Sonntag 1. März 2026

Von Tasca nach Arica

Reisetag. Morgens klappt alles ganz gut. Das Frühstück im Hotel ist sehr gut. Vieles wird auf Bestellung frisch gemacht. Aber auch das Buffet kann sich sehen lassen. Ich bin noch nicht bei Wurst, Schinken und Ei, aber die selbst gemachte Marmelade ist auch köstlich. Ein Taxi bringt mich zum Omnibus-Terminal. Um 10 Uhr soll ein Bus fahren. Ich habe Glück: der erste Mensch den ich am Schalter frage, ein älterer Herr, spricht Englisch und bietet mir einen Rundum-Service. Warum mit dem Bus? Die sechzig Kilometer kosten vier Euro, mit dem Sammeltaxi nur einen Euro mehr und es geht doppelt so schnell. Der Mann hilft mir beim Ausfüllen der Papiere. Der peruanische Zoll erledigt die Ausreiseformalitäten hier. Fragebogen ausfüllen, hier eine Kopie, da eine Tax Marke für zehn Cent. Die Bahnsteigkarte für den Busplatz habe ich auch noch nicht. Nochmal 20 Cent. Alleine hätte ich das nicht geschafft. Ein Euro extra für den hilfsbereiten Menschen.

Der Hof steht voll mit abfahrbereiten Sammeltaxen. Ich bekomme ein ziemlich altes Auto zugewiesen. Mit mir: drei Frauen und noch ein Mann. Mit dem Fahrer sind wir zu sechst. Es dauert eine Weile bis der Zoll meinen Pass wieder rausrückt. Ich verstehe kein Wort von dem was mir mein Fahrer sagen will aber irgendwie fühle ich mich bei ihm gut aufgehoben.


Es geht auf den Pan America Highway. Wie in jeder Kneipe hier im Süden Perus läuft auch im Auto Classic Rock der 1970er. Die beiden Mädels neben mir, so knapp zehn Jahre jünger, singen und wippen mit.

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Samstag, 28. Februar 2026

Tacna

Ein kleiner Grund für den Umweg über Tacna: Hier gibt es ein Eisenbahnmuseum. Von Tacna führt eine Strecke in das rund sechzig Kilometer entfernte Arica in Chile. In Breitspur. Gebaut als der Landstrich noch komplett zu Peru gehörte. Dann gab es Krieg. Mal hin, mal her. Und im Salpeterkrieg wechselte das Bähnlein nochmal den Besitzer. Die Strecke war nie ein wirtschaftlicher Erfolg. Im Jahr 2001 wurde der Verkehr eingestellt weil eine Brücke weggeschwemmt wurde. 2005 begann der Betrieb neu wurde zehn Jahre später wieder aufgegeben. Der Verkehr wurde dann für den Tourismus wiederbelebt und ruht seit Corona-Zeiten. Die Strecke ist sehr reizvoll. Auf der einen Seite Wüste, auf der anderen der Pazifik. Mittlerweile sind Schwellen und Bahndamm marode. Die Regionalregierung soll die Sanierung der Gleise neu ausgeschrieben haben.

Aber am Morgen erst mal leiden. Das Kickers Spiel im Internet gehört.

0:0. Naja besser als verloren. Ich marschiere immer den Gleisen lang.

Das Museum im alten Bahnhof. Es muss schon ein imposanter Anblick gewesen sein wenn einst die mächtigen Dampfloks im Schritttempo das Tor passierten.

Museum und Bahnhof sind getrennt. Die Vorsteherin führt immer noch Aufsicht über Bahnsteigpersonal und Ticketkontrolleure obwohl schon lange kein Zug mehr abgefahren ist. Alles ist im Betrieb. Nur die Fahrgäste fehlen seit Jahren. Nebenan die Museumsabteilung.

Madame mit Helm begleitet mich. Nicht um mir die Exponate zu erläutern sondern als Aufsicht. Kann ich ja verstehen. Soll ja nix wegkommen. Nur Madame hat feste Vorstellungen wie hoch mein Zeitbedarf sein darf um die Exponate zu besichtigen. Ist die Uhr abgelaufen, deutet sie mir unmissverständlich an: weitergehen. Es gibt mehrere Madams. Alle sitzen am Eingang und quälen ihr Smartphone. Ich bin der einzige Besucher und verstehe nicht weshalb sich die Madams nicht auf die einzelnen Hallen verteilen.

