Bahrain, 15. Januar 2023

Frühstück im ibis. Deutlich über dem Schnitt. Vor allem die Local-Food-Theke tut gut. Der (oder das?) Hummus. Und dazu viel Gemüse etc. Richtig lecker. Beim Auschecken Gutschrift auf die Kredit-Karte erhalten. Alles ok.

Im Einkaufszentrum nebenan nach einem Laden für Speicherkarten gesucht: Warum ich den kurzen Abstecher erwähne? Ein Center doppelt so groß wie die OF Innenstadt fast leer. Geht nicht. Doch. Im Prinzip ein großer / guter Lebensmittelmarkt, ein Schnellimbiss, drei „Sonstige“ und 70 % Leerstand. Ich glaube das Modell „Shopping Mall“ hat sich nicht nur in OF überholt. Egal wo ich auf der Welt war. Leerstand. Gut das dort noch ein Inder seinen Kruschel-Laden (sprich 1-Euro-Shop) hatte. Dort gab es die SD-Karte in echt.

Danach raus zum „alten Fort“. Eine richtig gute Entscheidung, auch wenn der Taxi Fahrer mich erst einmal in eines der unzähligen anderen Einkaufszentren befördern wollte. Hier im Norden der Stadt lebt ein wenig die Illusion von dem Wüsten-Scheichtum „Bahrain“, ein Staat, der eigentlich ein Königreich ist. Erste Spuren von einer befestigten Anlage lassen sich bis ins 3. Jahrtausend vor Christi Geburt zurückverfolgen. Bahrain war bereits zu dieser Zeit ein Handelsplatz. Erstaunlich wie weit bereits damals die Geschäftsbeziehungen reichten. Lapislazuli, Gewürze, edle Stoffe, Kupfer und Salz aus vielen tausend Meilen Entfernung mit kleinen Booten oder auf Kamelen herangeschafft. Hier lebte eine hoch entwickelte Gesellschaft als allenfalls Höhlenmenschen unsere Breitengrade durchstreiften. Es beschäftigt mich bei meinen Reisen (Beispiel Seidenstraße) immer, warum hoch entwickelte Kulturen untergehen und andere plötzlich dominieren.

Die Zeugnisse aus dem Altertum werden gerade von einem Archäologen-Team freigelegt. Dominanter sind die Mauern der alten portugiesischen Festung gleich nebenan. Auch die alten Lusitanier wussten die Standortqualitäten hier für den Handel zu schätzen.

Sie mussten das Fort aber aufgeben, weil der schmale Kanal im Laufe der Jahrzehnte versandete. Heute ist der Fleck eine Oase der Ruhe abseits all der Wolkenkratzer. Man schaut über Palmenhaine und Sand Richtung Meer. Irgendwo draußen an einer Mole schaukeln Boote. Danach noch eine Happen essen. Zum Einstimmung beim Inder. Fisch-Curry-Naja.

Das Problem soweit draußen: Es gibt keine Busse und Taxis. Zur Hauptstraße gelatscht. Nach 20 Minuten endlich ein Taxi. „Airport“, das fand der Fahrer attraktiv. Irgendwie hat er seine ursprüngliche Bestellung umgebucht. Ich: zum Hotel, Gepäck einladen, Geduldsprobe im Feierabendverkehr, aber alles gut. Nebenbei. Fast in der Hälfte der Wagen, die neben uns rollten, saßen Frauen am Steuer. 20 Kilometer weiter bei den Saudis ist das eher ein Straftatbestand. Mein Eindruck in Bahrain: Das mit den Vorschriften wie Kopftuch etc wird nicht so ernst genommen wie nebenan.

Anyway: Mein Taxifahrer lieferte mich nach vielem Hupen pünktlich am Airport ab. Bahrain: Naja. Netter Stop over. Aber: Irgendwas mit Hochhäusern. Viel Glitzer, wenig Flair. Wenig Bier mit Alkohol.

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Mühlheim 14. Jan 2023

Mühlheim – Bahrain

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls im Film. Mit Heinz Rühmann war es? Glaube ich jedenfalls. So richtig gut geschlafen hatte ich nicht. Naja, die erste große Tour seit 2019. Aber mein Enkel Philip hat mich dann aufgemuntert. Morgens mit ihm Bilderbuch anschauen: Es gibt nichts Schöneres.

Frühstück habe ich ausfallen lassen. Christian hat mich zum Bahnhof gefahren. S-Bahn war pünktlich. Alles klar denke ich: Zwei Stunden Zeit und 15 Minuten zum Einchecken. Geht locker. Denkste. Terminal 2. Minus 15 Minuten. Schlange vor dem Schalter von gulf air überschaubar, die Menge an Gepäck dafür überhaupt nicht. So pro Paar 4-6 Koffer, Kartons, Kinderwagen und was weiß ich. In der Spitze habe ich zehn Teile gezählt. Die Diskussion am Counter über die fälligen Gebühren waren endlos, zumal die meisten Passagiere noch ein paar Rollkoffer mitgebracht hatten, die sie mit an Bord nehmen wollten. Und immer wieder wurden Freunde und Bekannte an der Schlange vorbei vorgelassen. Kurz vor knapp war ich auch dran mit meinem einfachen Rucksack. „Sie müssen sich oben an der Passkontrolle aber vordrängen, der Check in schließt in 10 Minuten. Mit schlechtem Gewissen und einem tausendfachen „Sorry“ gelang es mir mich bis zu der vollautomatischen Kontrolle vorbei zu schleichen. Und oh Wunder. Das erste mal im Leben konnte sich der Scanner sofort mit meinem Pass anfreunden. Im Flugzeug der nächste Stress. Großer Ringtausch, damit es eine tief verschleierte Frau aus der Golfregion nicht neben mir altem Knaben aushalten musste.

