Freitag -23. Oktober 2026 – Von Hohhot nach Xian

Vom Mercure fährt direkt ein Bus zum Bahnhof. 8.43 Uhr fährt der Schnellzug Richtung Xian. Kein Hochgeschwindigkeitsexpress aber immerhin Tempo 160 mit wenigen Halten. Gegen 16 Uhr soll ich dort sein. Ich versuche in China immer eine Stunde vor Abfahrt an der Station zu sein. Security und Einchecken am Gate braucht Zeit. In der Hoffnung ein Sandwich habe ich nicht gefrühstückt. Aber am Gate gibt es nur einen Mc Donalds ohne Frühstückskarte und im Zug keinen Speisewagen. Egal: der leere Magen hat auch Rechte. Alles wieder auf Chinesisch. Ich deute auf einen Cheeseburger und Kaffee. Die Frau an der Theke tippt und tippt und tippt und ich bekomme nach zehn Minuten eine große Cola und ein Big Mac Menü mit Pommes.

Pünktlich öffnet sich das Gate. Ich muss wieder auf die Sonderlinie, um den Pass vorzeigen. Auf dem Weg zum Bahnsteig kann ich mich nicht verlaufen denn kaum verlangsame ich meinen Schritt kommt einer der Beamten die alle zehn Meter stehen und fragt wie er helfen kann. Auf der Plattform muss ich nur meine Wagennummer suchen. Der Zug hält auf den Zentimeter genau dort und wehe nicht, dann muss der Lokführer wohl die Bahnhofstoilette mit der Zahnbürste schruppen. Ich habe auf der Dreierbank einen Fensterplatz. Los geht’s durch die Hinterhöfe von Hohhot. Hochhausschluchten. Viele stehen leer. Später Industriegebiete und dann braune Landschaften. Ein wenig Smalltalk mit meinem Nachbarn der Englisch spricht, dösen, aus dem Fenster gucken.

Das ibis in Hohhot hat mit der unmittelbaren Nähe zur Metro geworben.500 Meter sind es dann doch. Aber solche ungenauen Angaben sind hier Standard. Ich muss auf dem Weg zwei ziemlich breite und stark befahrene Straßen überqueren. Mein Rucksack drückt. Das Einchecken ist unproblematisch. Die nehmen hier sogar die Mastercard. Das Zimmer ist nicht so groß wie gestern im Mercure aber gemessen an einem Ibis in Europa der pure Luxus. Nur so ein Tütchen Kaffee beim Wasserkocher statt Tee wäre noch besser.

Diverse Food-Foren empfehlen ein Dumpling Lokal. Ich laufe ungefähr einen Kilometer um mit vielen anderen draußen vor dem Restaurant zehn Minuten zu warten, aber die Zeit lohnt. Dumpling gefüllt mit Fleisch, Shrimps und Kräutern. Köstlich. Mein Tischnachbar ist ein Japaner. Höchstens Zwanzig. Er hat dazu so eine Art Nusssosse. Sieht auch gut aus. Beim Hinausgehen unterhalte ich mich mit einem Deutschen Paar. Feinschmecker offenbar. Auch die sind begeistert. 

Auf dem Rückweg schlage ich mich durch die Streetfood-Meile. Mein Eindruck: Viel Industrieware.

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