Draußen hätte ich gerne die Triebwagen angeschaut, die bis vor einigen Jahren gefahren sind. Das scheint aber wieder die Abteilung Bahnhof zu sein. Da darf ich nicht hin bedeutet mir Madam, obwohl ich mit meinem Offenbacher – Hinterhof- Romeo – Charme alle Register ziehe. Normal setze ich mich inmitten einer solchen Kulisse gerne auf eine Bank und versetze mich in vergangene Zeiten. Aber nach fünf Minuten blickt Madam ungeduldig, nach sieben Minuten nimmt ihr Gesichtsausdruck strafende Züge an.

Was auch fehlt, ist die Brücke zwischen den einzelnen Exponaten. Kaum Erklärung und der englische Text wirkt gegenüber dem spanischen Original halbiert.

Good bye. Schade.

Abends nochmal auf den Dorfplatz. Wochenende, viel los.

Keine Ahnung was hier abgeht: Hochzeit, Schwur der ewigen Treue oder einfach nur Theaterprobe.

Mir gefällt nebenan ein Italiener. Ziemlich urig eingerichtet. Viele Familien muss gut sein. Ist es auch.

Im Hotel beschäftigt mich der Angriff der USA und Israels auf den Iran. Nicht einfach eine Position zu finden. Froh bin ich nur, dass ich nicht wie ursprünglich geplant nach Indonesien über Katar geflogen bin. Irgendwie hatte ich so eine Ahnung. Die Entscheidung für Südamerika fiel ja erst kurz vor Abflug

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Freitag, 27. Februar 2026

Von Lima nach Tacna

Reisetag. Noch fühle ich mich schwach. Aber es muss gehen. Die Route war keine einfache Entscheidung. Die Tarife für die Direktflüge von Lima nach Santiago sind in dieser Woche jenseits von Gut und Böse, auf dem Niveau von Frankfurt – Sydney. Aber es gibt eine Option: Inlandsflug von Lima an die Grenze zu Chile nach Tacna, mit dem Bus 60 Kilometer auf die andere Seite und von dort einen Inlandsflug nach Santiago. Überschaubar von den Kosten.

Ich fliege mit Latam. Das ist sowas wie Lufthansa. Und ich bin Lufthansa-Typ. Mir ist das biedere lieber als das ganze Gedöns um die Nahost-Airlines mit ihren Stewardessen die wie Püppchen wirken. OK die Stop over in Katar in den 5-Strene-Burgen für lau sind nicht zu verachten. Beim Buchen hatte ich festgestellt, dass Premium-Economy nur einen Euro teurer ist, wenn ich die Gepäckkosten einrechne. Also buche ich das Upgrade, auch weil die Airline damit wirbt, dass man vor dem Flug in der Lounge sein Bier für umsonst trinken kann.

Der Flughafenbus soll nebenan losfahren. Ich warte, kein Bus. Irgendwann denke ich, vielleicht sollte ich nochmal wegen des Magens auf die Toilette, frage nett im Marriott und darf. Dumm nur: in der Zeit kommt der Bus. Also Taxi. Das ist für die 10 Kilometer auch nur vier Dollar teurer. Im Airport läuft alles zügig, nur es gibt keine Lounge. Die sei nur international erklärt mir der Mensch an der Infound wir seien im Domestic. Auch gut. Ein Tee und ein Sandwich bei einer Kette für Kinderpappe hier tut es auch.

Aber wenigstens Beinfreiheit. Der Flug ist ok.

Mal wieder von der Maschine ins Gebäude zu Fuß über das Rollfeld. Auch lange her.

Ist auch nicht viel Betrieb hier. Es gibt ein einzige Gepäckband und mein Rucksack ist der erste

Der Trick mit den beiden Flügen scheint populär. Draußen stehen zwei duzend Sammeltaxis, die Richtung Chile fahren. Ich habe hier in Tacna gebucht. Ein ziemlich einfaches Hotel aber sauber und mit einer richtig netten Rezeption.

