Panama
Morgens um acht Uhr im Eilmarsch zur Copa Airline. Juchhu eine der Mitarbeiterinnen spricht Englisch und ist nach dem Mardi Gras nicht mehr benebelt. Einen Passagier namens Müller findet sie nicht auf der Passagierliste für die Morgenmaschine nach San Jose. Auch die Abbuchung auf meiner Kreditkarte hat sich in Luft aufgelöst. Ich verzichte auf Costa Rica und buche für Freitag nach Lima Peru.

Auf dem Heimweg besuche ich spontan noch die Kirche der Carmen nach der auch die Metro Station in der Nähe meines Hotels benannt ist. Es ist Aschermittwoch, das riesige Gotteshaus hast voll und jeder hat wie bei uns früher in der Rhön sein Aschenkreuz.

Nachmittags fahre ich in die Altstadt.

Klappt ganz gut mit der S-Bahn und einem Minibus, der sich durch die Gassen des historischen Quartiers zwängt. Ich bin von dem Ensemble beeindruckt.

Nicht umsonst ist dieser Quadratkilometer Unesco-Weltkulturerbe. Geplant hatte ich mit dem Besuch des Kanalmuseums zu beginnen. Zum Glück sagt mir die Mitarbeiterin an der Kasse, dass man heute früher schließe. (Heringsessen am Aschermittwoch?) Mir bleibe kaum eine Stunde Zeit für den Rundgang. Einen Tag später weis ich den Rat umso mehr zu schätzen. Es ist ein sehr textlastiges Museum und noch schlimmer: weiße Schrift auf farbigem Hintergrund.


Die Kirche gegenüber hat auf. Ein Mix zwischen goldenem Prunk im Altarraum und einem eher bescheidenen Chor. Gefällt mir. Wieder draußen regnet es in Strömen. Warten unter einer Galerie bis der Guss ein Ende hat.




Ich bin angenehm überrascht: Ein Touri-Hotspot ohne die sonst üblichen Begleiterscheinungen. Keine Leuchtreklamen, keine herausgebrochenen riesigen Schaufenster, die sonst üblichen Verdächtigen wie Mc Doof, Subway oder Starbucks geben sich dezent.

Keine endlosen T-Shirt Stände sondern viele Fachgeschäfte, die zumindest den Anschein erwecken, sie verkaufen hochwertige Produkte. Viele Cafes und Restaurants die zumindest von außen den Anschein erwecken als sei hier die Zeit um das Jahr 1910 stehen geblieben.

Abends Hotel. Ein Bier. Lesen. Daniel Marwecki: Die Welt nach dem Westen. Eine interessante Analyse, die mich so schon lange beschäftigt. Völker und Kulturen kommen und gehen. In einer multipolaren Welt verliert der Westen, der über mehrere Jahrhunderte die Welt dominierte an Bedeutung. Marwecki beschäftigt sich mit dem Abstiegsmanagement. Im Prinzip: In Würde alt werden und sterben.