Dienstag, 14. Februar 2023, Hoi An

Morgens: Faulenzen am Strand.

Am Nachmittag in die Stadt: Egg-Kaffee trinken. War ja misstrauisch, aber er schmeckt richtig lecker, fast wie ein italienischer Nachtisch.

Noch einmal durch das Areal um die Markthallen gebummelt aber nichts gekauft. Abends in einem Gartenlokal gegessen. Leider entsprach die Qualität der Speisen nicht dem Ambiente. Spät noch gegenüber dem Hotel ein Bier getrunken. Die Besitzerin spricht passabel Deutsch, ihr Bruder lebt in der Ex-DDR.

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Montag, 13. Februar 2023, Hoi An

Wir genießen weiter die Sonne, den Strand und das Ressort. Viel gelesen und geschrieben. Abends sind wir zum Zweiten Mal zum Essen ins „Little Flower“. Es liegt zwar vier Kilometer entfernt. Aber jeder einzelne Kilometer Anfahrt ist gut investiert. Ute hatte das Lokal bei ihrem ersten Besuch in Hoi An entdeckt. Total freundliche Inhaber, sehr sauber. Und das Beste: die Oma kocht. Vietnamesische Küche einfach aber auf hohem Niveau.

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Sonntag, 12. Februar 2023, Hoi An

Hotel genossen. Gelesen. Abends nebenan furchtbar schlecht gegessen.

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Samstag, 11. Februar 2023, Hoi An

Umzugstag. Von „Basic“ in ein Strandressort. Morgens Frühstück bei „Rosi“ oder so ähnlich. Sehr angenehmes Cafe in einer Seitenstraße. Habe einen richtig großen fetten Banana Pancake gegessen. Musste sein.

Und er war richtig gut.

Das Cafe würde mir auch in Deutschland gefallen.

Anschließend noch durch die Markthallen geschlendert. Ute wollte unbedingt vietnamesische Messer kaufen. Habe dann auch ein paar mitgenommen. Sind sehr scharf, rosten aber auch schnell, wenn man sie nicht richtig abtrocknet.

Das Angebot an Lebensmittel ist auch hier riesig. Die Markthallen, die etwas außerhalb der Altstadt liegen, wirken noch authentisch. Aber auch hier wächst die Zahl der T-Shirt-Stände. Auch wir greifen zum China-Ramsch. Ein Magnet, asiatische Glückwunschkarten und imitierte Dollarscheine.

Richtig. Die Japanische Brücke, ein Wahrzeichen der Stadt, hatten wir noch nicht geknipst. Voila.

Dann mit so einer Art Uber zum Hotel am Strand. Sonne genießen.

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Freitag, 10. Februar 2023, Hoi An

So. Heute soll es die Besten aller Banh Mi in Hoi an geben. Sagen wir lieber: die Berühmtesten. Im oder bei PHUONG.

Witzige Geschichte: Antony Bourdain, ein berühmter Koch und Moderator von kulinarischen Fernsehdokumentationen, weilte zu Dreharbeiten und Recherchen für sein Buch über „Küchen der Welt“ in Hoi An. Zufall oder nicht: als er in den alten Markthallen drehte, bekam er Hunger und holte sich am Stand von Madame Phuong ein Banh Mi, das ihn restlos begeisterte. „Eine Symphonie in einem Sandwich“ schwärmte er anschließend in seinen Sendungen. Seit dieser Zeit brummt der Laden und macht Madame Phuong reich, denn diese Geschichte steht so, oder so ähnlich in jedem Reiseführer.

Mittlerweile läuft das Geschäft in einer neu eröffneten Filiale, die Madame näher an der Altstadt eröffnet hat. Die Preise sind hoch. Über die Qualität lässt sich streiten. Ich fand die Banh Mis am Tag zuvor besser.

Aber ich will nicht meckern: Es schmeckt.

Nur zwei von den Brötchen war eines zu viel.

Blick in den Banh-Mi-Tempel

Mittags ruhen und packen. Wir haben uns entschlossen am nächsten Tag an den Strand von Hoi An zu ziehen in ein Ressort. Abends versuchen wir vergeblich ein Taxi zu erobern. Ute wollte unbedingt ins Little Flower, außerhalb der Stadt, dessen Küche sie 14 Tage zuvor schätzen gelernt hat. Stattdessen führt sie mich im Gewirr der Gassen in ein verstecktes Lokal. Einfach aber richtig gut. Einziges Problem: Es gibt kein Bier.

