Pass weg. Blöder geht nicht? Doch. Einigermaßen geschlafen. Frühstück chinesisch asiatisch. Rindersuppe, Schnitzel, Reis, zwei Toast, Kaffee und O-Saft. Ganz ok. Wenn ich nach Irland fahre gibt es da auch zum Breakfast ein üppiges Mittagessen. Der Pass ist immer noch nicht da. „Don´t worry“ Ich bin nicht worry aber besorgt.
Um 10 Uhr kommt der Mensch von der Agentur mit dem Ticket Richtung China. Er ist schon 20 Minuten früher da und erklärt mir alle Fallstricke auf der Reise. Beim Bezahlen hat er nicht genug Change. Ich fahre mit dem Aufzug um im Zimmer ein paar kleine Dollars zu holen. Auf der Rückfahrt stoppt der Lift abrupt. Stromausfall. Zum Glück hat das Handy eine Taschenlampe. Mein erster Gedanke: „Was machen wenn es brennt?“ Klingeln und Telefon nutzt nix. Klar: Kein Strom. Irgendwann probiere ich die Tür zu öffnen. Es klappt. Ich bin im Dritten Stock. In der Rezeption ist alles Easy. Im Viertel wird der Strom um zehn Uhr abgeschaltet. Die Firma hat wohl heute Morgen zehn Minuten früher den Schalter umgelegt.
1000 was weiß ich in die Box neben dem Fahrer und mit dem Bus Downtown. Ich suche den Laden von dem Kamera Typ. Nach einigen Gassen finde ich sein Geschäft. Ein Kleinod. Zwischen antiquierten Fotoapparaten droht der Meister. Vor ihm liegen viele filigrane Werkzeuge und eine Uhrmacherlupe.


Mit dem Mikroskop analysiert er den Schaden, schüttelt ein wenig missbilligend den Kopf als ob er mir sagen will, ich solle mit dem Gerät sorgfältiger umgehen um dann mit einer dünnen Scheibe den Schutz zwischen den Lamellen zu entfernen.. Ein kurzer Druck mit dem Zängelchen und der Verschluss funktioniert wieder wie am ersten Tag. 1,50 Euro kostet mich der Spaß. Beim letzten ähnlichen Schaden habe ich beim Fotodoktor in Frankfurt 80 Euro gelöhnt.´

Das Nationalmuseum liegt nur wenige Schritte von der Gasse des Meisters entfernt. Vorbei am Parlament. Das Gebäude ist wohl ein beliebtes Motiv für Hochzeiter. Ich bewundere die Braut und ihre Jungfrauen. Ärmellos und es sind bestimmt drei Grad unter Null.


Am Eingang des Museums erwartet mich -wie auch sonst- eine Jurte. Die Abteilungen des Hauses sind, beginnend mit der Steinzeit gut gegliedert. Die Ausstellung ist nicht überfrachtet.

Ich bewundere immer wieder die filigranen Fähigkeiten der Künstlern und Handwerken vor 2000 und mehr Jahren. Der Wunsch nach Geschmeide, der Hunger aber wohl auch die Kriege waren Treiber für die Evolution.

Die Jurten sind hier immer noch Alltag. Drinnen wirken sie ganz gemütlich.

Dschingis Khan ist natürlich in einem Museum in der Mongolei allgegenwärtig.

Solche Karten liebe ich besonders, egal wo. Sie zeigen was einem so mal alles gehört hat. Und natürlich sehen diese Abbildungen in jedem Land anders aus. Heute Dir und morgen mir oder umgekehrt. Hier habe ich gelernt, dass auch Gaza mal den Mongolen für ein paar Wochen gehört hat. Solch Nostalgie ist ja ganz lustig solange Staaten heute daraus keine Ansprüche ableiten und mit Waffenklirren durchsetzen wollen. Dieses Denken in Nationen ist nicht meine Welt. Offenbach, Mühlheim, Fulda, Rhein-Main das ist für meinen Kosmos ganz ok. Da gibt es die Kickers und den Wochenmarkt und ein paar Freunde.

1990 hatten die hier jedenfalls hier auch ihren Spaß.

Und die Nostalgiker dürfen auf einer Sonderausstellung schwelgen.

Zum Essen in ein veganes Restaurant. Mongolische Dumpling versuchen. Hier ein Genuss.

Zurück in einem völlig überfüllten Bus. Nach 30 Minuten hat es nach zehn Anläufen geklappt durch die Tür gedrückt zu werden. Eine Runde Supermarkt noch. Im Hotel die Frage nach meinem Pass. Maybe at midnight. Jetzt bin ich aber langsam „worry“. Da hilft nur das Weizenbier aus dem Supermarkt. Und Tatsächlich: Um 21 Uhr klopft der Boy. My Passport ist back.