Freitag, 13. März 2016

Bariloche

Der Freitag der 13. hätte schlimmer beginnen können. Lang gepennt. Obwohl das Bett schmal ist, ich habe gut geschlafen. Kaum bin ich geduscht und einigermaßen angezogen, betreten zwei US-Girls so um die 20 mein Zimmer, mit Schlüsselkarte. Wir schauen uns etwas ungläubig an. Offenbar hatte der Rezeptionist vergessen den Zimmerwechsel gestern einzutragen. Ich erkläre den Mädels: Sorry, rund 50 Jahre zu spät. Wir lachen herzlich und ich bin wieder Single.

Das Frühstück ist solala. Viel Süß. Nur das Obst und der Kaffee sind ok. Ich gehe anschließend ein wenig am See spazieren. Es ist schon eine einzigartige Kulisse: das Wasser, der blaue Himmel und im Hintergrund die Steinberge mit den schneebedeckten Gipfel. Ich hatte zuvor versucht, mit der Kreditkarte einige Pesos am Bankautomaten zu ziehen. Transaktion unmöglich signalisierte mit das Display auch beim Dritten Versuch. Unten am See wollte ich noch das Hotel für das Ende meine r Bahnfahrt buchen. Plötzlich crasht die Kreditkarte. Nichts geht mehr. Natürlich schießen mir alle Phantasien durch den Kopf. Gehackt, Konto leer geplündert, PIN falsch eingegeben auf der Bank, Bank hat die Karte gesperrt. Und dazu seit miles and more von der DKB zur Deutschen Bank umgezogen ist harkt es an allen Ecken und Enden. Die Bewertungsportale sind prall gefüllt mit Beschwerden. Also nix was ich fern der Heimat gebrauchen kann.

Luft anhalten, nicht hektisch werden. Zur Not habe ich noch ganz weit unten eine zweite Karte versteckt. Zurück im Hotel schmökere ich erst mal in meinem geheimen verschlüsselten Codebuch. Nutzt nix. Log ins im Minutentakt: die Karte wird immer störrischer. Irgendwer verlangt meinen Service PIN, meine Bank ID und so weiter. Habe ich noch nie was von gehört. Nur die Kontobewegungen kann ich noch aufrufen. Keine ungewöhnlichen Bewegungen. In einem letzten verzweifelten Akt setze ich alle Daten zurück und boote die Karte mit neuen Kennwörtern wieder hoch. Oh Wunder. Ich muss noch zweimal was bestätigen und alles funktioniert wieder. Nach Durchsicht aller Mails und WhatsApps wahrscheinlichste Erklärung: das Ding wollte wissen ob ich noch ich bin. Früher hat dafür die Kundenberaterin der Bank angerufen. Die hat meine Handynummer.

Nach so viel Stress habe ich mir ein Essen beim Italiener verdient. So eine Trattoria heilt alle Wunden. Es wird ein schöner Abend. Die Kulisse stimmt. Das Essen auch, obwohl der Hauptbestandteil von Saltimbocca für mich immer noch eine dünne Scheibe Fleisch mit Schinken ist. Hier wird der Ham mit drei Steaks und Gemüse serviert. Vor allem aber die Live Musik machen den Besuch der Trattoria unvergesslich.

Schmusesongs auf Spanisch: die Hitparade der 1970er und 1980er hoch und runter. Und dann noch unser Lied im Oldie Club mit dem fast jeder Clubabend endet: Claptons „Wonderful Tonight“ in der iberischen Version, Erste Strophe.

Toller abend

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