Also gibt es zu meiner Pho Ginger-Tee. Kann man auch trinken. Ich wundere mich wie wenig hier los ist. Wir sind kaum 100 Meter vom Laufsteg in der Altstadt entfernt, auf dem sich die Menschen drängen. Hier eher ein ruhiges Publikum, meist Europäer.

Danach stromern wir noch ein wenig durch die Gassen.

Auch hier überall Lampions

Beeindruckt hat mich aber dieser Maskenladen.

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Donnerstag, 9. Februar 2023, Hoi An

Nicht so gut geschlafen. Ute hat mir schon seit Tagen von den Banh Mi in Hoi An vorgeschwärmt. Es sind belegte Baguette. Die Besonderheit in Vietnam: Der Backmischung wird Reismehl zugefügt. Die Banh Mi werden so fluffiger. Gefüllt werden sie mit Gemüse, Fleisch, Lachs, Käse oder was auch immer. Natürlich gibt es Stände und Läden die besonders empfohlen werden. Ute kannte so einen von einer Street Food Tour, die sie zwei Wochen zuvor machte. Zugegeben: Die kleinen Brötchen waren richtig gut. Allerdings: Die Preise sind in dieser Zeit auch schon wieder kräftig gestiegen.

Hoi An ist Boom Town. Die Insel gegenüber der Altstadt, auf der sich allabendlich tausende Menschen auf dem Nachtmarkt drängen, war, so Thomas vor zwanzig Jahren noch eine feuchte Wiese. Seit dieser Zeit verdoppeln sich im fast jährlichen Rhythmus die Grundstückspreise. Kostete der Quadratmeter anfangs noch Pfennige, werden heute schon mal 5.000 Dollar verlangt. Das hat viele Grundbesitzer hier sehr reich gemacht. Einst arme Fischer verkaufen die Hälfte ihres Ackers. Auf den beiden Teilen entstehen Wand an Wand zwei Gebäude, eines für den Investor, eines für den Fischer.

Die Gebäude sind meist schmal und tief. Die Grundsteuer wird nach der Straßenfront berechnet.

In Top-Lagen müssen vier- bis fünftausend Dollar Miete für einen kleinen Laden monatlich gezahlt werden. Kunsthandwerk, heimische Stoffe, Schnitzereien oder Töpferware von der Scheibe können die hohen Mieten nicht mehr einspielen. Es dominiert industrielle Massenfertigung aus Ländern, die noch billiger als Vietnam produzieren: T-Shirts, Tischsets, Gürtel, Handtaschen und Schmuckimitate.

Der Lock Down während Corona hat viele Geschäftsmodelle zusammenbrechen lassen. Auch zahlreiche Restaurants leiden unter dem Kostendruck. Thomas berichtete, dass eine Verwandte 4.500 Dollar monatlich an Pacht für ihren Gasthof berappen muss. Essen ist hier immer noch sehr billig, die Konkurrenz groß. Für ein Menu mit Getränken zahlt der Gast kaum mehr als acht Dollar. Wirte müssen verdammt viele Portionen Reis, Gemüse und Ente verkaufen, bevor sie Geld verdienen.

Auch der Hotelmarkt ist heiß umkämpft. Über 2.000 so genannte Home Stays konkurrieren um Kundschaft in Hoi An. Sie machen auf, verbrennen drei Jahre ihre Ersparnisse und sind dann pleite: beschreibt Thomas die Situation. Meist merke man es erst, wenn beim Nachbarn die Kartons auf der Straße stehen, dass der Laden schließen muss. Trotz der wenig rosigen Aussichten gebe es immer wieder Gründer, die aufs Neue ihr Glück versuchen.

Alle hoffen auf den großen Nachbarn China. Die Grenzen sind wieder offen. Vor der Pandemie kamen 90 Prozent der Gäste in Hoi An aus dem asiatischen Raum. Für Chinesen, die sich eine Reise in die EU oder in die USA nicht leisten können, ist Vietnam ein ideales Ziel. Im Reich der Mitte leben über eine Milliarde Menschen. Die Mittelschicht wächst. Das Potential ist riesig und damit auch die Hoffnung, dass diese Gäste Geld und Jobs bescheren. Europäer und Amerikaner sind als Touristen heute in Vietnam deutlich in der Minderheit.

Aber natürlich will das chinesische Kapital von der Entwicklung profitieren. Im benachbarten Da Nang kaufen Investoren aus China nicht nur Hotels über Strohmänner sondern ganze Wertschöpfungsketten, also Souvenir-Shops, Restaurants und Reisebüros durch die sie ihre Pauschalreisenden Busladungsweise scheuchen. Nach einer Untersuchung des Finanzamtes Da Nang zahlen diese Unternehmen im Schnitt drei Dollar Steuern im Monat. Kommt uns doch irgendwie bekannt vor.

China und Vietnam verbindet eine Jahrtausendalte Rivalität. Vor einigen Jahren habe ich das Kriegsmuseum in Saigon besichtigt. Die Bilder, Tafeln und Exponate haben längst gelöscht geglaubte Erinnerungen aus den hinteren Winkeln der Festplatte reanimiert: My Lai, die Hinrichtungen, Napalm und all die Grausamkeiten jedes Kriegs. Im letzten Saal hat es mir dann die Sprache verschlagen. Ein paar Bilder: Kinder für den Frieden. Klar, macht man so. Und direkt daneben Fotos, die den vietnamesischen Präsidenten und Bill Clinton in inniger Umarmung zeigen. Die Schrifttafeln beschwören die ewige Freundschaft zwischen den USA und Vietnam. Zwei Meter weiter steht China auf der Anklagebank. Bilder wie das Nachbarland bis in die 1990er Jahre Vietnam mit einer aggressiven Außenpolitik bis hin zu kleineren Gefechten zu kolonisieren versuchte. Äääh? China hat den Vietnamesen 1968 / 69 mit Lieferung von Waffen und Lebensmitteln den Arsch gerettet. Aber offenbar gilt: Was sind 20 Jahre Händel mit den USA gegen eine Feindschaft, die schon vor unserer Zeitrechnung begonnen hat. Fast witzig: überall zeigt die Regierung in Museen Beweise, dass die Paracel-Inseln, winzige Atolle im Südchinesischen Meer vor Vietnams Küste, schon immer zu dem Land gehörten. Beispielsweise im Tapetenmuseum nach dem Motto: Funde von Wandverkleidungen aus dem 16 Jahrhundert dort haben eindeutig vietnamesischen Ursprung. Naja. Da geht es halt auch um gewaltige Rohstoffvorkommen.

Auch bei meinem Besuch der Zitadelle von Hue wunderte ich mich vor fünf Jahren wie schnell Vietnam den Krieg, der dem Land von den USA aufgezwungen wurde und der so viele Opfer forderte, vergessen hat. Wir erinnern uns: Bei der Neujahrsoffensive 1968 wurde Wochen mit aller Grausamkeit um die Festung gekämpft. Noch heute sind die Wunden des Krieges an jeder Ecke dieser riesigen Anlage zu sehen. Viele 10.000 Vietcong ließen hier ihr Leben. Davon ist heute auf den zahlreichen Tafeln in der Anlage kaum die Rede. Stattdessen positive Zitate von Onkel Ho über die Fähigkeiten der USA

Abends Essen in einem vegetarischen Restaurant, das wir bei der vergeblichen Suche nach einer anderen Lokalität entdeckten. Ziemlich gut.

Danach Bummel über den Nachtmarkt. Ein Bier noch….

….einen Schokoriegel im Minimarkt

Zurück in unserem Homestay, zur Lisa

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Mittwoch, 8. Februar 2023

Von Bangkok nach Hoi An

Den Morgen vertrödelt. Nachmittags den Flieger nach Da Nang bestiegen. Ankunft bei Dunkelheit. Kein Visum on arrival verfügbar, nur ein Stempel, gültig für 14 Tage. Aber es ist angenehm kühl. Mit dem Taxi zur Unterkunft, die Thomas, einem Deutschen, der seit über 20 Jahren hier lebt, gehört. Basic, um es vorsichtig zu formulieren. Aber ok, für den Preis von 17 Euro.

Hoi An ist ein beliebtes Touristenziel für Vietnamesen und Chinesen. Die Stadt ist bekannt für ihre Lampions, die quasi überall hängen. In den Straßen rund um die Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) ist kaum ein Durchkommen.

Auf dem Fluss Duzende kleine beleuchtete Boote.

Die Brücken mit verkitschten Lampen verziert.

Essensstände allenthalben

Und natürlich Buden mit Lampions in jeder Form.

Wir setzen uns in eine kleine Kneipe, eine Nudelsuppe noch und genießen die angenehmen Temperaturen bei einem Bier.