Ein richtiges peruanisches Landstädtchen. Ich mag solche Ort. Normales Leben. Man lernt den Alltag der Menschen kennen und der interessiert mich. 400 Meter sind es bis zur Stadtmitte. Es gibt eine erstaunliche Vielfalt an Geschäften und Restaurants. Ich vermute mal: Chile ist nahe und Peru zieht Kunden aus dem Nachbarland.

Einen richtigen Brunnen haben sie hier auch. Unter den Bäumen in der Nachbarschaft sitzen die Leute und schwätzen. Es ist angenehm warm.

Die örtlichen Cheerleaders üben für das nächste Kreisliga-Duell ihrer Kicker.

Mich zieht es in ein Restaurant. Das Essen sieht ja nicht gerade Magenschonend aus, es ist es aber. Das Fleisch ist hauchdünn und dazu die Nudeln.

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Donnerstag 26. Februar 2026

Lima

Ich hatte zum Glück im Hotel verlängert und den Flug erst für Freitag gebucht. Mittags erkunde ich ein wenig die Umgebung. Ein wenig Seeluft atmen.

Anschließend schreibe ich an einem Beitrag für Bloghaus über die Radwege in Peru. 2024 ein Aufreger-Thema in Deutschland und ein Beispiel wie es Radikalrechts gelingt mit unsinnigen Behauptungen Debatten zu bestimmen. Stramm rechte Medien liefern die Begleitmusik, konservative Blätter wie Bild, Welt und Focus verlängern und irgendwann orientieren Parteien wie CDU, CSU und FDP ihre Politik an haltlosen Behauptungen. Ich glaube es gibt wenige so sinnvolle Projekte bei der Entwicklungshilfe wie diese Radwege in Peru, die Teil einer Neuorientierung der Verkehrspolitik in der Stadt sind. Fünf neue Metrolinien sind im Bau. An diesem Projekt verdienen Deutsche Unternehmen Milliarden. Die Radwege für gerade mal 20 Mio Euro verbinden auf ca 20 Kilometer ein vorhandenes 300 Kilometer langes Radwegenetzt in der Stadt.

Entgegen der Behauptungen werden die Spuren super genutzt. Es entstehen mit Verleih und Reparatur neue Arbeitsplätze. Mehr dazu unter :

Ja und dann: Mitten während des Schreibens passiert es. Plötzlich wackelt mein Hotel und ich im siebten Stock. In der ersten Sekunde denke ich, im Nachbarzimmer sei was umgefallen. Denkste: Erdbeben. Stärke 5, also ziemlich heftig, ungefähr sieben Sekunden lang. Die Höhenangst dominiert meine Gefühle. Ich habe Angst die Scheibe, die von Wand zu Wand geht bricht und ich werde aus dem Zimmer gezogen und fliege. Noch während des Bebens informiert mich eine App auf Deutsch. Hinterher denke ich: Wie geht das.

Ich ziehe Google zurate. So ein Erdbeben der Stärke 5 erleben die Menschen etwa 50 mal im Jahr. Also hier kein Grund zur Aufregung.

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Mittwoch 25. Februar

Lima

Mit Frühstück ist nicht. Zum Glück steht im Zimmer ein Wasserkocher. Tee und ein wenig trockener Kuchen. Es ist brutal, so schlimm wie damals auf dem Flug zwischen Pakistan und Laos. Dort hatte ich in dem besten Restaurant von Lahore den Virus gefangen. Hier: Keine Ahnung. Ich habe eigentlich nix Rohes gegessen oder doch die köstlichen Gurken-Sandwiches. Möglicherweise die Eiswürfel. Spekulieren hilft auch nicht. Zum Glück habe ich ein gutes Hotel. Nebenan in der Apotheke rät mir der Apotheker zu speziellen Antibiotika in Kombi mit einem Stärkungsmittel. Ein wenig lesen wenn es geht. Trinken, trinken, trinken. (Wasser)

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Dienstag, 24. Februar 2026

Lima

Jetzt fängt es an mir richtig übel zu gehen. Aber ich werde es schon aushalten. Das tolle Buffet wartet vergeblich darauf, dass ich mich an Obst und Gurken Sandwich bediene. Marmelade, Kuchen und Tee ist angesagt. Gestern Abend hatte ich mir schon Inka Cola gekauft, eine Mischung aus Coca und Tonic. Ich bilde mir ein, es beruhigt den Magen. Ich habe ja noch einen Tag Hop-On-Hop-Off

Heute nähere ich mich der Altstadt von der anderen Seite. Auch das ehemalige Telegraphenamt spiegelt den einstigen Reichtum von Lima.

