Lima
Lima liegt in der gleichen Zeitzone wie Panama, also keine Umstellung an Bett und Tisch. Das Frühstück im Hotel ist der Hammer. Obst, jeden Tag neue Sorten, viele Sandwich Varianten, -vor allem die Gurken – Sandwiches (die Queen lässt grüßen) haben es mir angetan, selbst gemacht Marmelade, eine Auswahl an Brot, Spiegelei frisch gebruzzelt. Kuchen und Torten in vielen Varianten.


Ich schwelge.
Nach dem Frühstück beginne ich eine kleine Stadttour. Ich wohne im Stadtteil Miraflores direkt an der Küste. Es ist das Amüsierviertel der Stadt, hier lebt die Mittelschicht. Ungezählte kleine Cafés, Restaurants, Sandwichbuden und kleine Boutiquen. Alles wirkt gepflegt. Ein sehr sicherer Stadtteil habe ich gelesen. Der Preis dafür sind Heerscharen von Security. Quasi vor jedem Eingang zwei. Überall hohe Gitter, Rolltore. Der Beamte an der Passkontrolle hatte mich gefragt, wo ich wohne: Als ich Miraflores sagte, hat er mich durchgewunken.

Ich marschiere etwa einen Kilometer zu dem zentralen Platz von Miraflores. Ein Park, ziemlich belebt und natürlich -wie überall in Lateinamerika- dominiert von einer Kirche. Um mein Seelenheil besorgt, bewege ich mich Richtung Gotteshaus. Der heimliche Grund: In Kirchen ist es meist angenehm kühl.

Es ist die Kirche Parroquia La Virgen Milagrosa direkt am Kennedy Park und ist Teil des Kulturerbes der Stadt. Die Statue der Jungfrau Maria ist mit LED angeleuchtet. Mir persönlich gefallen eher die schönen bunten Kirchenfenster.

Der Kennedy Park ist eine riesige Grüne Oase mitten in der Stadt. Hier kreuzen sich Wege, hier finden Menschen eine viertel Stunde Muse in dem hektischen Treiben. Ringsum sind Geschäfte, Cafés, Restaurants. Was mir auffällt: es laden viele Bänke zum Sitzen ein. Bei uns werden sie aus Angst das Penner sie bevölkern abgebaut. Trotzdem ist es sehr schwer einen Platz zu finden. Um die Mittagszeit -Siesta sagt man hier- herrscht Hochbetrieb. Überall sitzen Menschen aus der Nachbarschaft dicht an dicht. Schließlich gelingt es mir ein Plätzchen zu ergattern um meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Leute gucken. Aber auch ich werde beobachtet: von einer Mietz.

Auf der anschließenden Tour entdecke ich den ersten der ominösen Peru-Radwege. Was hatte ich alles in den konservativen Blättern und den rechten Hetz-Kanälen gelesen: Dumm und unnötig wird hier Geld das Geld der Deutschen Steuerzahler verbrannt. Bei uns weiß doch jedes Schulkind, der Inka steigt aufs Lama und meidet das Rad. Kaum seien die Radwege eingeweiht, vergammelten sie. Im Hotel beginne ich über das Projekt der Deutschen Entwicklungshilfe zu lesen und bin überrascht. Überrascht wie es einem mit Zahlen überforderten AfD Abgeordneten, einem journalistisch unbegabten Reiseblogger und einigen rechtsradikalen Kanälen gelingen konnte, eine Empörungsmaschinerie anzuwerfen, so anzuwerfen dass Bundesminister, Abgeordnete von CDU und FDP sowie seriöse Zeitungen wie die FAZ auf diesen Unsinn hereingefallen sind. Es ist ein gutes und durchdachtes Projekt dessen Benefits am Ende der Bundesrepublik zugute kommen.
Eigentlich wollte ich ja auch noch zur Tourismus Zentrale. Wie sooft verbarg sich aber hinter der Ankündigung auf Googlemaps ein Reisedienstleister mit ein paar Andentouren auf dem Programm. Die Anden: die hätten mich schon gereizt. Aber leider habe ich nicht nur extreme Höhenangst sondern werde gesundheitlich ab einer Höhe von 2.500 Metern außer Gefecht gesetzt. Vor zwei Jahren leidvolle Erfahrungen in den Alpen gesammelt, inklusive Krankenhaus.

Ich kiebitze noch ein Viertelstündchen beim Schach. Finde ich eine gelungene Möblierung. Und marschiere dann langsam Richtung Hotel. Nebenan hatte ich einen kleinen Kiosk für Hop-On, Hop-Off Fahrten gesehen. Das Angebot ist richtig gut. Es gibt einen Seniorentarif und drei Tage kosten nur 10 Euro mehr als ein Tag. Und in dem Preis ist, und das betont der Junge am Tresen immer wieder, eine Nachttour inkludiert. Die solle man möglichst am Samstag nutzen denn dann erwarte die Gäste eine besondere Überraschung.

Abends (Magen / Darm) schleppe ich mich zu einem Italiener nebenan. Ein paar Nudeln: hilft angeblich immer. Die waren auch ganz gut. Vielleicht hätte ich auf das Bier verzichten sollen. Vom Bett aus werfe ich noch einen letzten Blick auf Strand und Meer.

Die Steilküste ist deutlich zu erkennen.