Montevideo

Ich habe einigermaßen geschlafen. Die Matratze ist zu weich. Dann erst mal die Lage gepeilt. Nach 100 Metern bin ich von meinem Hotel auf einer Hauptstraße und dort beginnt auch schon der Unabhängigkeitsplatz der zumindest am Tag problemlos zu betreten ist. Das Publikum um mein Hotel ist heftig aber es macht nicht richtig Angst.

Ein Kiosk begrüßt mich. Ich liebe sowas. In der Innenstadt von Montevideo sehen alle Kioske so aus. Auch das ist eine Möglichkeit einer Stadt Charakter zu verleihen.

Das Theater ist auch gleich nebenan

Und mit Brunnen und Denkmalen ist die Stadt eh gesegnet.

Aber ohne Frühstück nutzt all die Kultur nichts. Das Flor de Cafe macht mich an. Und ich täusche mich nicht. Das Besitzerehepaar sympathisch, spricht Englisch und seine Frau macht ein hervorragendes Frischkäsebrot mit Tomaten. Er bietet an, ein Bild von mir zu machen.

Der Innenraum der kleinen Bar. Das Hauptgeschäft spiegel sich in der kleinen Vitrine: Süsspapp. Die Leute verspeisen hier pausenlos Kuchen.

Die vielen Stände am Straßenrand fallen auf. Jeder verkauft irgendwas. Viel Kunst und Kunsthandwerk, nichts hochklassiges aber auch wenig Ramschiges

Auch in Montevideo gibt es reichlich Sitzgelegenheiten wie hier auf dem Platz vor der Kathedrale.

Ich suche mit eine Bank um die Menschen hier eine Weile zu beobachten.Es ist schwierig mit den ersten Eindrücken hier umzugehen. Das Herz der Stadt, ihr Ensemble, wirkt zerrissen. Es ist ein Mix aus prunkvollem kolonialen Baustil, avandgartistiche Architektur aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und einen seelenlose Gestaltung der 1970er Jahre. Wenig harmonische Koexitenz, viel Wildwuchs. Ein Bobardement wie es Deutschland im Zweiten Weltkrieg erlebte hat hier nie stattgefunden, die Erde bebte das letzte Mal 1880 heftig.

Die Kathedrale von Montevideo. Innen prall voll mit Schmuck, Verziehrungen und Figuren.

Wandzeitungen sind hier ein beliebtes Kommunikationsmittel

Eines der prachtvollen Häuser in der Innenstadt die an glorreiche Zeiten erinnern.

Ein Wahnsinn wenn man siuch vorstellt welchen repräsentativen Verpflichtungen das Gebäude einst diente. Ein Blick nach innen ist immer für Überraschungen gut. Uruguay war einst ein reiches Land.

Immer wieder begegnen mir Wandbilder an den Mauern

Wer fensterlt denn da?

Eigentlich ist die Fußgängerzone an sieben Tage in der Woche ein Flohmarkt

Immer wieder reioch verzierte Gebäude

Die Markthalle hier gilt als Empfehlung für ein gutes Steak. Längst haben auch hier die meisten kleinen Obst- und Gemüsegeschäfte aufgegeben. Auch die Vielfalt ist verloren gegangen. Drei große Gastronomiebetriebe dominieren die riesige Halle. Dazu Souvenir-Shops und ein paar China-Stände mit bedruckten T-Shirts.
Auch hier zahlt man für ein Steak plus zwei große Bier 30 Euro. Das ist eine Menge Geld für Uruguay, aber für uns natürlich eher ein Schnäppchen bei der Fleischqualität.

Der Beef-Master bei der Arbeit zwischen Rare und Medium Rare. Medium oder gar Well done gelten hier eher als Zeichen von kulinarischer Ignoranz. Die Lokale in der Mrkthalle und drumrum sich gut besetzt. Manch Rechnung muss gewaltig sein.
