Samstag, 3. Nov. 2018

Darjeeling 

Ruhetag. Nicht ganz.

Es ist ganz schön kalt hier oben. Dank doppelter Decke habe ich gut geschlafen.  Und der Ausblick aus dem Zimmer ist auch nicht zu verachten.

oznor

Die Villa ist im englischen  Stil erbaut, innen sehr edel. Das Breakfast very british. Gedämpfte Musik. Der Manager spielt in seiner Freizeit live auf der Gitarre. Richtig gut.

cof

Ich mache mich auf Richtung Bahnhof. Mein Plan: Eine Fahrt mit dem Dampfzug bis Ghum. Die Strecke  ins etwa sieben Kilometer entfernte Nachbarstädtchen ist der touristische Kern der Darjeelingbahn.

Zu Fuß vorbei am einem Zeichen britischer Kolonialzeit, der Clocktower.

sdr

Für den Bahnhof bleibt in der engen Bergstadt kaum Platz. Zwischen dem Lokschuppen und dem Stationsgebäude  verläuft die Hauptverkehrsstraße. Verkehrschaos, wenn die Maschinen bereitgestellt werden und auf dem Fahrweg rangieren müssen. Abends sind die Schienen dann voll belegt mit Wagen. Da bleibt buchstäblich kein Meter Platz mehr..

sdr

Die Mannschaft muss die Dampfrösser unter einfachsten Bedingungen im offenen Schuppen ohne Hebebühne und Kräne  jeden Tag aufs neu fit machen. Acht Fahrten werden hier täglich angeboten.

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Meine Garnitur wird bereitgestellt.

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Es ist so eine Art Gläsener Zug, große Fenster  für eine gute Aussicht. Los geht’s durch die engen Gassen.

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Aussicht auf Darjeeling

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Zwischenhalt am Loop. Hier hat die Strecke die Form einer Spirale und gewinnt so auf einer ganz kleinen Fläche zehn Höhenmeter..

cof

Zeit zum Kohle fassen.

Weiter nach Ghum durch enge Straßen

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Fast durch die Wohnzimmer…

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…und Läden

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Einfahrt in den Bahnhof, man beachte den Briefkasten.

sdr

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Ankunft und Umsetzen in Ghum

sdr

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Ein Dieselzug hat ebenfalls Touristen gebracht. Jetzt warten beide auf Ausfahrt.

cof

Zeit für eine Erfrischung für den Lokführer und für die Fahrgäste um den Streckenverlauf auf dem Plan zu bewundern……

 

cof

 

…. historische Relikte zu betrachten…

 

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…. manch Kleinod zu entdecken, das von vergangenem Glanz  des Empire auch im entferntesten Winkel der Welt zeugt….

sdr

sdr

…. und Tafeln anzuschauen die an das Können  der Ingenieure und die Mühen der Arbeiter erinnern…

 

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…und um einen Blick auf eine Garnitur von 1890 zu werfen. Wie hat diese Lok einst  die extremen Steigungen geschafft?

sdr

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Rückfahrt: Hey. Auf den Gleisen parken geht schon mal überhaupt nicht.

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Gibt es denn hier kein Überholverbot

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Zurück in Darjeeling, ein Bummel über den Markt und durch die Altstadt.

cof

Abends tibetisch Essen. Drei Sorten Fleisch mit Nudeln in einer Brühe. spicy.

cof

Später nochmal Loks bei Nacht knipsen.

mde

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Freitag, 2. Nov. 2018

Von New Jalpaiguri nach Darjeeling

Die Schmalspurbahn von New Jalpaiguri nach Darjeeling hat unter Eisenbahnverrückten Kultstatus. 600 Millimeter Spurbreite ist die untere Grenze, um  im öffentlichen Verkehr  Fahrgäste sicher zu befördern. Weniger geht eigentlich nur bei Park- und Gartenbahnen auf ebenem Gelände. Die Darjeeling Bahn, 79 Kilometer lang, schraubt sich mit dieser minimalen Spurweite quasi von der Meereshöhe ins Gebirge auf 2.100 Meter. Die UNESCO hat die Strecke zum Weltkulturerbe erklärt.

Auschecken aus dem Hotel. Mein bereits bezahltes Frühstück beschränkt sich auf eine Tasse Kaffee von gegenüber, mehr konnte der Besitzer nicht auftreiben. Tuk Tuk zum Bahnhof. Der Driver will gerade mal zehn Prozent von dem, was gestern mein Schwarzfahrer verlangt hat.

sdr

 

Es ist kurz vor acht. Gegen 8.30 Uhr soll der Joy Train, so sein indischer Kosename, auf die Reise gehen. Ein paar einheimische Touristen warten mit mir am Bahnsteig. Kein Zug zu sehen. Es wird halb neun, neun, 9.15 Uh. So langsam werde ich nervös.

oznor

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Die vielen Breitspurloks, die rangieren, sind sicher ein schönes Motiv sein, aber um sie zu knipsen bin ich nicht hier.

Ich beginne ein Gespräch mit einer indischen Familie. Mittleres Alter, zwei Kinder, Teenager noch. Er in der Stahlbranche, sicher wohlhabend, denn der Toy-Train ist für hiesige Verhältnisse sehr teuer. Man muss in Indien Geduld haben, bedeutet mir der Vater, aber irgendwann schwindet auch seine Gelassenheit . Es gibt weder eine Ansage noch ist Personal vor Ort. Schließlich macht sich der Inder Richtung Schalterhalle auf und kehrt mit der freudigen Nachricht zurück, „ein  Zug wird kommen“.

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Tatsächlich, gegen 10 Uhr taucht die Garnitur am Horizont auf, eine Lok und drei blaue Wagen, echt  ein Spielzeugzug . Das Depot ist etwa fünf Kilometer entfernt. Die Dieselmaschine  koppelt ab, um sich in Fahrtrichtung an das andere Ende des Zuges zu setzen. Kurz hinter der Weiche stoppt der Lokführer  in 100 Meter Entfernung. Der Tank ist leer. Macht eine weitere halbe Stunde Verspätung.

Endlich Abfahrt mit zwei Stunden plus. In die drei Anhänger passen  etwa 20 Passagiere. Sie  sind  nur halbvoll besetzt. Die Sitze sind bequem, die Scheiben lassen sich zurückschieben, also beste Fotomöglichkeiten.

Auch in der Ebene ist die Schmalspurbahn nur 30 Kilometer pro Stunde schnell. Mehr ist auf den schmalen Gleise nicht möglich.  Es geht wider vorbei an endlosen Slums.

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Zehn Minuten später  eine neue Zwangspause. An einer Brücke teilen sich die Schmalspurbahn und die regulären Züge die Trasse. Auf dem Überweg ist eine Lok hängengeblieben. Wir können nicht passieren. Plus 45 Minuten. dav dav

Warten, Fotos machen, den Einheimischen, die neben den Schienen einen Markt aufgebaut haben, zu schauen.

In Siliguri ist der erste Halt. Der Bahnhof ist quasi die Talstation. Hier ist ein  Depot. An den Wänden wird eindrucksvoll die Geschichte der Darjeeling Linie dokumentiert.

cof

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Um das Jahr 1880 gebaut als eine Art Straßenbahn folgt die Linie der Asphalttrasse auf der gesamten Länge. Jede Kurve, jede Steigung wird exakt nachvollzogen. Oft kreuzen sich der Weg und Bahn im  Zickzack, manchmal auf 100 Meter zweimal, ohne Andeaskreuze.

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Unterwegs ein kleiner Ziegenstall

Nach etwa zehn Kilometer beginnt mit dem Regenwald die Steigung. Die Anstrengung des Motors ist deutlich zu vernehmen. Es wird laut und es riecht nach Diesel.

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Der Lokführer tankt für sich an einer Quelle Waser nach, kleiner Stopp

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Der Zug nutzt jede Biegung, jedes Seitental um an Höhe zu gewinnen. Ortschaften und Hügel werden um 360 Grad  umrundet. Dort wo der Platz fehlt, rangiert die kleine Bahn via Sitzkehren bergan. Zweimal gar schraubt sich die Strecke via eines Loops nach oben. Eine einmalige Ingenieursleistung. Das Projekt sollte wenig kosten. Deshalb gibt es keine Tunnel und kaum Brücken.

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Fast ununterbrochen ertönt das Signalhorn, laut, überhaupt nicht Toy-train like. An Bord  und an in den Bahnhöfen übersteigt die Menge der Bahnbediensteten die Zahl der Passagiere. In meinem Wagen sind  ein Schaffner, der Zugführer, der Bremser und ein Signalmann, der darüber wacht, dass beim Rückwärtsfahren an den Spitzkehren die Gleise frei sind. Außerdem deutet  er an Stationen dem Lokführer „Freie Fahrt“. Dazu kommen noch die Weichensteller an der Spitzkehren und an den fünf oder sechs besetzten Unterwegsbahnhöfen sind jeweils drei bis vier Bedienstete zu sehen. Die gesamte Strecke wird pro Tag und Richtung nur von einer Garnitur genutzt. Nur zwischen der Bergstation Darjeeling und dem 7 Kilometer entfernten Ghum herrscht ein nennenswerter touristischer Verkehr mit Dampfloks.

sdr

Man muss ich zu helfen wissen: Ein heißer Kühler wird mit Kaltwasser abgespritzt.

sdr

Der Gegenzug

Die Mittagspause in Tindharia auf halber Höhe  fällt aus. Zu üppig ist die Verspätung. Das Essen war an dem kleinen Bahnhofskiosk schon bestellt. So bleibt nur Zeit für einen Tee und ein paar Bilder von dem Gegenzug. Ein Güterschuppen und ein großer Lokschuppen zeugen noch von der einst großen Bedeutung der Linie für die Menschen hier.

 

sdr

Der Zug gewinnt deutlich an Höhe. Ich kann unseren Weg drunten aus dem  Tal 1.000 Meter tiefer gut nachvollziehen. Die Trasse ist gut zu erkennen.  Die wenigen Zwischenstationen nutze ich für ein Foto.

sdr

Lok und Autos liefern sich manch Wettrennen in den engen Kurven. Zur Vergrößerung des Radius pendelt die Bahn immer wieder links und rechts der Fahrbahn.

sdr

Und dann plötzlich beginnt es in einem Seitental zu tröpfeln. Eine Wolke hat sich hier festgesetzt. Kein Monsun, aber ein kräftiger Landregen. Die Trödelei vom Morgen rächt sich. Eine halbe Stunde früher hätte der Mannschaft viel Arbeit erspart. Die Räder der Lok drehen durch. Es fehlt die Haftung. Und offenbar haben die Dispatcher auf die falsche Maschine gesetzt. Der Sandstreuer ist defekt. Die ganze Mannschaft muss neben der schleudernden Eisenbahn herlaufen, sich aus einem Sack im ersten Wagen mit Sand versorgen und ihn mit der Hand  auf die Gleise streuen. Eine halbe Stunde im Schritttempo. Zum Glück trocknen die Schienen schnell ab. Bald kann es mit geschätztem Tempo 20 weitergehen.