Wunderbare Accessoires schmücken die Fassaden.

Mich zieht es hinter den Hauptbahnhof (heute Literaturhaus) den ich gestern gesehen hatte. Es gibt noch ein Gleis hinab zum Hafen. Mehr überrascht der riesige Waggonpark auf dem Asphalt. Es sind Eisenbahnwagen aus Kalifornien wie ich später lese. Ein Geschenk des Governments dort, nicht ganz durchdacht und auch ohne Konsens zwischen der Regierung von Peru und dem Rathaus von Lima. Die ausgemusterten US-Wagen sollten das Rückgrat für den ÖPNV in die Region sein. Super sagen die einen, Schrott die anderen. Es gibt auch handfeste Probleme. Die Gleise unter den Brücken müssten abgesenkt werden, damit wären aber Probleme für den Güterverkehr verbunden. Anyway. Jetzt stehen sich die US-Cars die Räder platt. Das ist tatsächlich ein Problem. Falls sie wirklich wieder fahren sollten müssen alle Spurkränze ausgewechselt werden.

Jedenfalls die Übergabe hatte man einst kräftig gefeiert. Und nebenan im Depot harren auch noch einige Garnituren.

Der Zug ganz links fährt einmal im Monat in die Berge. Selbst wenn während meines Aufenthaltes hier eine Tour angestanden hätte: Mission Impossible. Ab 2.000 Meter werde ich ernsthaft Höhenkrank.

Eigentlich möchte ich noch ein wenig durch die Altstadt schlendern. Aber ich merke: Jetztmuss ich im Eilmarsch heim. Zum Glück fährt gerade ein Bus. Die Stunde halte ich noch durch. Dann was das für die nächsten drei Tage.

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Montag, 23. Februar 2026

Lima

Nach dem Frühstück -ich kann mich immer noch begeistern- geht es erst mal zum Schneider. Eine Naht an der Hose mit den Reißverschlüssen an den Taschen (ganz wichtig) ist gerissen. Google Translator: Was heißt „Schneider“ auf spanisch: Google Maps und schon habe ich eine Näherei fast nebenan gefunden. Um neun Uhr soll er aufmachen, um halb zehn stehe ich vor dem hellblauen Haus in dem laut Foto auf google die Schneiderei beheimatet sein soll. Das Haus stimmt, nur gibt es das nur ein leeres Schaufenster. Kein Problem erklärt mir die Frau vom „Tante Emma Laden“, er sei nur auf die andere Straßenseite gezogen. Also sie in Spanisch und ich auf Englisch. Dauert zehn Minuten aber dann habe ich es kapiert. Außerdem öffne er erst um zehn. Mein Vertrauen in google ist erschüttert, aber Punkt zehn kommt der Meister und öffnet das Schloss. Er näht eigentlich Anzüge und Hemden -und die sehen ganz toll aus- aber ich könne die Hose heute gegen fünf wieder abholen. Gut dass ich in Latein manchmal aufgepasst habe und ein paar Zahlen kann.

Aber jetzt geht es los. 10.30 Uhr startet mein Hop-on Hop-off-Bus.

Auf meinem Programm steht heute die Altstadt. Das bedeutet erst mal eine Stunde Fahrt. Der Verkehr. Die Entscheidung für Südamerika ist ja relativ kurzfristig gefallen. Wenn man mich vorher gefragt hätte, wieviel Einwohner Lima habe, hätte ich 300.000 geschätzt. Es über 10 Millionen. Ihre Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Im Westen ist der Pazifik, im Osten versperren die Anden die Möglichleiten die Stadt zu erweitern.

Trotz der ständigen Prise vom Meer: die Luftqualität ist miserabel. Trotz der angespannten Flächensituation die Stadt versucht ihre Grüne Luge zu schützen. Es gibt erstaunlich viele Parks und Grünflächen. Bäume säumen die Straße.