Der Flug war völlig relaxt. Das Essen überdurchschnittlich, allerdings hat der Scheich in den 5 Stunden 20 Minuten nur zweimal 0,1 Liter Cola spendiert.

Nach Bier traute ich mich überhaupt nicht zu fragen. In Bahrain begrüßte mich der freundlichste Zollbeamte ever und wollte mich unbedingt überreden, ein paar Tage länger zu bleiben. Beim Geldwechsel bin ich am Airport gründlich abgezogen worden. Anfängerfehler, ist mir zum zweiten Mal in diesem Leben passiert. Auf die Frage des scheinbar netten Mitarbeiters, wieviel Bahrain Money ich erwarte, habe ich mit den Schultern gezuckt. Also signalisiert „Keine Ahnung“. Da hat er halt einen Fantasiekurs eingegeben, der 30 % unter dem offiziellen Kurs lag. Dazu kamen ziemlich happige Gebühren. Ok. Lernprogramm aufgefrischt.

Mit dem Bus Down Town. Einmal sollte ich umsteigen. Der Bus fährt „Zick-Zack“, zumindest bekommt man so einen ersten Eindruck zwischen Altstadt und „Business-District“. Ein freundlicher Inder (die Bahrainis fahren wohl eher Auto, jedenfalls Stop and go) hat mir geholfen, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Mein Anschluss hätte mich 18 Minuten waren lassen, zum Glück sprach mich ein netter Mensch an, der sich wohl in seiner Freizeit mit illegalem Taxifahren ein paar Dollar dazuverdient.

Im Hotel der nächste Stress. Ich hatte vorab gebucht mit einem festen Preis. Der gelte nicht mehr, versuchte mir die Dame an der Rezeption zu erklären, der Tagespreis habe sich verdoppelt. Endlos Diskussion. Alles half nichts. Abends um 9 Uhr ein neues Hotel suchen, ist keine sinnvolle Option. Also Kreditkarte gegen Zimmerkarte. Zum Glück hatte ich die kompletten Buchungsunterlagen ausgedruckt. Da stand auf der der dritten Seite der Preis in Bahrain-Money. Schwarz auf weiß. Unten hatte ich nur das Deckblatt mit der Buchungsnummer zur Hand. Also mit dem Fahrstuhl runter vom 21 Stock in die Lobby. Neue Diskussion. Zum Glück schlug ein Kollege vor, mal bei der Zentrale anzurufen. Wohin auch immer auf dieser Welt das Gespräch geführt wurde, es stellte sich heraus „falscher Code“ eingegeben. Jetzt musste nur noch der Hotelchef persönlich, den Rücktransfer veranlassen.

By the Way stellte sich heraus: Mein Tarif beinhaltete auch Abendessen. Jetzt muß ich ibis loben. Es war richtig gut und reichhaltig. Noch ein paar Fotos vor der Tür. „Hochhäuser bei Nacht“ und gut geschlafen.




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Sonntag, 11. Nov. 2018

Dubai – Frankfurt

Alles klappt ganz gut. 5.30 Uhr aufstehen, 6.15 Uhr Metro, Check-In, Pass, Sicherheitskontrolle. Ein sehr ruhiger Flug bis auf zehn Minuten über Kuwait. Da hat es richtig gerumst. Der Service muß eingestellt werden, die Kabinencrew ihre Plätze einnehmen.

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Über Offenbach super Fotowetter aber leider sitze ich auf der falschen Seite. So bleibt nur ein Bild vom Stadtwald und  der Müllverbrennung an der Dietzenbacher Straße.

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Auf Rhein Main die rmv-Realität. Einige  Automaten funktionieren nicht. Riesen Gedränge, ich verpasse die S-Bahn. Ute holt mich in OF-Ost ab. Endlich zuhause.

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Samstag, 10. Nov. 2018

Dubai

Vorletzter Tag meines vierwöchigen Urlaubs. Auch wenn es sich anfangs nicht so anfühlte, diese Zeit hat mein Leben berreichert. Indien ist wie kein anderes Land, das ich kennenlernen durfte, eine Herausforderung. Glanz und Elend, Tür an Tür. Ich habe es manchmal kaum ausgehalten, die Armut, die Slums, die Menschen, die auf der Straße vergetierten. Augen in denen jede Freude, jedes Leben erstorben ist.

Auf der anderen Seite: Das Selbstbewusstsein einer großen Nation mit einer großen Tradition. All die herausragenden Bauwerke vergangener Jahrtausende.

Anstrengend war es im Zug, im Bus, zu Fuß auf den Straßen. Aber am Ende hat es gut geklappt. Ich war nicht wie im letzten Jahr in den Bergen von Laos am Limit.

