Freitag, 31.Januar 2025 – Riad

Morgens erst mal ausgiebig frühstücken. Ich nehme mir richtig Zeit. Mal hier, mal da naschen. Die Vielfalt am Büffet überwältigt. Nur der Kaffee im Pappbecher stört. Im Zimmer sortiere ich meine Sachen, schreibe ein wenig. Mit der Metro – es sind nur drei Stationen- mache ich mich nochmal ins Museum.

Die Station am National Museum liegt etwa 60 bis 80 Meter tief. Eine Fahrt mit den Rolltreppen nach oben gibt ein Gefühl für die Dimensionen der Anlage. Wege, Beschilderung, Ticketing sind optimal. Jeder Schnipsel Papier wird sofort aufgelesen und anders als in Offenbach oder generell in Deutschland ist der helle Bodenbelag nach ein paar Tagen nicht versifft oder mit dunklen Flecken übersät.

Das Wetter ist angenehm. Gelegenheit im Park vor dem Museum zu relaxen. Viele Familien sind im wahrsten Sinn mit Sack und Pack hierher gekommen. Es ist Freitag, also wie bei uns Sonntag. Sie essen, plauschen, die Kleinen toben. Es macht Spaß zuzuschauen. Die Lady an der Pforte der Dior-Ausstellung ist auch mit meinem Offenbacher-Hinterhof-Romeo-Charme nicht zu beeindrucken. Also streiche ich den Modedesigner und konzentriere mich, wie es sich auch in meinem Alter geziemt, auf die Frühzeit auf der Arabischen Halbinsel.

Die Ausstellung schlägt einen Bogen von der Entstehung der Erde bis zur Geburt von Mohamed. Vorweg. Was ein Glück, dass die Exponate und Tafeln hier stehen und nicht in den USA.

Hier im ultra-konservativen Saudi Arabien wird ganz ungeniert und ohne Kindersicherung die Evolution erklärt. Im Mittleren Westen, wo ich noch vor drei Monate rumgestromert bin, hätte man solch Hexenwerk schon lange auf den Scheiterhaufen geworfen.

Hier auf der Arabischen Halbinsel sind sehr frühe Spuren der Menschheit zu entdecken. Der Ursprung des Homo Sapiens liegt wohl irgendwo in Ostafrika. Die Spezies wanderte, so hab ich es mal im Fernsehen aufgeschnappt, entlang der Küste Arabiens Richtung Irak, Asien und Europa. Damals waren die Küsten noch grün und ernährten die Stämme die hier lebten. Frühe Hochkulturen entstanden zwischen Euphrat und Tigris. Davon erzählt das Museum, knüpft Zusammenhänge, beschreibt Entwicklungen. Besonders die Ausführungen zum Werdegang der Schrift faszinieren mich. Hier stehen viele bis zu mannshohe Steintafeln, auf denen unsere Vorväter und -mütter besondere Ereignisse festgehalten haben, religiöse Riten beschrieben, Buch führten über ihre wirtschaftlichen Aktivitäten aber sich auch an Poesie und Kunst ergötzten.

Modelle von Häusern oder Werkstätten veranschaulichen immer wieder die konkrete Lebenssituation der Menschen

Spät verlasse ich das Museum. Eins zwei Bilder noch

Die abendliche Rushhour.

Mit der Metro fahre ich noch zu dem kleinen Imbiss in dem ich am ersten Abend so vorzüglich gegessen habe.

Drei Stationen zurück. Packen, alles bereitlegen für die Morgentoilette, ein paar Seiten lesen. Einschlafen.

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