruckend und beängstigend zugleich wie er durch die Gänge huscht und den Aufzug bedient. Es ist schon spät. Die Restaurants und Garküchen nebenan haben schon abgerechnet. Also: Einmal Mc Doof. Davon gibt es in Hohhot mehr als in Offenbach Döner.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen