Panama

Morgens High Noon im Frühstücksraum. Eine größere Reisegruppe belebt das Geschäft. Das Buffett steht auf mehreren Tischen verteilt, das System ist etwas unorthodox. Die Aushilfen haben auch wenig Erfahrung. Zweimal hole ich mir was nach, beide Male ist mein Tisch mit all den schönen Sachen auf dem Teller abgeräumt.

Ich bin früh dran, denn ich will klären, ob mein Flug nach San Jose in Costa Rica gebucht ist oder nicht. 800 Meter. Es ist schon ordentlich schwül. Dumm: Das Büro ist zu. Rosenmontag ist frei, so interpretiere ich den Zettel an der Scheibe und Dienstag als Zugabe zum Ausruhen auch nochmal niemand da. Auf Kommunikation über irgendeine KI mit Air Copa am Laptop habe ich keine Lust. Also Warten. Risiko. Weiter geht´s zum Hop On Hop off-Kiosk.

Ich mache in fremden Städten gerne zu Anfang eine Rundfahrt um eine Gesamtschau zu haben. Hier ist es ideal. Es gibt ein 48-Stunden Ticket für Senioren das nur etwa fünf Euro mehr als eine Tagestour kostet. Zurück ins Hotel. Noch ein wenig pennen, lesen.

Um 2 pm mittags startet die letzte Fahrt. Drei Stunden Dauer. An beiden Tagen werden aber wegen Mardi gras die Altstadt und der Fischmarkt ausgespart. So schrecklich viele Attraktionen hat die Stadt aber sonst nicht. Also hier ne Volksschule, da übt der Kirchenchor und natürlich Bank neben Bank. So viele Geldinstitute auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen. Ein Gebäude prächtiger als das andere. Kein ausladender Protz aber die Finanz-Mogule dokumentieren dezent selbstbewusst ihre Bedeutung. Morgens begegnete mir schon ein Porsche mit Frankfurter Nummernschild, der in die Tiefgarage eines der opulentesten Gebäude fährt, ehrfürchtig begrüßt von einem livrierten Lakeien.
Panama: das ist der Kanal. Das Land war lange zweigeteilt. Die Kanalzone, einem Streifen links und rechts neben der Wasserstraße verwalteten und beherrschte die USA und im Rest lebten die Einheimischen, die als Hilfskräfte für Seefahrt schufteten.

Vom Kanal sehe ich leider nur einen Moment das Wasser, aber der Bus hält an einer Schleuse nebst riesigem Besucherzentrum. Da werde ich morgen Station machen. Ansonsten sehe ich Container satt. Es gibt eine Bahnlinie entlang der Wasserstraße. Möglicherweise werden die Container von Jumbo-Tankern, die nicht nur Kanal passen, per Bahn vom Ozean zum Pazifik transportiert.
Auf der Rückfahrt passieren wir eine Elendssiedlung. Puh. Vor allem: Es fehlen bei vielen Wohnungen in den Gebäude die wie Fischstäbchen in der Frosta-XXL-Packung dicht gedrängt stehen, Klimaanlagen. Nur vereinzelt sind Ventilatoren zu sehen. Ich stelle mir das Leben in den winzigen Appartements mit fünf oder sechs Personen grausam vor. Abgesehen von dem Dreck und dem Müll in den Gassen ringsum.

Abends lande ich bei einem Inder nebenan. Irgendwas was ich nicht kannte mit Teig und viel Füllung. Es war köstlich. Ein Bier noch auf der Terrasse vor dem Hotel, drei vier Maybe Tomorrow zu einer der Mädels die sich meinem Tisch nähern. Und ab ins Bett. Schlafen.