 

Die Darjeeling-Bahn verkehrt erst wieder seit dem 8. Oktober 2018. Der Grund: ein Bergrutsch  hat Teile der Trasse zerstört. Es drohte das Aus. Es ist wohl gelungen, die Erosion noch einmal zu stabilisieren. Wird  sich die Situation weiter verschlimmern, dann sind auch ganze Dörfer bedroht, die am Abhang quasi auf Kante stehen.

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Kurseong ist die letzte Station, die wir im Hellen erreichen. Der Ort am Berghang bietet kaum Platz für die Eisenbahn. Der Zug muss rückwärst aus dem Bahnhof ausfahren, um in die nächste Straße abbiegen zu können. Zwischen den Häusern und den Geschäften bleibt kaum ein halber Meter. Und auch der Podest des Schutzmannes kann im Notfall weggerollt werden.

cof

In Ghum noch ein Foto des Bahnsteigs, der den alten Glanz erahnen lässt.

mde

Wenig später Darjeeling mit fünf Stunden  Verspätung erreicht. Die Lok darf ausruhen. Das Hotel ist zwar nur 100 Meter entfernt. Ich nehme dennoch in Taxi, denn die Meter sind Höhenmeter. Auf der Straße sind es dann 1,8 Kilometer auf schmalen Serpentinen.

mde

Mein Zimmer überrascht mich positiv. Ein Schmuckstück. Und trotz später Stunde, die Küche hat noch auf. Es schmeckt. Einziger Wehrmutstropfen, im wahrsten Sinn. Es gibt keine  Alkohol.

 

 

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Donnerstag 1. Nov. 2018

New Jalpaiguri

Um 5 Uhr morgens klingelt im Liegewagenabteil der Handywecker der Inderin. Anschließend rufen Mann, Sohn, Tochter, Oma, Opa und was weiß ich noch wer an, um zu sagen, „bitte aufstehen, nächste Station aussteigen“. Mit ihr packt auch einer der Studenten, beide haben wohl das gleiche Ziel. Nach dem  übernächsten Halt bin ich alleine im Abteil. Zeit noch einmal richtig auszuschlafen. Wach werde ich gegen 8 Uhr als der Schaffner nach den Frühstückswünschen fragt. Jam, Butter, Toast and black Coffee und bitte einen Tetrapack von dem pappsüßen Orangensaft. Ist wahrscheinlich schädlich, kann aber süchtig machen.

sdr

Das leere Abteil, die Decken stammen von meinen Mitreisenden.

Mit lesen, rätseln und Fenster gucken verbringe ich den Vormittag. Links und rechts der Scheiben flaches Land bis zum Horizont. Auf den Äckern verrichten die Bauern ihr Tagwerk. Getreide, Reis und Weiden. Die Gehöfte wirken einfach, nur wenige schmucke Gebäude bringen Abwechslung.

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naja, durch schmutzige Scheiben knipsen, schwierig

Der Zug hält nur in großen Städten. Die Bahnsteige sind überfüllt. Viele Menschen scheinen dauerhaft hier zu leben. Manchmal stehen Zelte zwischen den Wartenden. Und immer wieder das gleiche Bild. Entlang der Trasse liegt der Müll oft meterhoch. Hütten aus Blech, Lumpen und Papier.

sdr

sdr

Gegen 15 Uhr komme ich nach fast einem Tag im Zug mit einer Stunde Verspätung in New Jalpaiguri, einem Vorort von Siliguri oder besser, der Bahnhof der Großstadt, an. Morgen früh startet hier der Toy Train  in die Berge nach  Darjeeling. Der übliche Stress mit der Tuk Tuk Mafia. Mein Hotel liegt etwa 800 Meter vom Bahnhof entfernt. Der Fahrer fordert einen  Preis der deutlich über den deutschen Taxi-Tarif liegt. Wir einigen uns auf ein Drittel, immer noch viel zu viel, aber ich will möglichst schnell in meine Herberge. Ich frage meinen  Kutscher, ob er das Hotel kenne. Zur Sicherheit zeige ich ihm nochmal die Adresse auf dem Handy. „No Problem Sir“.

Los geht`s, jedenfalls 100 Meter bis zum Zufahrtstor. Mein Chauffeur hat offenbar keine Lizenz, ist also quasi ein Schwarzfahrer. Und seine Kollegen wollen sich das Geschäft nicht wegschnappen lassen. Ich habe Angst, dass die  lautstarke Unterredung in einer Keilerei endet. Nach zehn Minuten dürfen wir weiterziehen. Ja und dann beginnt die Rundreise, vorbei an allen Hotels von New Jalpaiguri. Ich schüttele immer nur den Kopf. „G.D. Hotel“ heißt meine Unterkunft und nicht Bagwan, Himalaya oder sonst wie. „You have told me, that you know this Hotel“ spotte ich. Beim fünften Versuch klappt es dann endlich.

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Basic, aber wenigstens außen bunt

Die Herberge ist sehr einfach, aber sauber. Die Klimaanlage ist hinter einer Ecke versteckt, sie bläst also nicht voll aufs Bett, ein Brett ohne Matratze.  Ich schlafe ein wenig und danach gehe ich Stadt entdecken. Der Mann an der Rezeption hat einen Kumpel organisiert, der mir erklären soll, wie ich in drei Tagen von hier nach Kathmandu komme. Sein Wissen beschränkt sich darauf, dass er mich für 500 Euro dorthin chauffieren könne. Ansonsten habe ich mehr gewusst.

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Es ist dunkel, einmal die Hauptstraße hoch und runter. Viel ist hier wirklich nicht zu entdecken. Ich lasse mich auf ein ganz einfaches Restaurant im Souterrain ein, ein guter Entschluss.

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Das Kartoffelcurry mit Reis  ist gut. Und es gibt Bier, nicht offiziell. Der Laden hat keine Linzens. Der Boy holt eine o,75 Liter Flasche. Ich muss mich in die hinterste Ecke setzen, erhalte einen Zinngefäß, in das ein Plastikbecher passt und muss die Flasche unauffällig auf den Fußboden stellen.

 

 

 

 

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Mittwoch, 31. Okt. 2018

New Delhi – New Jalpaiguri

New Jalpaiguri ist Ausgangspunkt der Darjeelingbahn, eine der berühmtesten Bahnlinien dieser Welt, Weltkulturerbe. Aber bis dorthin liegen 21 Stunden Zugfahrt vor mir, im Schlafwagen auf indischer Breitspur,  quer durch das Land, von West nach Ost.

oznor

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Am Vormittags ist noch Zeit für einen  Stadtspaziergang. Mich zieht es in das weitläufige und großzügig angelegte Parlamentsviertel. Zentrale Achse ist eine Allee, vielleicht drei Kilometer lang, links und rechts gesäumt von einer breiten Grünanlage mit Wasserläufen. Sie  reicht vom Indien-Tor, das an den arc de Triomphe erinnert,  bis zum Regierungssitz. Reichlich Gelegenheit in Ruhe auf einer Parkbank zu sitzen, um  zu lesen.

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Mit dem Bus zurück zur Stadtmitte. Habe mich einfach darauf verlassen, dass er auf der  langen Straße immer geradeaus fährt. Kurz entschlossen zu Mc Doof. Vor einer so langen Zugfahrt möchte ich beim Essen auf der sicheren Seite sein.

Auwaia. In Indien gibt es keinen Bic Mac. Klar. Die Kuh ist heilig. Habe mich  in meinem Leben in einer Hamburgerbude noch nie an Chicken versucht. Muss gestehen, die Hühner schmecken hier ganz ordentlich.

Zum Hotel. Gepäck aus dem Cloakroom, in der Lobby ein wenig gelesen. Gegen 15 Uhr mit dem Tuk Tuk die 500 Meter zum Bahnhof. Rucksack durchleuchten lassen, abgetastet werden. Um 16.10 Uhr soll der Zug abfahren. Ich stehe auf Gleis 1 an der Bahnhofshalle und die Leuchttafel sagt mir „Gleis 16“. 50 Stufen hoch, 200 Meter auf der Brücke quer über das  riesige Gleisfeld laufen, Treppen runter. Zum Glück: Mein Waggon steht direkt vor dem Abgang.

sdr

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Wir sind vier Leute im Abteil, noch eine Inderin und zwei junge Burschen. Alle müssen der Mittelklasse angehören, denn der Tarif für Liegewagen ist für indische Verhältnisse hoch (für uns nicht mal Portokasse). Kaum sind wir abgefahren, gibt es vom Schlafwagenschaffner reichlich Wasser, Tee und einen kleinen Imbiss, ziemlich  süß.

Vom Abendessen nehme ich nur die Suppe. Mir hängt der verdorbene Magen von Ute und mir nach einem Essen in einem vietnamesischen Zug immer noch nach. Die Jungs arbeiten bis spät am Computer (Studenten wahrscheinlich), die Inderin schläft und ich schmökere noch ein wenig im Tolino, in  einem  Buch über die Weimarer Republik.

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Dienstag, 30. Okt. 2018

Kalka – New Delhi

Aus dem Westen Richtung  Darjeeling, an den östlichen Rand des Himalaya, führt der Weg fast zwangsläufig wieder  über New Delhi. Eine Zugfahrt entlang des Gebirges wäre zu zeitaufwändig. Ich muss früh aufstehen. Tagsüber gibt es von Kalka nur eine Verbindung Richtung Hauptstadt, der IC um 6.15 Uhr. Mein Hotel liegt etwa 500 Meter vom Bahnhof entfernt. Blöde Distanz. Zum Laufen mit Rucksack (und defektem Rücken) eigentlich nicht nah genug , für ein Taxi nicht weit genug entfernt.

mde

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Als ich um 5.30 Uhr losmarschiere öffnen die ersten Läden. Ich muss aufpassen, nicht auf Menschen zu treten, die auf dem Bürgersteig schlafen. Der Zug steht schon bereit, mein Chair-Car 1 Klasse hängt  natürlich wieder direkt hinter der Lok. Macht Mindestens 400 Extraschritte. Der Wagen hat IC Komfort. Drei Schaffner pro Waggon kümmern sich um die Fahrgäste.

cof

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Es gibt eine kostenlose Zeitung (der geplante Rücktritt von Angie wird auf der Titelseite gemeldet) und  -viel wichtiger- ein reichhaltiges und leckeres Dreigang-Frühstück, allerdings mit einer Plastikorgie als Dreingab . Ich habe für die 200 Kilometer keine 10 Euro gezahlt und dann noch Verpflegung. Das ist ordentlich.

sdr

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Das Hotel, das mir vor einer Woche in Delhi  so gut gefallen hat, ist ausgebucht. Also nehme ich das Nachbarhaus. Naja. Aber für eine Nacht reicht es, basic aber sauber und preiswert auf jeden Fall. Nur beim Bier zocken sie wirklich.

