Von Panama nach Peru
Es geht früh los. Das Frühstück muss ich mir schenken. Schade um das Obst. Mit der Metro zum Airport. Ich klemme mich hinter zwei Frauen mit Rollkoffer, die einheimisch aussehen, und vorne einsteigen.


Die kennen doch hoffentlich den Weg. Denkste: Beim Umsteigen finde ich den Anschluss schneller. Große Verwirrung am Flughafen. Die Metro endet im Nirwana. Ein Übergang zu dem Gebäude das aussieht wie ein Airport ist vermauert. Alle irren herum, stehen ratlos vor dem Bahnhof. irgendwann kommt ein Shuttle. Kann man ja wenigstens mal ein Schild hinstellen. Im Airport: Einchecken im Terminal 2, Gate im Terminal 1. Ok. So komme ich frühmorgens schon auf meine 10.000 Schritte. Ich bin früh dran, habe Hunger und gehe zu einer Sandwichbude. Wahrscheinlich ein Fehler.

Der Jet lieg wie ein Brett in der Luft. Die Zeit vergeht (oh Kalau) wie im Flug. Völlig entspannte Einreise. Ich muss mit meinem Koffer noch nicht mal zum röntgen. Draußen wartet wie gerufen der Hotelbus. Um das Gepäck kümmern sich die Jungs. Das Fahrzeug ist heftig klimatisiert. Es ist nicht so schwül wie in Panama aber ordentlich warm.
Es gibt so Städte, da fährt ,man zwei Minuten aus dem Airport oder vom Bahnhof und denkt: das ist meine Stadt. Lima ist so ein Ort. Ich fühle mich in 30 Sekunden heimisch. Komisch. Denn der Verkehr ist völlig chaotisch. Für die ersten 500 Meter brauchen wir gefühlt eine halbe Stunde. Um den Flughafen liegen eher die ärmeren Viertel. Im Bus plärrt ein Bildschirm irgendwelche Werbespots: Aber ich habe das Gefühl. Hierkommst Du durch. Über mir die majestätischen Berge der Anden, entlang der Fahrtstrecke pulsiert das Leben. Viele kleine Geschäfte, Cafes.

Die große Überraschung: Lima liegt an einer Steilküste. Der Bus fährt auf einer Schnellstraße entlang am Ufer und am Strand. Links Meer, rechts eine Wand: 80 bis 100 Meter hoch. Einige Fußwege mit vielen Serpentinen winden sich durch die Felsen. Da Linksabbiegen in dem Chaos schwierig ist: fährt der Bus immer rechts, rechts, rechts, also riesige Umwege. Aber er hält 50 Meter von meinem Hotel entfernt. Ein Best Western, eher einfach aber sauber und mit einem netten und kompetenten Staff. Mein Zimmer überrascht. Vom Bett blicke ich über die Weite des Pazifik.

Spontan fallen mir die Zeilen aus einem Song von Dave Loggins ein:
Please come to LA to live forever
A California life alone is just too hard to build
I live in a house that looks out over the ocean
And there’s some stars that fell from the sky, and livin‘ up on the hill
Please come to LA
She just said, „No, boy, won’t you come home to me?“
Ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding: Aber abends gehe ich nebenan in eine Waffelbude: Crepes mit Schoko und Banane. Irgendwie merke ich, dass mit meinem Magen etwas nicht stimmt. Der Kräutertee schmeckt fantastisch.