Lima
Nach dem Frühstück -ich kann mich immer noch begeistern- geht es erst mal zum Schneider. Eine Naht an der Hose mit den Reißverschlüssen an den Taschen (ganz wichtig) ist gerissen. Google Translator: Was heißt „Schneider“ auf spanisch: Google Maps und schon habe ich eine Näherei fast nebenan gefunden. Um neun Uhr soll er aufmachen, um halb zehn stehe ich vor dem hellblauen Haus in dem laut Foto auf google die Schneiderei beheimatet sein soll. Das Haus stimmt, nur gibt es das nur ein leeres Schaufenster. Kein Problem erklärt mir die Frau vom „Tante Emma Laden“, er sei nur auf die andere Straßenseite gezogen. Also sie in Spanisch und ich auf Englisch. Dauert zehn Minuten aber dann habe ich es kapiert. Außerdem öffne er erst um zehn. Mein Vertrauen in google ist erschüttert, aber Punkt zehn kommt der Meister und öffnet das Schloss. Er näht eigentlich Anzüge und Hemden -und die sehen ganz toll aus- aber ich könne die Hose heute gegen fünf wieder abholen. Gut dass ich in Latein manchmal aufgepasst habe und ein paar Zahlen kann.
Aber jetzt geht es los. 10.30 Uhr startet mein Hop-on Hop-off-Bus.

Auf meinem Programm steht heute die Altstadt. Das bedeutet erst mal eine Stunde Fahrt. Der Verkehr. Die Entscheidung für Südamerika ist ja relativ kurzfristig gefallen. Wenn man mich vorher gefragt hätte, wieviel Einwohner Lima habe, hätte ich 300.000 geschätzt. Es über 10 Millionen. Ihre Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Im Westen ist der Pazifik, im Osten versperren die Anden die Möglichleiten die Stadt zu erweitern.

Trotz der ständigen Prise vom Meer: die Luftqualität ist miserabel. Trotz der angespannten Flächensituation die Stadt versucht ihre Grüne Luge zu schützen. Es gibt erstaunlich viele Parks und Grünflächen. Bäume säumen die Straße.

All das hektische Treiben endet am Plaza Jose de San Martin. „Heiligkeit“ ist das Mindeste um mit seinem Namen eine Platz in Lima zu schmücken. Aber die Altstadt – UNESCO Weltkulturerbe- ist auch ein besonderer Ort. Der Bus biegt um die Ecke und man fühlt sich in einer anderen Welt. Hier finden Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Schöne Plätze, alte Villen und pompöse Paläste mit den tollen Balkone und überall Kirchen und Denkmäler satt. Am Jose de San Martin beginnt die Fußgängerzone. Naja es ist wie überall in teuren Lagen: es dominieren Modeketten und IT-Läden.

Durst. Ich suche ein kleines Café das noch nicht ganz nach Kette aussieht. Der Espresso ist köstlich und noch besser der frisch gepresste O-Saft

Dann gegenüber in eine Kirche. Es gibt hier so viele, dass das prächtige Gotteshaus noch nicht mal auf Google Maps eingezeichnet ist

Ein paar Schritte weiter hat man ein was auch immer unter einer Rotunde zu einem Kaufhaus umfunktioniert
Mittelpunkt des Historischen Quartiers ist der Plaza de Armas, auch Plaza Mayor genannt.

Eine lange Seite der riesigen Fläche säumt der Präsidentenpalast.

Nebenan die Basilika mit den vielen kleine Kapellen an den beiden Seitenschiffen. Jede hat ihren eigenen Heiligen. Unten in der Gruft liegen Bischöfe begraben. Ich wundere mich über die vielen Kindersärge.

Draußen prächtige Fassaden mit den Holzbalkons.

In den Arkaden mit den vielen Geschäften und kleinen Restaurants lässt sich gut bummeln, vor allem schützen die Bögen vor der Hitze

Die Kirche des Heilen San Franciscus wird gerade renoviert. Das Kloster das sie nebenan beherbergt, muss einen wunderbaren Kreuzgang haben.

Und da ist noch der ehemalige Bahnhof von Lima. Von hier starteten einst die Züge hinauf nach Bolivien. Heute ist der Bau ein Literaturhaus, leider verschlossen beide Funktionen hätten mich interessiert.

Solche Figuren in allen Varianten beleben das Straßenbild von Lima. Drei Stunden schlendere ich durch die Innenstadt. Es ist mir keine Sekunde langweilig. Schnell zum Schneider. Top Arbeit für nicht mal zwei Euro. Abends ein Sandwich. Mein Magen gluckert.