Zunächst mal zur Apotheke, die zweite Ladung Serum gegen Cholera schlucken. Meine Quittung wird, wie in Indien üblich- von Hand zu Hand -vier Hierarchien hoch- und weitergereicht, zwischen Chef und Sohn ein Moment der Diskussion und dann der Griff in den Kühlschrank und da ist sie ja, die kleine Ampulle. Auch sie wandert wieder über eine Distanz von 1,50  Meter durch vier Hände zu mir und in dem kleinen Beutel klebt tatsächlich mein Namensschild mit meiner Unterschrift. Ich nicke heftig und wir lachen.

Draußen ein Moment des Zögerns und schon steht er wieder vor mir, der Schlepper vom letzten Mal vor zwei Wochen, der unbedingt wissen möchte, woher ich komme und wohin ich möchte und unbedingt helfen möchte, alles sei sehr einfach, in der Seitenstraße sei eine Tourist Info, da gebe es Free Maps (und wahrscheinlich überteuerte Touren).

Mein Ziel heute ist der Quatab Minar Komplex. Er ist Zeugnis für das muslimische Indien. Bereits um das Jahr 1200 entstand hier die erste Moschee. Ihr prachtvoller, reich verzierter Steinturm ist noch erhalten. Er ist mit 72 Metern das höchste Minarett. Eine beeindruckende Anlage, deren weitläufiger Park eine Oase der Ruhe inmitten der hektischen Großstadt ist.

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Die Tuk Tuk Fahrer im Quartier rund um die Moschee sind besonders hartnäckig und aggressiv. 500 Rupien  als erstes Angebot rief ein Schlepper bei der Hinfahrt an der Metro auf.  Als er mir immer dichter auf die Pele rückte, ging ich ans Ende der Tuk-Tuk-Schlange. und zahlte  50 Rupien.

Und dazu das besondere Erlebnis auf der Rückfahrt. Schockierend, auch weil sich Indien demokratischen Standards verpflichtet fühlt. Ein Polizist knöpfte sich am Ausgang einen sicher  besonders aggressiven Schlepper vor. Das Rezept des Ordnungshüters:  Prügelstrafe. Der hat den armen Menschen buchstäblich windelweich gehauen, wie in den fünfziger Jahren bei uns in der Volksschule. Allerdings in diesem Augenblick sanken die Fahrpreise für Touristen drastisch. Für den Kilometer zurück forderte der Driver 20 Rupies. Ich gab dennoch die 50, das sind vielleicht 70 Cent. Die müssen hier für wenig Geld hart arbeiten.

mde

mde

Essen in meinem Lieblingsrestaurant auf der Dachterrasse. Ein Kartoffel-Curry mit Reis. Spicy und richtig gut. Danach noch ein Bier im Hotel und packen.

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Montag, 29. Okt. 2018

Shimlar-Kalka

Heute geht es wieder runter von 2.000 Metern Höhe hinab auf rund 700. Dem Hotel weine ich keine Träne nach. Höchstens den Affen vor meine Fenster. Ich ergattere das letzte First Class Ticket für die sechsstündige Fahrt. Die Bandscheiben jubeln dankbar. Eine Flasche Wasser am Bahnsteig. Kekse habe ich noch reichlich. Um 10.40 Uhr geht es los. Window- Platz auf der Talseite. Gelegenheit nochmal richtig zu fotografieren, aber ich werde auch ein wenig schlafen.

sdr

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Mein Express  steht abfahrbereit. Aber zunächst muss der Gegenzug abgewartet werden.

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cof Über 1.000 Brücken musst Du gehen.

 

 

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Halt im Nirgendwo

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Nach zwei Stunden kreiseln um  zwei Berge ein letzter Blick auf Shimla

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Unterwegs Essen fassen

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Einer von 100 Tunneln

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Ankunft in Kalka

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Ende einer schönen Fahrt

In Kalka ein Schreck, ich habe vergessen, meine  Hoteladresse in diesem trostlosen Kaff aufzuschreiben. Das Haus  soll gegenüber dem Bahnhof liegen, nur da gibt es weit und breit kein Gebäude.

Ein erster Versuch in einer Herberge 250 Meter entfernt.  Die Jungs an der Rezeption verstehen kein Wort. Hektische Anrufe. Aber schon der Eingang wirkt völlig versifft. Kein Grund zu bleiben. Zurück am Bahnhof umringt mich die Taxifahrerschar. Einer ist besonders hilfreich. Per Bluetooth loge ich mich in sein Handy ein und tatsächlich, ich finde das Hotel. Das Haus liegt  nicht wie auf der booking.com Karte unmittelbar am Bahnhof sondern etwa einen halben Kilometer entfernt. Der Typ  bringt mich auf seinem Motorrad hin.