Der Trip nach Nepal hat gelohnt. Leider blieb mir hier zuwenig Zeit. Aber auch wenige Tage genügten, um sich in Kathmandu heimisch zu fühlen. Würde gerne wiederkommen, wenns geht, ein wenig näher Richtung  Himalaya.

Ob ich nochmal in Dubai einen Stop over mache, hängt eher vom Flugplan ab. Es gibt am Golf Alternativen. Dubai ist eine Stadt, die Zukunftsvisionen schon heute Realität werden lässt. Anonyme Häuserschluchten, eine kaum sichtbare einheimische Bevölkerung. Das arbeitende Volk ist auf eine besondere Weise eingekauft. Für die Drecksarbeit eher aus Asien, für die das Mittelmanagement eher in Europa und den USA. Indien oder Dubai: Hier merkt man mal wieder, es ist gut in Mühlheim und Offenbach zuhause zu sein. Wir jammern in Deutschland gerne auf sehr hohem Niveau.

Aber etwas können wir uns in Dubai abschauen: Wie organisiert eine Stadt erfolgreich ihre Metro. Alle drei Minuten ein Zug, 1 Mio Passagiere am Tag, 355 Mio. Fahrgäste im Jahr. Der Preis für eine Fahrt liegt bei einem Euro, das Ticketing ist auf den ersten Blick zu verstehen. Die Wagen und Bahnhöfe sind sauber. Und alle Züge verkehren Fahrerlos.

Morgens einmal quer durch Dubai, inklusive einer Straßenbahnrundfahrt.

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Abstecher in die Dubai-Mall. Das ist ein riesiges Einkaufszentrum. Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt.

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Gleich nebenan steht der Dubai-Tower, Buri Khalifa, mit 828 Metern das höchste Gebäude der Welt. Davor eine riesige Wasserlandschaft, die zum erholen einlädt.

Mich zieht es aber ins Hotel. Pool, lesen relaxen und abends zum Inder. Danach packen, morgen früh um 8.40 Uhr geht es heimwärts.

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Freitag, 9. Nov. 2018

Dubai

Zwei Tage relaxen in einem angenehmen Hotel,  stylistisch, wenig gediegen aber mit Pool. Mein Zimmer hat alles, aber kaum Unnötiges und das Haus liegt direkt an der Metro. Das Frühstück morgens ist gut. Ausreichende Auswahl aber nicht wie in vielen Häuser an den Touri- Hotspots: drei Linien und zwanzig Köche.

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Nach dem Frühstück geht es auf Entdeckungsreise. Es ist Freitag, also bei uns Sonntag. Viele Läden sind geschlossen. Der Gold- und der benachbarte Gewürzmarkt in der Altstadt enttäuschen trotz Hochbetrieb. Beide erinnern eher an eine Touri-Falle. Ich werde alle zwei Meter von einem Rolex-Verkäufer angesprochen: „Preise wie bei ALDI“. Und im Gewürzsouk überall die gleichen Päckchen: fünf Probiersorten. Das sind die Asia-Läden in OF besser sortiert..

Mittags Pool, lesen.

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Abends dann mit einen Fähre über den Greek. Kleine Boote. Ich sitze auf einer Holzplanke. Hier hat sich eine Tradition bewahrt. Essen im indischen Viertel. Lamm mit Minzsosse.Mega.

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Donnerstag 8. Nov. 2018

Kathmandu-Dubai

Nach dem Frühstück nochmal durch den Thamel gepilgert. In vielen Gassen gibt es  kleinen Läden mit den Flügeltüren. Hier wird alles verkauft, vom Huhn bis zum Fisch, Kleid bis zum Souvenir.

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Auch am dritten Tag bietet der riesige Markt immer neue Motive.

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Offenbar zum Neujahrsfest gibt es eine besondere Spezialität. In riesige Blätter werden Süssigkeiten eingerollt.

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Und natürlich wird das Neujahrsfest auch mit improvisierten Umzügen gefeiert. Immer wieder begegnen mir auf Wagen junge Leute, die Musik machen. So eine Art Love Parade.

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An den vielen Tempeln muss ich leider vorbeiziehen. Vielleicht hätte ich die beiden Tage vorher, einen von ihnen besuchen sollen. Mich spricht die Mystik zwar nicht so an aber es sind doch auch Orte von herausragender kulturgesschichtlicher Bedeutung. Auch den Durbar Square sehe ich nur vom Eingangstor her. Keine Zeit mehr. Ich habe mich ein wenig mit den Entfernungen in Indien verschätzt, drei Tage, die mir jetzt fehlen. Bis 1908 residierte hier der König, heute dient der riesige Komplex nur noch rituellen Handlungen. Das Weltkulturerbe ist vom Erdbeben in Teilen zerstört

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In dem Quartier rund um den Platz lebten wohl Anfang der siebziger Jahre die Hippies. Viele Touristen, denen ich heute hier begegne, scheinen in der Zeit als Prozessionen nach Nepal zogen, sozialisiert. Sie  hattem sich vor vierzig Jahren nicht auf den langen Weg hierher getraut und holen es jetzt  nach. Dank der guten Hotels und der „goldenen Kreditkarte“ völlig easy wie der Selbstversuch beweist.