All das hektische Treiben endet am Plaza Jose de San Martin. „Heiligkeit“ ist das Mindeste um mit seinem Namen eine Platz in Lima zu schmücken. Aber die Altstadt – UNESCO Weltkulturerbe- ist auch ein besonderer Ort. Der Bus biegt um die Ecke und man fühlt sich in einer anderen Welt. Hier finden Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Schöne Plätze, alte Villen und pompöse Paläste mit den tollen Balkone und überall Kirchen und Denkmäler satt. Am Jose de San Martin beginnt die Fußgängerzone. Naja es ist wie überall in teuren Lagen: es dominieren Modeketten und IT-Läden.

Durst. Ich suche ein kleines Café das noch nicht ganz nach Kette aussieht. Der Espresso ist köstlich und noch besser der frisch gepresste O-Saft

Dann gegenüber in eine Kirche. Es gibt hier so viele, dass das prächtige Gotteshaus noch nicht mal auf Google Maps eingezeichnet ist

Ein paar Schritte weiter hat man ein was auch immer unter einer Rotunde zu einem Kaufhaus umfunktioniert

Mittelpunkt des Historischen Quartiers ist der Plaza de Armas, auch Plaza Mayor genannt.

Eine lange Seite der riesigen Fläche säumt der Präsidentenpalast.

Nebenan die Basilika mit den vielen kleine Kapellen an den beiden Seitenschiffen. Jede hat ihren eigenen Heiligen. Unten in der Gruft liegen Bischöfe begraben. Ich wundere mich über die vielen Kindersärge.

Draußen prächtige Fassaden mit den Holzbalkons.

In den Arkaden mit den vielen Geschäften und kleinen Restaurants lässt sich gut bummeln, vor allem schützen die Bögen vor der Hitze

Die Kirche des Heilen San Franciscus wird gerade renoviert. Das Kloster das sie nebenan beherbergt, muss einen wunderbaren Kreuzgang haben.

Und da ist noch der ehemalige Bahnhof von Lima. Von hier starteten einst die Züge hinauf nach Bolivien. Heute ist der Bau ein Literaturhaus, leider verschlossen beide Funktionen hätten mich interessiert.

Solche Figuren in allen Varianten beleben das Straßenbild von Lima. Drei Stunden schlendere ich durch die Innenstadt. Es ist mir keine Sekunde langweilig. Schnell zum Schneider. Top Arbeit für nicht mal zwei Euro. Abends ein Sandwich. Mein Magen gluckert.

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Sonntag, 22. Februar 2026

Lima

Morgens nochmal am Buffett beim Obst und beim Saft zugeschlagen. und beim Kuchen. Dann mache ich mich auf zu meinem Bus der praktischerweise gleich nebenan startet. Welch ein Unterschied zu Panama. Neu, blitzblank sauber und eine Tonanlage die keine Wünsche offen lässt. Heute werde ich erstmal in einem Rutsch die Runde drehen. Zur Orientierung. Drei Stunden und 15 Minuten soll sie dauern. Und dann werde ich gegen halb sieben das Angebot für eine Abend- / Nachtfahrt annehmen. Bin mal gespannt. Von der ersten Runde werde ich heute nicht berichten. Folgt in den nächsten beiden Tagen, wenn ich an einzelnen Stationen aussteige.

Guter Tipp vom Hop-On-Kiosk in Panama. Boarding Pass fotografieren, falls der Papierschnipsel verloren geht.

Abends. Es ist noch etwas Zeit. Ich gehe vom Hotel zur Felskante um den Strand zu besichtigen. Ich hatte die Szenerie schon vom Fenster aus beobachtet und mich gewundert wo die Leute bleiben, die so plötzlich verschwinden. Die Lösung….

…irgendwelche Investoren haben die Kante tiefer gelegt und in der Kuhle ein Vergnügungszentrum angelegt. Da geht die Post ab. Vor allem spät nachts.