Das Haus ist besser als gedacht. Ein Sikh, der viel scherzt, managt den Laden. Ich muss nochmal zum Bahnhof, Tickets für morgen holen. Das ist hier ein Akt. Eine Seite Fragen ausfüllen. nein ich bin nicht schwanger, nein ich bin nicht kriminell und was weiß ich. Visum-Nummer, Heimatadresse, Telefon in Mülheim. Dauernd drängt sich jemand dazwischen.  Aber irgendwann habe ich meine Karte.

Essen in einem Family-Restaurant für zwei Euro inklusive Getränke. Der Hotelbesitzer besorgt mir noch zwei Bier. Alles ok.

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Sonntag, 28. Okt. 2018

Shimla

Shimla ist Endpunkt einer der berühmtesten Eisenbahnlinien auf unserem Globus. Weltkulturerbe. Um das Jahr 1900 erbaut, steigt die Strecke auf circa 100 Kilometern Kurve um Kurve von 600 Meter auf über 2.000 Meter. In den Zügen wollten einst die britischen Kolonialherren im Sommer rasch dem Glutofen Delhi entfliehen. Die Ingenieure nutzten jedes Seitental um Höhe zu gewinnen. 102 Tunnel, über 1.000 Brücken machen die Shimla-Bahn zu einem Meisterwerk der Baukunst.

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Schlecht geschlafen. Es ist kalt hier oben und es zieht gnadenlos durch die Fenstern. Vom versifften Vordach schauen mir Affen bei der Morgentoilette zu. Kleines, ganz bescheidenes Frühstück. Auf zum Bahnhof. Heute will ich circa 50 Kilometer ins Tal fahren und mit dem Gegenzug zurück. 3 Klasse, beim Volk, ohne Gepäck, um die Hände für die Fotos frei zu haben. Die schmalen Wagen sind bis zum Bersten gefüllt. Vier Sitze auf 700 mm Schmalspur ist nichts für normalwüchsige Europäer. Blöder noch. Kein Fensterplatz.  Über drei Stunden brauche ich für die 50 Kilometer. Plärrende Kinder, dazu eine plärrende Bluethooth-Box. Aber: das ist auch, was mir gefällt. Einfach nur schauen wie die Leute hier so drauf sind.

In irgendeinem Kaff steige ich nach Gefühl aus. Halbe Stunden warten, dann wieder zurück. Denkste. Der Gegenzug hat 90 Minuten Verspätung. Also eine Bank suchen. Mist. Nix zu lesen dabei.

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Gegenüber beobachte ich ein mächtiges Tier. Offenbar ist das in Indien mit den heiligen Kühen nicht so einfach. Es gibt auch Stiere. Als dieses  besonders prächtige Exemplar auftaucht, fliehen alt und jung von der anderen Gleisseite.

Ich knips ein paar Details am Bahnsteig. Alles wirkt sehr gepflegt.

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Ein Gegenzug

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Endlich kommt mein Train. Ich muss nachlösen, weil ich im falschen Wagen sitze. Das Geschreibsel kann man ja auch nicht lesen. Dafür habe ich aber einen Fensterplatz.

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Zum Ende der Fahrt noch eine Begegnung der besonderen Art: Ein Railcar.

Drei Stunden zurück in Shilma ist es schon dunkel. Bundesliga und Kreisliga A checken. Espanol hat verloren. Den Kickers nutzt der Sieg auch wenig. Einmal durch die Altstadtgassen streifen. Das Leben hier ist nicht einfach: Treppauf, treppab auf 2.000 Metern Höhe. Das kostet Puste.

 

Kein Bock mehr auf Abendessen. Mit Ute lange geskypt. Hessenwahl auf dem Handy geschaut. Bedient.

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Samstag, 27. Okt. 2018

Palampur – Shimla

Der nächste große Sprung. Etwa 300 Kilometer im Bus auf halber Höhe der ersten Berglinie des Himalaya. Ein Katzensprung? Bei uns. Projektierte Fahrzeit mit dem Bus 10 Stunden. Es sollten 12 plus werden.

Ein hoteleigener Wagen fährt mich zum Terminal. Ticket in der Tasche. Der Fahrer zeigt mir das Gefährt nach Shimla und der Schaffner nickt. Die Hinweisschilder alle in Hindu. Nix verstehe. Kaum drei Minuten später geht es los. Viel zu früh. Aber ok und ganz stolz denke ich: Wieder gut gemacht. Der Dämpfer folgt auf dem Fuße. Als der Schaffner meine Fahrkarte sieht, schüttelt er sein Haupt. Sie  sei in diesem Bus nicht gültig. Andere Gesellschaft. Zum Glück: Das Gefährt dreht eine Runde durch den Ort. Am Marktplatz wirft der Fahrer  mich raus und deutet in eine  Richtung: dort sei Busbahnhof: Der ist freilich 800 Meter entfernt, Rucksack, Handbag  und keine 15 Minuten Zeit mehr. Zum Glück hält ein Tuk Tuk. der Preis ist egal, auch wenn der hinterher denkt, wieder einen abgezockt.

Es ist wieder ein alter Bus. Fast leer und es geht in die Serpentinen. Die Straße ist kaum Wagenbreit, manchmal schaue ich ein paar hundert Meter in die Tiefe, oft fehlen die Randsteine. Kurve folgt auf Kurve, bergan, bergab. Ich versuche mich eine Weile am Kreuzworträtsel. Keine Chance.