Nachmittags zum Airport. Der Flughafen von Kathmandu erinnert ein wenigf an die Airports in unserer Jugend auf den griechsichen Inseln. Man läuft noch selbst zum Jet.

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Bis auf fünf Minuten ruhiger Flug bis Dubai. Einziges Problem: die Maschine kommt auf den Inlandsflughafen in den Emiraten an. Der ist aber nicht an die Metro angeschlossen. Mit Bus und umsteigen von der grünen in die rote S-Bahn bin ich bald im Hotel. Ein gutes preiswertes Mittelklassehaus, sehr stylisch eingerichtet. Gute Wahl.

 

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Mittwoch, 7. Nov. 2018

Kathmandu

Herrlich geschlafen. Die Stadt liegt auf 1.400 Meter Höhe. Da braucht es keine Klimaanlage.

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Das Frühstück ist sehr gut. Die Auswahl ist groß. Auch das Ambiente im begrünten Innenhof ist stimmig.

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Ich mache mich gegen 10.30 Uhr auf noch einmal durch die Altstadt zu stromern. Der Markt zieht sich Kilometer weit durch die engen Gassen. Die Kunden sind fast ausschließlich Nepalesen. Ich schätze mal 99 Prozent. Das Warenangebot bildet den Alltag der Menschen hier ab. Kaum Stände mit T-Shirts, keine gefakte Marken. Man kann in Ruhe bummeln, ohne dauernd animiert zu werden, doch bitte in den Laden zu kommen.

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Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Die Menschen müssen sich die engen Gassen mit einer Unzahl Mopeds teilen. Eigentlich dürfen nur „Anlieger“ hier ihre Knatterkisten bewegen, aber offenbar ist hier jeder Anlieger. Die Polizisten haben an den Straßeneingängen Checkpoints eingerichtet. Die Motorräder kommen in Scharen, ein kurzer Wortwechsel im Sinne von „ich muss dahinten irgendwo  hin“ und schon darf jeder passieren. Oft ist für Minuten in dem Gedränge kein durchkommen. Viele Händler und Besucher tragen Mundschutz. Mit dem Feinstaub der hier an einem Tag produziert wird, könnte man ganz Offenbach ein ganzes Jahr für den Autoverkehr sperren.

Viele Urlauber, die zu dieser Jahreszeit in Kathmandu unterwegs sind, gehören der Generation 60 plus an. Typ 68iger. Zu Hippiezeiten haben sie es   aus irgendwelchen Gründen nicht bis Kathmandu geschafft. Das holt man jetzt nach mit der sicheren Kreditkarte in der Tasche. Und statt Sex Drugs & Rock´n Roll gibt es jetzt vegetarische Küche, Yoga Kurse und Weltmusik. Ich will ja nicht meckern. Ich bin ja auch hier.

Und wenn ich schon hier bin, dann möchte ich den Himalaya auch mal richtig geniessen, natürlich ohne die Anstrengung einer Trecking-Tour. Von Kathmandu aus sind die 8.000sender nicht zu sehen. Der Smog bildet einen undurchdringlichen Schleier. 35 Kilometer von hier ist ein Aussichtspunkt auf 2.000 Meter Höhe von dem aus man die Majestäten bewundern könne, steht im Reiseführer. Für heute sind alle Busse und Vans ausgebucht. Eine Agentur biete Individualtouren mit dem Taxi zum Sonnenuntergang für 50 Euro an. Also wenn ich schon mal hier bin.

Um 15 Uhr geht es los. Der Taxifahrer ist fast in meinem Alter. Er spricht ein sehr verständliches Englisch, weiß viel zu erzählen und kann gut Auto fahren. Hinter dem Präsidentenpalast und dem Parlament ist die gut ausgebaute Straße passe. Es geht auf einer Schotterpiste hoch auch 2.000 Meter Höhe. 1,5 Stunden brauchen wir für die paar Kilometer.

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Aber die Strapaze lohnt sich. Vor meinen Augen liegt 50 Kilometer Bergkette. 7.000sender, 8.000sender. Nur der Mount Everest ist nicht mehr zu erkennen. Ich kann mich kaum satt sehen. Eine Dose Bier habe ich auf den Hügel mitgenommen und genieße sie in kleinen Schlucken. Zum Sonnenuntergang fahren wir auf die andere Seite des Hügels. Nepal feiert heute sein Neujahrsfest. Eine Tanzgruppe lädt mich ein zuzuschauen und beobachte dabei wie die Sonne über Kathmandu, das vom Smog verdeckt wird,  untergeht.

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Gegen 19.00 Uhr sind wir wieder in Kathmandu. Die Menschen feiern mit Musik Neujahr. Überall stehen Kerzen vor den Geschäften und Häusern, so eine Art Altstadt-Lichterfest. Die Bürgersteige sind mit Blumen geschmückt. Die Kinder sammeln in den Läden und Restaurants Geld. es erinnert ein wenig an unser Heilig-Drei-König.

