Donnerstag, 19. Februar 2026

Panama

Gut gefrühstückt. Ich genieße die Berge von Obst. Das bringt man so zuhause überhaupt nicht auf die Reihe. Ananas, Pfirsiche, Melonen und was weiß ich frisch geschnippelt. Da könnte ich mich reinknien. Erste Station heute der Fischmarkt. Hier ist noch richtig Aktion, keine Touri Show. I(ch schlendere durch die Halle, beobachte die Händler beim filetieren und Ausnehmen. Das macht richtig Appetit. Rund um die Markthalle ist ein Food-Court: Die Koperer mit den Speisekarten in der Hand überbieten sich mit den Anpreisungen. Eigentlich ein schönes Fleckchen zwischen Booten und Fischhalle. Aber die Warnungen in den Foren sind einhellig: Wenn Fisch dann lieber in einem der Restaurants in der Stadt. Die meisten Läden seien entweder überteuert, ziehen die Kunden ab oder liefern miese Qualität. Ein Experiment das ich heute scheue. Ich hatte gestern in er Altstadt ein schönes Lokal entdeckt, dessen Speisekarte mich anmachte und dessen Gerichte von einer Foodbloggerin empfohlen wurden.

Also ab in die benachbarte Altstadt. Erste Station das Kanalmuseum. Das Haus ist schon sehr Textlastig. Die Kuratoren haben sich wenig Gedanken über die Vermittlung gemacht. Aber wahrscheinlich ist das eh hier nur eine Anlaufstation für die Busse: in einer Stunde ist man durch. Die Klimaanlage jedenfalls ist auf Höchstleistung programmiert.

Interessant ist die Ära vor dem Kanalbau, das Spiel der Großmächte und die Dominanz der USA in ihrem Hinterhof. Da wurde halt Kolumbien, zu dessen Staatsgebiet Panama einst gehörte kurz m,al vor die Tür gesetzt. Mein Deja vu im Museum: das Leben der Amerikaner in der Kanalzone, die siebis Mitte der 1970 Jahre besetzt hatten. Die Bilder aus der PX und dem NCO Club, die Accessoires wie Baseballs, die Ami Schlitten, die Wohnungseinrichtungen und Barbecue-Nachmittage: das kennst Du doch alles. Klar aus der Kaserne in Fulda, dort in der Garnisonsstadt, wo wir Jungs aufwuchsen. Meine Eltern vermieteten an Amerikaner. Im Prinzip war es dem American way of Life egal ob er in Panama, Fulda oder Saigon gepflegt wurde. Maxwell Kaffee, Winston Zigaretten und Icecream (Strawberry, Vanille an Chokolade) waren die Begleiter meiner Jugend. Dazu all die Musik mit den Bands in den Clubs und der Kirsch Whiskey

Wenig erzählt das Museum über die Zeit von Noriega, dem Führer der Militärjunta nachdem Jimmy Carter die Kanalzone an Panama im Jahr 1977 an das Land zurückgegeben hatte. Am Ende halt wie so oft die rührenden Kinderbilder die um Peace bitten.

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