Heute eine gebuchte Tour ins Gebirge Richtung Meknes. Eigentlich wollte ich mit einem Touri-Bus fahren. Irgendwie Mitläufer, um mich nicht den ganzen Tag auf einen Führer konzentrieren zu müssen. Das hatte ich auch so mit der Rezeption kommuniziert. Pünktlich um 9 Uhr werde ich abgeholt. Es ist immer wieder faszinierend wie die Logistikketten organisiert sind. Am Ende der sicher 100 Meter langen Gasse halten sich den ganzen Tag einige Männer mit einem Karren bereit. Gibt es was zu transportieren oder muss jemand begleitet werden, dann kommt jemand aus diesem Pool. Ich werden weitergereicht an einen Mensch mit Auto, der mich zum Treffpunkt chauffierte. Dort wartet Mohammed auf mich.

Im ersten Augenblick bin ich ein wenig sauer: Wieder den ganzen Tag alleine mit Führer. Nach einer kurzen Fahrt bemerke ich, dass in dem SUV auch hinten noch ein Mädchen sitzt. Sie ist vielleicht 18 und kommt mitten aus New York. Es ist auch keine geführte Tour sondern der Fahrer setzt uns an bestimmten Punkten ab und wir dürfen die Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust erkunden. Genau das richtige für mich heute.



Erste Station die ehemalige römische Stadt Volubilis. Die Ruinen sind sehr gut erhalten und beeindrucken durch viele Mosaike. Auch die Funktion der Thermen, Zisternen und der Wasserversorgung kann man sich heute noch gut vorstellen. Ebenso das alte Stadtbild mit den Häusern und kleinen Manufakturen. Eine restaurierte Ölpresse ist Beispiel für die technischen Fähigkeiten der Römer. Bekannt ist Volubilis durch Caracella Bogen, der zum Uno Weltkulturerbe zählt. Der gut erhaltene Triumphbogen war einst das Tor Richtung Tanger.


Nächste Station: Moulay Idris. Hier steht das Mausoleum des Staatsgründers Idris. Deshalb durfte lange bis in das 20 Jahrhundert die Stadt von Nicht-Muslimen nicht betreten werden. Das Grab darf auch heute von Christen nicht besucht werden. Die Medina der Stadt ist eher karg.

Weiter nach Meknes. Die Medina hier kann im Ansatz nicht mit Meknes konkurrieren. Nicht sehr groß, hier leben etwa 1.000 Menschen.

Das Angebot an den Ständen erinnert eher an einen Flohmarkt. Ich mache einen Streifzug entlang der Hauptstraße und beschließe dann auf einer Dachterrasse einen Tee zu trinken. Von oben das Geschehen beobachten.


Um 15 Uhr öffnet das Grabmal von Moulay Ismail. Gehört auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Sorgsam renoviert und in seiner Pracht beeindruckend. Ismail verlegte im 17 Jahrhundert die Hauptstadt von Fes nach Meknes. Die Residenzen bleiben unvollendet. Immerhin befindet sich hier einer der 60 Paläste des marokkanischen Königs, erzählt uns der Fahrer ganz stolz. Möchte mal den Stolz unserer Guides erleben, wenn sie auf einer Führung berichten würden, unser Kanzler residiere abwechselnd in einem von 60 Schlössern.


Abends packen und wieder in meinem Ryad essen. Köstlich wie immer.