Plötzlich ein lauter Knall und ein lautes Pfffft. Der Reifen rechts vorne ist geplatzt. Das war es für heute, mein erster Gedanke.

oznor

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sdr

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Weit gefehlt. Ich lerne das Improvisationstalent der Inder kennen. Ein Anruf, fünf Minuten später erscheint ein Roller mit zwei Mann Besatzung, so eine Art bengalischer ADAC. Etwa alle fünf Kilometer arbeitet ein Reifendienst. Das Geschäft scheint sich zu lohnen.

Der Fahrer steuert das defekte Rad auf einen Stein, damit der kleine Wagenheber einen  geringeren Hubweg hat. Auf dem Dach liegt ein Ersatzslick. Profil braucht es hier keines. Es regnet eh selten. Mit einem Seil wird das schwere Teil hinabgelassen, mit einem Hebel der geplatzte Reifen „abgestemmt“, vier Mann wuchten den Ersatzpneu auf die Schrauben, einfach schräg stellen, Hammer benutzen, klappt.

Mit dem defekten  Rad  auf dem Mittelgang geht es in der Werkstatt der „Zwei“.  Ein Raum in einem Doppelhaus  am Straßenrand. Wichtigstes  Hilfsmittel: ein Kompressor. Hier ist mächtig Betrieb. Drei LKWs hatten ein ähnliches Schicksal. Unser Reifen wird wieder  geflickt, könnte ja heute noch mal was passieren.

sdr

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Zwei Stunden Zeit hat die Aktion gekostet. Warten am Straßenrand. Die kleine Bude unter dem Baum wirbt mit Breakfast aber Kaffee gibt es keinen. Wenigstens ne Cola. Weiter geht’s. Der Fahrer drückt jetzt auf die Tube. Zwischenstation an chaotischen Busstationen, kurze Rast an einer Bude. Die Piste wird jetzt besser aber dafür nimmt auch der Verkehr zu. Überholt wird, wo jede Sicht fehlt. Der Schwächere fliegt von der Fahrbahn. Gegenverkehr wird prinzipiell ignoriert.

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Es dämmert. Und ich habe nur noch einen Wunsch, endlich ankommen. Ein Pass: 1500 Meter hoch und runter und dann der letzte Aufstieg in der Dunkelheit auf 2.000 Höhe in Shlima. Der Taxifahrer zockt mich dreist ab, indem er in der völlig verwinkelten Stadt viele Ehrenrunden dreht. Am nächsten Morgen entdecke ich, dass der Busbahnhof keine 300 Meter vom Hotel entfernt liegt. Das Hotel ist untere Kategorie und trotzdem das bislang teuerste. Shlima, viele Inder verbringen  hier im milden Klima den Sommer, ist über viele Quadratkilometer auf steilen Hängen gegründet. Zu meinem Zimmer muss ich etwa 100 Stufen steigen. Der Raum ist kalt, weil überall Luft durch breite Ritzen zieht. Ich gönne mir eines der besten Restaurants am Platz. Für zehn Euro super geschlemmt.

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Freitag, 26. Okt. 2018

Palampur

Ruhetag. Das Frühstück im Hotel ist noch  besser als erwartet. Habe gut geschlafen, auch wenn ich im Bett die Nachbardecke wegen der Kälte geklaut habe. Maus ist ja nicht dabei. Und wenn ja,  ihre Fetterdecke  hätte sie mir zuliebe bestimmt geopfert.

Morgenspaziergang durch Palampur. Der Basar ist recht schön, aber sonst gibt es nichts sehenswertes, außer der wirklich einzigartigen Bergkulisse. Die Zacken erinnern an die Toblerone-Reklame. Vorne die ganz kleinen Naschstangen, dahinter die Normalpackung und am Horizont der XXL-Jumbo Riegel. Offenbar ist hier ein Mekka für Paraclider. Entsprechende Offerten lehne ich dankend ab.

sdr

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Mein Ziel ist der Bahnhof. Eigentlich wollte ich ja mit dem Zug hierher. Leider hat die Flut vor zwei Monaten hier und da die Trasse zerstört. Die Station liegt fünf Kilometer bergabwärts, ein schöner Spaziergang. Unterwegs passiere ich eines dieses Zeltcamps in denen in einem unvorstellbaren Ausmaß die Armut zuhause ist. Mir tun die Kinder so leid. Eine Bettlerin berührt mich von hinten. Ich bin so erschrocken, dass ich laut aufschreie und schäme mich als ich die Situation realisiere heftig.

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Ein paar Bilder am Bahnhof geknipst. Sehr schönes Gebäude. Very british. Die Mannschaft ist an Bord, obwohl seit acht Wochen kein Zug gefahren ist. Nächste Woche sollen die Wagen wieder rollen. Schade zwei Tage zu spät.

sdr

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Mit dem Bus zurück. Man winkt einfach den nächsten heran. 8 Eurocent für fünf Kilometer. Ich schlendere noch ein wenig durch den Basar, beobachte Frauen, die ihre Hände bemalen lassen.

sdr

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Mit dem Tuk Tuk zurück ins Hotel. Auf der Dachterrasse zwei Pina Colada, Berge anschauen, Frischluft genießen, Blog schreiben.

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Abendessen im Wintergarten ganz oben. Thai Curry. Nur warum müssen zwei Video-Kanäle volle Power Musik machen.