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Für mein Abendessen habe ich ein Gasthaus, das sich „Fusion“ nennt, gewählt. Hochgelobt, wie ich finde zu Unrecht. Gute Ware, ohne Zweifel, aber die Küche hat die indischen Gerichte doch allzusehr auf den europäischen Geschmack getrimmt.

 

 

 

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Dienstag, 6. Nov. 2018

Kathmandu

Gegen sechs Uhr morgens. Ein riesiges Schlagloch mag Ursache sein. Ich wache etwa 50 Kilometer vor Kathmandu auf. Vier Stunden habe ich wohl gedöst. Links ein tiefe Schlucht, das muss wohl ein Pass sein. Serpentine auf Serpentine geht es hoch. Die Jungs und die drei  Mädels von der Sportfraktion  reiben sich auch langsam den Schlaf aus den Augen. Nette junge Leute, naja und in dem Alter haben wir auch lauthals Party gefeiert, wenn wir den heimischen Herd entflohen waren.

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Und die Party geht gleich weiter. Stau. Ein Bick aus meinem Fenster lässt erahnen, das kann Stunden dauern. Kehre auf Kehre nichts bewegt sich mehr bis zum Scheitelpunkt hoch auf  der anderen Seite des Tals. Bei uns kommen in so Situationen die Stauberater und aus dem Autoradio dudeln besonders schöne Oldies. Hier wird Live Unterhaltung geboten.

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Ein Musiker mit einer Art Streichmandoline steigt ein und die Jugendlichen sind ein dankbares Publikum. Eine Stunde Lied auf Lied, er singt vor und die Kids wiederholen den Refrain. Weltmusik pur. Es wird getanzt geklatscht und gefeiert. Der oder die Musiker haben hier ein Auskommen. Zum Schluss wird gesammelt. Blöd nur: Schilder deuten auf einen Tunnelbau. Kein Stau, keine Einnahmen.

Kathmandu wird auch als Moloch bezeichnet. 1,2 Millionen  geschätzte Einwohner, ein Stadtgebiet von 20 mal 30 Kilometer Größe. Der erste Bick ist nicht berauschend. Wir passieren endlose Vorstädte, staubige Straßen, Verkehrschaos wie immer. Viel Armut.

Vom Busbahnhof bringt mich ein Taxi in den Stadtteil Thamel, so was wie das Touristenviertel. Ein richtiges Kleinod, viele Geschäfte. Was sofort auffällt, es ist nicht die übliche Imitate-Massenware „made in China“, wie sie sonst  in Südostasien feilgeboten wird. Viel Handarbeit, schöne Designs. Und neben Thamel liegt die quirlige Altstadt, ein einziger großer Markt.

 

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Aber zunächst mal zum Hotel. Ich habe es wirklich gut getroffen. Obwohl es erst 11 Uhr ist, darf ich einziehen. Tolles Zimmer, Innenhof, richtig komfortabel und dafür zahle ich mit sehr gutem Frühstück keine 40 Euro pro Nacht.

Auspacken, Mittagsschlaf und dann ein Streifzug durch die Altstadt.

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Ein Durchkommen ist in den engen Gassen oft  kaum möglich. Gedränge, geschäftige Hektik. Gehandelt wird mit allem: Schals und Cashmere, Gefäße aus Messing und Bronze, Rucksäcke und Trekking-Ausrüstung, Armbänder und Schuhe, Obst und Gemüse, Gewürze und Tee. In jedem Haus ein kleiner Laden, jeder  Platz prall gefüllt mit bunten Ständen. Und in den Seitenstraßen Tempel, Schreine und Heiligtümer, Abwechslung an allen Orten.

Abends ein wenig nur gegessen. Italienisch zur Abwechslung, zwei Bier und Bett.

 

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Montag, 5. Nov. 2018

Von Siliguri nach Kathmandu

Ricado und ich hatten uns am Abend zuvor für 6.15 Uhr verabredet. Treffpunkt ist die Lobby meines Hotels. 5.15 Uhr aufstehen, duschen etc. Frühstück fällt aus. Als ich beim Check in fragte, „ob breakfast included“ sei,  antwortete  der Boy, „Yes“. Für seinen  Vorwitz erntete er vernichtende Blicke seiner Chefin, die mir barsch zu verstehen gab, „kommt nicht in die Tüte“. Macht nix. Wahrscheinlich waren Toast und Kaffee eh so schmuddelig wie das Bett.

In der Lobby erhielt ich ein Mail von Ricado „I´m  ready“,  aber er sei alleine im Hotel und das ist  abgeschlossen. „Please wait“. Gegen 7 Uhr habe ich dann ausgeharrt. Dann habe ich meine Absteige verlassen Richtung Busbahnhof. Keine 30 Schritte später stand der Chilene hinter mir und berichtete von seinem Abenteuer. Der Schlepper habe ihn zunächst zu einem reichlich obskuren Schuppen geleitet, den habe er abgelehnt. Die zweite angebotene Absteige sei  nicht besser gewesen. Der Manager habe nicht im Haus geschlafen aber die Bude komplett abgeriegelt. Heute morgen kurz vor sieben sei er erst zurückgekommen.

Als wir die Straße überqueren, stoppt direkt vor uns ein Bus. Der Begleiter schaut uns aus der Tür an „Nepal?“ Wir steigen ein. Anfängerfehler. Ich habe nicht rückversichert „Nepal wann?“.