Auf Nachtfahrt geht es erst mal quer durch die Stadt so circa eine Stunde bis zu einem Park um den herum die Hölle los ist. Der Bus hält irgendwie mitten auf der Straße, ist aber eh egal. Mega-Stau. Irgendwie verstehe ich nur „Viertel nach acht“ und denke, dies sei der Zeitpunkt an dem uns der Bus abholt. Die Gruppe ich vielleicht zehn Leute groß. Natürlich verlieren wir uns in dem Gedränge. Auf der einen Seite Gitter auf der anderen Duzende von Ständen mit Popcorn, Cola, Bier, Schokolade, Kinderspielzeug, irgendwelche giftfarbigen Getränke, Wurst, Softeis und was weiß ich. Aufgereiht wie eine Perlenkette. Ich bin froh, dass ich nur Pesos im Wert von 30 Euro einstecken habe und der Geldbeutel sicher im Safe ruht. Der Eintritt kostet ungefähr einen Euro. Der riesige Park wird von über 10.000 Menschen bevölkert. Überall leuchtet es und riesige Fontänen tanzen von Lichtkegeln illuminiert.

Es ist so eine Art Vergnügungspark mit Licht für alle. Wie früher „Wetten dass“ für Oma, Opa, Papa, Mama, die Kinder und die Enkel. Für jeden ist was dabei.

Und dann gibt es noch die sprühenden Bögen. Wer hindurch läuft, hat einen Wunsch frei. Mich würde mal interessieren ob die hier mal evaluiert haben, wie hoch die Scheidungsquote bei den Paaren ist, die sich unter den Bögen die Ehe versprochen haben.

Na schön denke ich. So ein wenig wie vor dem Hotel in Las Vegas. Es ist bald acht Uhr und ich beginne zu überlegen wie ich meinen Bus wieder finde. Zum Glück läuft mir die Gruppe nebst Guide über den Weg. Der ist ganz erleichtert mich wieder entdeckt zu haben. Das Beste komme jetzt noch, bedeutet er uns. Vorher gehen wir noch zusammen Essstände anschauen. Ich kann ja in Asien an keinem Streetfood-Stand vorbei, aber hier bin ich nach den Problemen der letzten Tage vorsichtig.

Es sieht schon lecker aus. Unser Guide empfiehlt einen Obstsaft. Dunkelrot und köstlich.

Ich freunde mich mit den beiden amerikanischen Pärchen an. Aus Seattle kommen sie. Sind gerade nach drei Tagen Buenos Aires für drei Tage in Lima bevor es wieder heimgeht. Naja wenn man nur zwei Wochen Urlaub hat. Anyway, Ich punkte erst mal bei den Mädels dreifach. Jimi Hendrix kommt aus Seattle. Die kleinen Clubs in denen er seine Karriere begann, habe ich gesehen. Ok, nur von außen. Ja und auf der Bank, auf der Kurt Cobain hinter seinem Haus nachmittags eine zu rauchen pflegte, habe ich auch schon gesessen. (Mensch war mir das peinlich). Und überhaupt Seattle sei die schönste Stadt in den USA, was stimmt. Mindestens die Urbanste.

Ja und dann beginnt gegen 20.15 Uhr eine Show wie ich sie so noch nicht gesehen habe. Ein Kombination aus Farbe, Wasserspielen und Film. Unser Guide kannte natürlich die besten Plätze. Während die Fontänen kreisen, wird ein Film auf die Gischt projiziert. Mit Vorspann und Abspann: die Geschichte Perus. Von den Inkas über die Conquistadoren, über Kriege und Frieden bis hin zu dem modernen Mexiko. Und das ganze unterlegt mit Musik.

Ich kann mich kaum satt sehen.(Zuhause aus werde ich mal versuchen via Youtube ein Viedeo einzustellen.

Wir alle sind begeistert. Selbst die US-Girls geben zu: Besser als Las Vegas. Dank Guide finden wir unseren Bus schnell. Er gibt uns noch ein paar Restaurant Tipps für unser Quartier und setzt uns vor der nach seiner Meinung besten Sandwich Bude ab. Meine innere Stimme mahnt, aber man kann sie ja auch mal überhören.


Was hier zubereitet wird, ist nicht 08 / 15. Ich habe so eine Art Frikadelle im Brötchen mit sehr vielen Zutaten die dem Happen eine besondere Note gebn.

Wir quatschen noch ein wenig. Sparen die Politik aus. Toller Abend.

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Samstag, 21. Februar 2026

Lima

Lima liegt in der gleichen Zeitzone wie Panama, also keine Umstellung an Bett und Tisch. Das Frühstück im Hotel ist der Hammer. Obst, jeden Tag neue Sorten, viele Sandwich Varianten, -vor allem die Gurken – Sandwiches (die Queen lässt grüßen) haben es mir angetan, selbst gemacht Marmelade, eine Auswahl an Brot, Spiegelei frisch gebruzzelt. Kuchen und Torten in vielen Varianten.