 

 

 

 

 

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Donnerstag 25. Okt. 2018

Panthankot – Palampur

Den Frust tief weggeschlafen. So gut das Abendessen im Hotel auch war, Frühstück können sie nicht.  Ich habe schon am Abend vorher gepackt, also nur noch duschen und zahlen. Ein Tuk Tuk bringt mich zum etwa 800 Meter entfernten Busbahnhof. 20 Rupies will der Chauffeur  von mir, 25 Eurocent. Ich bin baff.  Bislang habe ich immer aber 50 Rupies aufwärts gelöhnt. Der Bursche kannte wohl den Touri-Tarif nicht. Ich finde es aber  auch ok im gewissen Rahmen abgezockt zu werden. Beim rmv bezahle ich das Zehnfache für zwei Stationen und gebe hier Abends für Bier fünf Euro aus, da kann es auch mal 10 Cent über Tarif sein.

cof

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Es ist richtig Betrieb in der Station. Ich frage mich zu meiner Plattform durch. Der Schaffner deutet mir an, in drei Minuten geht’s los. Es ist doch erst neun Uhr und Abfahrt sollte doch um 9.30 Uhr sein. Entweder der 8.30 Bus startet  zu spät oder, was ich vermute, die mir genanntem Zeiten galten für die  Express-Verbindungen. Ich werde mit dem Oldtimer-Gefährt, in das ich klettere,  wohl jedes Gehöft auf den nächsten 120 Kilometern abklappern. Mit jeder Menge Spaß.

sdr

sdr

Los geht es mit einer Stadtrundfahrt. Auf allen Märkten werden lautstark weitere Passagiere gesucht. Fahrer und Schaffner sind meist ein eingeschworenes Team. Der eine  lenkt, eine Höchstleistung bei dem Verkehrschaos in Indien. der andere muss möglichst viele Reisende anlocken, damit sich die Fahrt rechnet.

fbt

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Irgendwann kommen wir dann wirklich auf eine der Ausfallstraßen. Zehn, fünfzehn Kilometer weit begleiten uns Militäreinrichtungen und Kasernen. Mir war schon in der Nacht zuvor aufgefallen, dass an wichtigen Punkten in Pathakot, Beispiel Bahnhof, Sandsack Barrieren gestapelt liegen, mit Schießscharten, was Hochwasserprävention unwahrscheinlich erscheinen lässt. Und vor meinem Hotel stand über Nacht ein Soldat mit MG als Wache. Pakistan, der Kaschmir sind nahe. Und wenn ein Feind aus dem Norden Indien angreifen sollte, ist es wegen der Topgraphie nur hier möglich. Ein Gefreiter  mit Magazin im Maschinengewehr setzt sich auf meinen Nachbarplatz im Bus. Seine tadellose Uniform beruhig mich. Eliteeinheit, der weiß, dass man eine Waffe sichern muss.

Also hier campieren eine Menge Soldaten. Aber sie müssen nicht nur Krieg spielen. Ganze Kompanien werden wohl abgestellt, wie aus dem Fenster zu beobachten ist, um die Golfplätze ihrer Offiziere zu pflegen.

Am Ortsausgang von Pathankot kann ich für eine Weile die Gleise des Joy-Trains erkennen. Wehmut. Aber auch die Fahrt mit dem Bus gibt Einblicke in eine mir fremde Kultur. Mädchen in Schuluniform, Turbanträger, Frauen in bunten Gewändern, bepackt mit ihren Markteinkäufen steigen ein und aus. In jedem Ort Gemüsestände, Tuchläden und Straßenküchen. Es wird gebruzzelt, frittiert, gedünstet. In riesigen Pfannen köchelt das Fast Food für den Mittag, Teig wird zu Fladenbrot gebacken. Der Bus mal voll und dann wieder fast leer.

sdr

sdr

sdr

sdr

So langsam beginnt der Aufstieg in den Himalaya. Die Straße wird kurvenreich und schmal. Wie im Kamikaze-Kurs wird an unübersichtlichen Ecken überholt. Jeder versucht jeden vom Weg abzudrängen. Der Monsun, der einen Teik der Bahntrasse mitgerissen hat, hat auch unsere Piste schwer geschädigt. Brücken sind weggeschwommen, unser Bus muss sich  langsam über Provisorien tasten. Beim überqueren der Stege kann man die Wucht der Fluten erahnen. Felsen so groß wie Autos haben die Flüsse mit in das Tal gerissen.

oznor

oznor

Es  geht bald steil bergan. Über Serpentinen und Kehren gewinnt der Bus langsam an Höhe. An manchen Stellen haben Sturzfluten die Leitplanken in die Tiefe gerissen, einen Teil des Asphalts  weggeschwemmt. Der Fahrer muss förmlich am Abgrund entlang balancieren. Ich mache dann die Augen einfach zu.

sdr

sdr

Nach fünf Stunden sind die 120 Kilometer endlich geschafft. Ein Tuk TuK bringt mich zum Hotel. Ein schönes Zimmer und von der Dachterrasse aus wirken  die schneebedeckten Gipfel der Himalaya zum Greifen nahe.

oznor

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Mit Ute skypen, ein wenig später Mittagsschlaf, lesen, pflegen und dann zu Abend essen. Herrlich. Hier oben kann ich die Klimaanlage ausgeschaltet lassen. Es ist fast ein wenig zu kühl spätabends in der Bar auf dem Roof.

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