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Der Bus fährt los, leider – was wir nicht ahnten- in die falsche Richtung. Säcke werden eingeladen, immer mehr Fahrgäste steigen aus. Bald sind Ricado und ich die einzigen Passagiere.

Der Blick auf das Cockpit beweist, man kann auch ohne Armaturen auskommen und ein freier Blick auf den Motor hat auch seine Vorteile.

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Irgendwann ist Endstation erreicht. Ein Markt in einem Vorort. Hektik und Trubel. Hier will die Mannschaft erst mal Pause machen und auf neue Mitreisende Richtung Grenze warten. Das kann schon Stunden dauern.

Wir protestieren und zum Glück steht an der Haltestelle ein Gefährt der gleichen Gesellschaft. Wir dürfen umsteigen. Der Schaffner ruft immer wieder das Ziel aus und nach einer viertel Stunde ist der Bus halb voll. Es kann losgehen und zwanzig Minuten später sind wir genau an der Stelle, an der wir vor über einer Stunde schon einmal standen.

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Die 25 Kilometer bis zur Grenze sind im wahrsten Sinne steinig und staubig. Kurze autobahnähnliche Abschnitte wechseln mit Schlaglochpisten. Am Straßenrand endlose Teeplantagen und LKW-Staus. Der Grenzort scheint aus nur einer Kreuzung zu bestehen und die ist heillos verstopft. Laster, Busse und PKW´s, Fußgänger, Träger Karrenzieher und Rikschas, fabrizieren  ein munteres Durcheinander. Ich hatte gelesen, dass der Grenzübergang sich bis Nepal etwa einen Kilometer zieht  und Ausländer diesen nicht motorisiert überqueren können. Taxi und Tuk Tuk sind damit perdu. Einzige Option eine Rikscha. Eigentlich möchte ich nicht, dass ein kleiner Asiat wie zu Kolonialzeiten  einen übergewichtigen Europäer mit seiner Körperkraft bewegt. Aber es gibt keine Alternative.  Ich habe keine Lust, einen Kilometer  mit Rucksack bei der Hitze zu laufen.

Ein Pedaleur spricht mich an. Dieses Mal verhandele ich nicht. Der Preis ist eh lächerlich gering. Ich verlade mein Gepäck und sobald eine leichte Steigung beginnt, steige ich ab und laufe hinterher. Ricado will die Strecke zu Fuß zurücklegen, um Geld zu sparen.

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Erste Station ist das indische Immigration Office. Stempel abholen. Leichter gesagt als getan. Ein Israeli wartet schon hier. Er reist aus und gleich wieder ein, um so die Zeit seines Aufenthaltsstatus auszudehnen. In Indien kann man auch mit einem Jahresvisum nur zwei Monate am Stück bleiben. 25 Dollar koste ihn das nepalesische Tagesvisum. „Für zehn  Minuten Stippvisite“ schimpft er. Er ist mit dem Motorrad seit sieben Monaten auf dem Subkontinent unterwegs. Mutig.  Ich würde bei dem Verkehrschaos her noch nicht mal einen  Fahrradsattel anfassen.

Bald kommt auch Ricado und wir warten auf der Terrasse. Der Chilene und der Israeli fachsimpeln über die schönste Trecks  und ich kann nur staunend zuhören. Der Beamte drinnen macht  keine Anstalten, seinen Müßiggang zu unterbrechen. Sein Untergebener versichert uns alle zehn Minuten, es könne nicht mehr lange dauern und der Rikscha-Fahrer gibt uns zu verstehen, dass dies normal sei und die Warterei in seinem Tarif eingepreist ist.

Irgendwann werden wir alle drei einbestellt, besichtigt und der Israeli und ich sehr bestimmt aufgefordert, den Raum zu verlassen. Eigentlich war die Reihenfolge unserer Ankunft ja umgekehrt. Nach zehn Minuten bin ich auch dran: Iris-Scan (warum nicht bei der Einreise?), drei Fragen, Stempel, „Und Tschüss Indien“.

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An der Brücke ein letzter sehr weiblicher Doppelposten mit automatischem Gewehr und ab geht die Fahrt über das ausgetrocknete Flussbett. Nepal Immigration.  Der Chef ist an Bord. Sein Problem, er hat keinen Kuli. Einen Stift braucht es aber, um auf dem Einreisestempel das Datum einzutragen. Hektisches Nachforschen im Schreibtisch, auf der Fensterbank und Fortsetzung der Suche im ersten Stock. Ich könnte ihm ja meinen Schreiber leihen. Aber ersten bekomme ich den nicht wieder, zweitens fahren die Busse eh nicht vor vier Uhr und drittens finde ich das Drama amüsant.

Irgendwann taucht das Schreibutensil  auf. Stempel und mein Zöllner kann wieder Siesta machen. Draußen kommt mir Ricado entgegen. Meine Rikscha bringt mich noch die hundert Meter zur Busstation und der tapfere Strampler erhält zu dem vereinbarten Preis massig indische Münzen. Preis verdoppelt, so schlecht ist mein Gewissen.

