Ein ziemlich ruhiger Flug. Die 787 ist nagelneu und bietet mehr Platz als ein Lufthansa Jet. Angenehme Sitznachbarn. Sie steigen nach Japan um. Mongolian fliegt als eine der wenigen Airlines über Russland. Das spart auf dem Weg nach Fernost mindestens eine Stunde. Dazu sind die Tarife günstig. Der Service ist eher spartanisch. Zwei Getränke, ein Kaffee, das Abendessen passt auf ein halbes Tablett, das Frühstück karg aber gut. Ich verschlafe die erste Stunde. Der Flieger landet pünktlich um vier Uhr vierzig morgens in Ulan Bator oder Ulanbaatar wie die Einheimischen ihr Land nennen. Passkontrolle völlig entspannt. Es sind nur wenige Einheimische oder Foreigners die an den fünf Schaltern auf ihren Stempel warten. Fast alle Passagiere sind zu den Transfer-Gates nach Tokyo, Peking oder Seoul abgebogen. Das Gepäck kommt spät, ist vollständig, der Kurs an der Wechselbude fair. Das Glück scheint perfekt. Ein Bus fährt die vierzig Kilometer Richtung Ulan Bator erst gegen halb neun. Also Taxi. Mit 30 Euro bezahlbar. Angenehme Fahrt mit guter Musik auf einer leeren dreispurigen Autobahn Richtung City. Der junge Fahrer spricht gut Englisch. Mein Hotel kennt er nicht, aber er hat ein Navi.
Und dann die Beinah-Katastrophe. Beim Bezahlen lasse ich meinen Pass auf dem Rücksitz liegen. Ohne Papiere bleiben mir nur Demut (nicht meine Königs-Disziplin), die Deutsche Botschaft und der geordnete Rückzug Richtung Mühlheim. Der Boy an der Rezeption alarmiert seine Chefin, die völlig verschlafen nach zehn Minuten kommt. Sie spricht gut Englisch und zeigt mir Bilder der Wagen der verschiedenen Taxiunternehmen. Weiß war es nach meiner Erinnerung. Und zum Glück gibt es in der mongolischen Hauptstadt nur eine Company mit hellen Autos. Trotzdem drehe ich am Rad. „Karl, mei Droppe“ sagt man bei uns. Aber die Lady in der Taxizentrale bleibt cool und startet routiniert einen Rundruf. 30 Minuten banges Warten. Dann die Erlösung. Der Pass ist wieder am Flughafen, kann aber wegen der Entfernung erst in der nächsten Nacht vorbeigebracht werden. Die Frau an der Rezeption sieht meine ängstlichen Augen. „Don´t Worry“ beruhigt sie mich.

Irgendwann nach sieben bin ich im Zimmer. Gut getroffen. Sauber, tolles Bad und vier Tage 150 Euro mit Frühstück. Jetlag.
Ich schlafe bis 13 Uhr. Zeit für ein erstes Erkunden der Stadt. Das City Center ist ungefähr fünf Kilometer entfernt. Zu erreichen über eine sechsspurige Schnellstraße. Busse fahren im Abstand von einer Minute. Der Verkehr auf der Schnellstraße ist chaotisch. Stop and go. Trotz Busspur dreißig Minuten Fahrzeit für fünf Kilometer. Ach so
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