Ich schwelge.

Nach dem Frühstück beginne ich eine kleine Stadttour. Ich wohne im Stadtteil Miraflores direkt an der Küste. Es ist das Amüsierviertel der Stadt, hier lebt die Mittelschicht. Ungezählte kleine Cafés, Restaurants, Sandwichbuden und kleine Boutiquen. Alles wirkt gepflegt. Ein sehr sicherer Stadtteil habe ich gelesen. Der Preis dafür sind Heerscharen von Security. Quasi vor jedem Eingang zwei. Überall hohe Gitter, Rolltore. Der Beamte an der Passkontrolle hatte mich gefragt, wo ich wohne: Als ich Miraflores sagte, hat er mich durchgewunken.

Ich marschiere etwa einen Kilometer zu dem zentralen Platz von Miraflores. Ein Park, ziemlich belebt und natürlich -wie überall in Lateinamerika- dominiert von einer Kirche. Um mein Seelenheil besorgt, bewege ich mich Richtung Gotteshaus. Der heimliche Grund: In Kirchen ist es meist angenehm kühl.

Es ist die Kirche Parroquia La Virgen Milagrosa direkt am Kennedy Park und ist Teil des Kulturerbes der Stadt. Die Statue der Jungfrau Maria ist mit LED angeleuchtet. Mir persönlich gefallen eher die schönen bunten Kirchenfenster.

Der Kennedy Park ist eine riesige Grüne Oase mitten in der Stadt. Hier kreuzen sich Wege, hier finden Menschen eine viertel Stunde Muse in dem hektischen Treiben. Ringsum sind Geschäfte, Cafés, Restaurants. Was mir auffällt: es laden viele Bänke zum Sitzen ein. Bei uns werden sie aus Angst das Penner sie bevölkern abgebaut. Trotzdem ist es sehr schwer einen Platz zu finden. Um die Mittagszeit -Siesta sagt man hier- herrscht Hochbetrieb. Überall sitzen Menschen aus der Nachbarschaft dicht an dicht. Schließlich gelingt es mir ein Plätzchen zu ergattern um meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Leute gucken. Aber auch ich werde beobachtet: von einer Mietz.

Auf der anschließenden Tour entdecke ich den ersten der ominösen Peru-Radwege. Was hatte ich alles in den konservativen Blättern und den rechten Hetz-Kanälen gelesen: Dumm und unnötig wird hier Geld das Geld der Deutschen Steuerzahler verbrannt. Bei uns weiß doch jedes Schulkind, der Inka steigt aufs Lama und meidet das Rad. Kaum seien die Radwege eingeweiht, vergammelten sie. Im Hotel beginne ich über das Projekt der Deutschen Entwicklungshilfe zu lesen und bin überrascht. Überrascht wie es einem mit Zahlen überforderten AfD Abgeordneten, einem journalistisch unbegabten Reiseblogger und einigen rechtsradikalen Kanälen gelingen konnte, eine Empörungsmaschinerie anzuwerfen, so anzuwerfen dass Bundesminister, Abgeordnete von CDU und FDP sowie seriöse Zeitungen wie die FAZ auf diesen Unsinn hereingefallen sind. Es ist ein gutes und durchdachtes Projekt dessen Benefits am Ende der Bundesrepublik zugute kommen.

Eigentlich wollte ich ja auch noch zur Tourismus Zentrale. Wie sooft verbarg sich aber hinter der Ankündigung auf Googlemaps ein Reisedienstleister mit ein paar Andentouren auf dem Programm. Die Anden: die hätten mich schon gereizt. Aber leider habe ich nicht nur extreme Höhenangst sondern werde gesundheitlich ab einer Höhe von 2.500 Metern außer Gefecht gesetzt. Vor zwei Jahren leidvolle Erfahrungen in den Alpen gesammelt, inklusive Krankenhaus.