Ich frage in einer der 50 Agenturen rund um den Platz nach einem AC Bus, nicht dass ich die Klimatisierung unbedingt brauche, aber die Straßen sollen sehr staubig sein. AC wird deshalb  allenthalben empfohlen. Der Verkäufer antwortet „delux bus“. „AC?“, delux bus“, also keine AC. Das Label „delux“ steht hier auf jedem Bus, auch wenn es ein alter Britsh Leyland, Baujahr 1930, ist.

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Zweiter Anfängerfehler an dem Tag; Ich hatte im Internet nach den bequemsten Transportmittel gesucht und die meisten Traveller haben eine Gesellschaft namens Binhan empfohlen, Die haben zwar auch keine Schlafliegen aber Sitze wie in der Premium Economy im Jet. Leider habe ich das Foto des Busses nicht auf dem Smartphon gespeichert. Nächste Agentur. Der Chef  nickt bei dem Namen Binhan, delux Bus, macht ein Zeichen, dass man den Sitz umklappen kann und ich zahle brav.

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Die einzige ruhige Seitenstraße

Die Grenzstadt ist wie alle Grenzstädte: Ungefähr so viele Wechselstuben wie Einwohner. Der ATM steht nicht auf Mastercard, die Ladys hinter den vergitterten Schalten mit dem Schild „Exchange“  wollen keine Euro. Ich werde zur Nationalbank geschickt. Nach viel Papierkram verwandet sich mein 50 Euroschein in 7.000 und eppes Rupies. Ich hole das Frühstück nach: Buttertoast und Black Coffee, surfe ein wenig und beschließe mich rasieren zu lassen. Einfacher Salon ohne fließend Wasser, aber der Coiffeur versteht sein Handwerk: eine super sanfte Rasur für 40 Euro Cent. Allerdings besteht er darauf, dass ich einen Schnauzer behalte.

Anschließend bummele ich ein wenig durch das Dorf. Straße hoch, Straße runter. Natürlich treffe ich Ricado. Wir setzen uns in ein Cafe und plauschen. Ricado möchte sich einen Happen zu essen kaufen, mich zieht es in ein Restaurant. Der Reis mit verschiedenen Curries schmeckt gut. Um 15.45 Uhr zurück zum Busbahnhof.

Gegen 16 Uhr setzt sich eine ganze Armada an Bussen Richtung Kathmandu in Bewegung. Mein Ticket-Seller will mir mein Gefährt zeigen und wir marschieren quer über den Platz. Da steht er doch mein Binhan. Breite Sitze, viel Beinfreiheit und man kann die Beine hochlegen. Alles richtig gemacht. Denkste. Mein Transporter parkt nebenan. Ach nicht ganz schlecht aber schon etwas älter mit Beinfreiheit wie im Ryanair-Jet.

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Gepäck muss unter den Sitz. Zunächst sind wir nur zu Viert. Hoffnung keimt auf, dass ich mich ein wenig quer legen kann. Aber dann: eine Minute vor Abfahrt kommt eine lärmende Gruppe Jugendlicher, die Fangesänge anstimmt. Also entweder eine Mannschaft, die hier gerade gesiegt hat, oder deren Anhänger. Die nächsten zwei Stunden wird Hymne  auf Hymne intoniert. Die Jungs haben ihre USB-Sticks dabei und könne so ihre Stimme mit lauter Musik  aus den massig installierten Boxen unterlegen. Der Lautstärkeregler  der Musikanlage ist wohl das meist gepflegte Teil des Wagens. Wenn da nicht die Rückkopplungen und verzerrten Frequenzen werden.

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Nach zwei Stunden ist die Party vorbei. Die Recken  werden müde. Es wird ruhiger. Selbst auf dem Screen läuft jetzt gedämpfte Musik. Mit meinem Sitznachbarn habe ich mich anfangs gut unterhalten. Aber nachdem ich abgelehnt habe, dass er aus meiner Wasserflasche trinken kann, ist unser Verhältnis sehr distanziert.

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Der Bus macht alle sechzig Minuten  eine kurze Pause und alle drei Stunden können die Fahrgäste irgendwo an einer Bude in der Pampa für zehn Minuten austreten. Ich bin sehr früh aufgestanden, auch wenn die Sitzposition unbequem ist, ich schaffe es  immer wieder für eine halbe Stunde einzunicken.

 

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Sonntag, 4. Nov. 2018

Darjeeling nach Siliguri 

Weiterreise Richtung Nepal. Aber erst muss ich mal den Berg hinab. Ich hatte mich auch für die Rückfahrt für den Zug entschieden. Der Vorteil, den letzten Teil der Strecke hatte ich vor zwei Tagen im dunklen zurückgelegt. Jetzt lerne ich auch diesen Abschnitt  kennen. Der Nachteil: Wenn der Zug Verspätung hat, klappt der Transfer nach Nepal heute nicht mehr.

Das Hotel hat für mich ein Taxi bestellt. Tolles Haus, aber warum kooperieren sie mit einem Unternehmen, dessen Tarife über denen in Deutschland liegen. Doppelt so teuer wie zwei Tage zuvor. Fast acht Euro für zwei Kilometer. Ich vermute mal der  an der Rezeption verdient kräftig mit. Behält man das Haus halt nicht so gut in Erinnerung?

