In der Nacht habe mein Programm für die letzten beiden Tage in Peking gebucht. Montag: the Great Wall und Dienstag eine geführte Tour über den Tian’anmen-Platz und durch die Verbotene Stadt. Für die Chinesisch Mauer gibt es zu einer organisierten Fahrt keine realistische Alternative. Jedenfalls nicht als Tagestour. Das Zentrum Pekings hätte ich gerne alleine besucht. Man ist so dem Gruppendruck nicht so ausgesetzt, kann in Ruhe stehenbleiben oder weitergehen wenn man eine Attraktion nicht so spannend findet. Aber: Eine Anmeldung für das Zentrum Pekings ist nur über we-chat möglich. Das Programm funktioniert aber auf meinem Handy nicht. Luc hat mir auch von Schwierigkeiten erzählt. Das Problem ist die Telefonnummer mit der Deutschen Vorwahl. Luc hat sich einfach mit einem Area-Code aus Hongkong angemeldet. Das ist mir zu kompliziert. Eine Alternative ist eine chinesische Agentur, natürlich gegen Bezahlung, zu beauftragen. Der einzige Sinn der Anmeldung ist die Übermittlung der Passdaten.
Bevor ich heute Richtung Innenstadt aufbreche, möchte ich noch einmal in einem der Wohnquartiere vorbeischauen und einige Bilder machen.

Blick auf den Eingang mit der Schranke. Mittlerweile dürfte der Parkplatzmangel ein Hauptproblem der Gemeinschaft sein. In Peking sieht man im übrigen im Gegensatz zu Xian und Hohhot deutlich mehr Deutsche Autos. Trotz der einfachen Wohnanlage: Es dominiert die obere Mittelklasse.

Der „Dorfplatz“ Treffpunkt für die Generationen

Für die Senioren gibt es eine „Spielhölle“. Die Tür steht offen. Ich spaziere einfach mal herein.

Die Spieler an den Tischen schauen kaum auf. Mich empfängt lächelnd eine ältere Dame. Ich schätze mal so um die 80. Das Gesicht Kalkweiß gepudert und komplett in Leder. Hauteng, Körperbetont von Schulter bis Fuß inklusive Stiefel. Ich tue ihr nicht unrecht, wenn ich ziemlich aufreizend schreibe. Irgendwie erinnert sie an eine Domina. Sie spricht ein wenig Englisch. Die Alten treffen sich hier regelmäßig. Domino sei das bevorzugte Game. Und ich solle doch unbedingt mitspielen. Angesichts der Chinesischen Schriftzeichen auf den Steinen wäre ich wahrscheinlich der Bremsklotz. Ich frage ob ich ein Bild machen dürfe. Sie lächelt und nickt.

Noch eine Auffälligkeit. In den Seitenstraßen viele leere Geschäfte. Alibaba, das chinesische Amazon kämpft sich auch hier von der Peripherie über die Vorstädte ins Zentrum vor.

Mein Kulturprogramm heißt heute Lama-Tempel und Konfuzius Tempel. Beide Heiligtümer liegen fast direkt nebeneinander.