Ich kiebitze noch ein Viertelstündchen beim Schach. Finde ich eine gelungene Möblierung. Und marschiere dann langsam Richtung Hotel. Nebenan hatte ich einen kleinen Kiosk für Hop-On, Hop-Off Fahrten gesehen. Das Angebot ist richtig gut. Es gibt einen Seniorentarif und drei Tage kosten nur 10 Euro mehr als ein Tag. Und in dem Preis ist, und das betont der Junge am Tresen immer wieder, eine Nachttour inkludiert. Die solle man möglichst am Samstag nutzen denn dann erwarte die Gäste eine besondere Überraschung.

Abends (Magen / Darm) schleppe ich mich zu einem Italiener nebenan. Ein paar Nudeln: hilft angeblich immer. Die waren auch ganz gut. Vielleicht hätte ich auf das Bier verzichten sollen. Vom Bett aus werfe ich noch einen letzten Blick auf Strand und Meer.

Die Steilküste ist deutlich zu erkennen.

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Freitag, 20. Februar 2026

Von Panama nach Peru

Es geht früh los. Das Frühstück muss ich mir schenken. Schade um das Obst. Mit der Metro zum Airport. Ich klemme mich hinter zwei Frauen mit Rollkoffer, die einheimisch aussehen, und vorne einsteigen.

Die kennen doch hoffentlich den Weg. Denkste: Beim Umsteigen finde ich den Anschluss schneller. Große Verwirrung am Flughafen. Die Metro endet im Nirwana. Ein Übergang zu dem Gebäude das aussieht wie ein Airport ist vermauert. Alle irren herum, stehen ratlos vor dem Bahnhof. irgendwann kommt ein Shuttle. Kann man ja wenigstens mal ein Schild hinstellen. Im Airport: Einchecken im Terminal 2, Gate im Terminal 1. Ok. So komme ich frühmorgens schon auf meine 10.000 Schritte. Ich bin früh dran, habe Hunger und gehe zu einer Sandwichbude. Wahrscheinlich ein Fehler.

Der Jet lieg wie ein Brett in der Luft. Die Zeit vergeht (oh Kalau) wie im Flug. Völlig entspannte Einreise. Ich muss mit meinem Koffer noch nicht mal zum röntgen. Draußen wartet wie gerufen der Hotelbus. Um das Gepäck kümmern sich die Jungs. Das Fahrzeug ist heftig klimatisiert. Es ist nicht so schwül wie in Panama aber ordentlich warm.

Es gibt so Städte, da fährt ,man zwei Minuten aus dem Airport oder vom Bahnhof und denkt: das ist meine Stadt. Lima ist so ein Ort. Ich fühle mich in 30 Sekunden heimisch. Komisch. Denn der Verkehr ist völlig chaotisch. Für die ersten 500 Meter brauchen wir gefühlt eine halbe Stunde. Um den Flughafen liegen eher die ärmeren Viertel. Im Bus plärrt ein Bildschirm irgendwelche Werbespots: Aber ich habe das Gefühl. Hierkommst Du durch. Über mir die majestätischen Berge der Anden, entlang der Fahrtstrecke pulsiert das Leben. Viele kleine Geschäfte, Cafes.

Die große Überraschung: Lima liegt an einer Steilküste. Der Bus fährt auf einer Schnellstraße entlang am Ufer und am Strand. Links Meer, rechts eine Wand: 80 bis 100 Meter hoch. Einige Fußwege mit vielen Serpentinen winden sich durch die Felsen. Da Linksabbiegen in dem Chaos schwierig ist: fährt der Bus immer rechts, rechts, rechts, also riesige Umwege. Aber er hält 50 Meter von meinem Hotel entfernt. Ein Best Western, eher einfach aber sauber und mit einem netten und kompetenten Staff. Mein Zimmer überrascht. Vom Bett blicke ich über die Weite des Pazifik.

Spontan fallen mir die Zeilen aus einem Song von Dave Loggins ein:

Please come to LA to live forever
A California life alone is just too hard to build
I live in a house that looks out over the ocean
And there’s some stars that fell from the sky, and livin‘ up on the hill

Please come to LA
She just said, „No, boy, won’t you come home to me?“

Ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding: Aber abends gehe ich nebenan in eine Waffelbude: Crepes mit Schoko und Banane. Irgendwie merke ich, dass mit meinem Magen etwas nicht stimmt. Der Kräutertee schmeckt fantastisch.

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