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Am Bahnhof Hochbetrieb. Es wird pausenlos rangiert. Die Wage für die Touristenzüge müssen in die richtige Reihenfolge gestellt werden, der Bremswagen immer  nach hinten.

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Außerdem rollen alle Waggons über eine Grube für einen letzten Check, ob sie für die Reise auf der Steilstrecke gerüstet sind. Später ist keine Zeit mehr, um das aufwändige Geschäft zu betreiben.

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Nebenan im Lok-Depot werden die Maschinen angeheizt und rollen auf dem Gleis zur Probe einmal hin und her.

Nur Bahnsteig 1 bleibt leer. Um acht sollte Abfahrt sein. Es wird 8.30 Uhr, 9.00 Uhr. Um 9.15 Uhr schließlich werden die drei Waggons auf die Plattform gedrückt. Ins Tal wird nicht mehr mit Dampf sondern mit Diesel gefahren. Es sind weniger als zehn Menschen die in den Toy Train  einsteigen. Aber immerhin, gestern der Gegenzug war bis auf den letzten Platz besetzt.

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Sieben Kilometer bis Ghum bergan und dann immer steil nach unten, 2.000 Höhenmeter.

Durch enge Gassen….

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…. vorbei an aufgelassenen Stationen

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….an Wassertanks, die die Dampfloks speisen…

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….. Fahrkartenschaltern (inklusive Chefin), die noch betrieben werden….

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….. vergessenen Wagen…

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…. und irgendwo auf der Strecke ein Maschinenhaus, wohl für größere Reparaturen.

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Es geht durch den Regenwald…

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…..über einen Loop und die Spitzkehren.

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Irgendwann warten auf den Gegenzug. Der hat noch mehr Verspätung als wir.

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45 Minuten später ist ein Pfeifen zu hören. Knapp 100 Höhenmeter unter mir schlängelt sich die Bahn am Bergrand entlang.

oznor

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Eine halbe Stunde Zeit noch für einen Tee bis das Züglein die Höhe hinauf zu uns erklimmt und hinter einer Kurve auftaucht.

oznor

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Schwerarbeit für den Motor

cof

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Es kann weitergehen mit ordentlichem Zeitverzug. Gegen 16.30 steige ich in Siliguri aus. Ein Chilene, Ricardo aus Vaparadiso, hoch bepackt mit zwei Rucksäcken, spricht mich an. Auch er will nach Nepal. Wir tun uns zusammen. Vor dem Gebäude warten schon die Schlepper der Tuk Tuk und Taxi Vereinigung. Man zieht an uns, bedrängt uns. Zum Glück sind wir zu Zweit. Gegenüber an der Busstation sollen wir statt nach Kathmandu Tickets nach Kalkutta erhalten. Wollen wir aber nicht. Eine Agentur verspricht uns einen Direktbus von hier nach Kathmandu. Nach intensiver Befragung stellt sich heraus, dass der Bus erst hinter der 25 Kilometer entfernten Grenze abfährt. Dann können wir aber gleich die Fahrkarten dort erwerben und jemanden haftbar machen, wenn es ein Fake war.

Ein hartnäckiger Koperer verspricht einen sehr günstigen Tarif bis zur Zollschranke. Unsere Frage bis wann die Grenze wohl offen ist, ignoriert er trotz intensiven nachhaken. Nepalesen und Inder können den ganzen Tag ohne Kontrolle den Schlagbaum passieren. Wir Europäer, die einen Stempel im Pass benötigen, müssen zum Immigration Office und das schließt  auf der nepalesischen Seite irgendwann am frühen Abend.

Die Debatte wird hitzig. Zum Glück schaltet sich ein junger Mann ein, der gut Englisch spricht.  Er bringt uns zum Touri-Office in einer Bretterbude. Der Chef weiß es auch nicht so genau, aber länger als bis sechs Uhr sei der  Übergang sicher nicht möglich. Aus dem Reiseführer weiß ich, in dem Grenzkaff gibt es keine Hotels.

Also ein Bett  suchen. Die Herbergen hier schmücken sich mit haushohen LED Ketten. Jede Absteige erweckt so den Eindruck, das Cesar Palace zu sein. Unser Schlepper möchte nicht, dass wir in ein Hotel gehen, das noch passabel aussieht. Wir machen es trotzdem. Zimmer 18 Euro. Soviel hab ich gerade noch in indischem Geld. Ich sage ok. Dem jungen Chilenen, der um die Welt reist, ist es zu teuer. Naja. In Deutschland würde ich mich über das Zimmer beim Ordnungsamt beschweren. Aber ich habe ja einen dünnen Schlafsack dabei, um mich vor all den Flecken auf dem Linnen zu schützen. Ricardo zieht mit dem Schlepper weiter.

Ich mache einen Spaziergang über den Markt und genieße anschließend ein sehr gutes Streetfood für einen Euro.

cof

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Ich wechsle noch ein paar Dollar (die wird man am Ende der Welt einzeln besser los als Zehn-Euro-Noten) in Rupies. Genug  für ein Bier und einen Wiskey in eine Bar oder was man hier dafür hält.

 

 

 

 

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