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Dienstag, 7. Februar 2023, Bangkok

Frühstück im Hotel. Ich will mir heute eine Hülle für mein uralt Smartphon kaufen, meine zerfleddert langsam und ein paar gefakte Kopfhörer, die die Nebengeräusche im Flieger absorbieren. Vion einem früheren Aufenthalt hier kannte ich so eine Art Fake-Markt und war mir vollkommen sicher, dass ich ihn finde. Denkste. Nach zwei Kilometer laufen bei 34 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit hatte ich mein T-Shirt durchgeschwitzt.

Immerhin hatte ich Glück und konnte nochmal einen Zug auf der alten Strecke fotografieren, die demnächst stillgelegt wird. Fürs Poesiealbum.

Mit der Metro in die Gegenrichtung. Hier finde ich einen Markt, allerdings nur für Lebensmittel. Authentisch, weil abseits der Touristenströme. Es ist wohl so eine Art Großmarkthalle. Riesig. Gassen für Fleisch, Fisch, Getreide, Reis, Gemüse und so weiter. Hier deckt sich auch die Gastronomie ein. Man darf nicht hinschauen, wenn man abends mit ruhigem Gewissen essen möchte. Der Umgang mit Tieren ist in China und Südostasien schon problematisch.

Nicht alle Fische sind schon tot. Man lässt sie in den Schalen verenden. Manche machen noch einen letzten Sprung.

Wir haben 34 Grad im Schatten

Hühner und sonstiges Getier werden an den Ständen zerlegt. Genutzt wird jedes Gramm. Irgendwas hat noch in jeder Suppe Platz.

Zurück halten ir Kriegsrat. Utes Sohn ist zurück vom Besuch des Künstlerkollektivs. Er fliegt am nächsten Tag zurück nach Deutschland. Wir wollten ursprünglich weiter in Thailands Norden ziehen. Aber auch dort sind für die nächsten Tage 34 bis 36 Grad prognostiziert. Wir beschließen am nächsten Tag rüber nach Vietnam zu fliegen. In Hoi An sind angenehme 26 Grad vorhergesagt.

Während Ute mit ihrem Sohn Jeans kaufen ist, versuche ich es nochmal auf einem anderen Markt. Vergeblich. Aber immerhin ist die Tour mit einer Bootsfahrt verbunden.

Abends dann große Abschiedsfeier von Fabian beim Italiener. Eigentlich eine Pizzeria, aber Preise wie bei uns beim Promi-Edelitaliener.

Fabian erzählt von seinem Besuch bei dem Künstlerkollektiv, das er von der Documenta in Kassel kennt. Bemerkenswert, die Kontakte, die die Maler in Kassel mit Gruppen aus Afrika, Syrien oder Asien geknüpft haben, existieren weiter. Man tauscht sich aus. Eigentlich war der Ansatz der letzten Documenta gut. Der Blick aus dem Süden auf eine globale Welt, das Teilen von Ideen, der Austausch. Leider hat man den Ansatz gründlich vermasselt weil man viel zu spät auf die Ansätze des Antisemitismus reagierte. Diese Documenta war vom künstlerischen Ansatz sicher eher Durchschnitt aber die Idee Verbindungen über die Kontinente zu knüpfen wegweisend.

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Montag, 6. Februar 2023, Bangkok

Vormittags: Wäsche waschen, lesen und erzählen.

Am späten Nachmittag zieht es uns zu einem der zahlreichen Nachtmärkte, die ich von vergangenen Reisen kannte. Die Tour lässt sich mit einer Fahrt auf dem Fluss verbinden. Es wird im wahrsten Sinne ein Schlag ins Wasser. Die Boote fahren längst nicht mehr im Minutentakt. Der Preis der neuen Metro. Und den Nachtmarkt gibt es auch nicht mehr. Wir fragen. Keiner versteht den anderen. Man setzt uns irgendwo ab. Warten auf das nächste Boot. Irgendwann hören wir, wie ein Engländer nach der Haltestelle von Chinatown fragt. Ok. Dann fahren wir auch dorthin. Da gibt es immer ein offenes Restaurant. Ein Kilometer laufen bis wir dort sind.

In Chinatown sind heute deutlich weniger Stände geöffnet. Vielleicht gilt die neue Großzügigkeit nur für das Wochenendende.

Austern ist heute nicht und Champagner eh fast nie.

T+K wollen wir nicht schon wieder. Drinnen auf jeden Fall. Tripadvisor empfiehlt uns einen vegetarischen Chinesen. Von außen sehen wir, dass viele Einheimische hier essen.

Das Restaurant ist zwar nicht vegetarisch, die Bedienung versteht uns kaum, aber dank der Bilder auf der Speisekarte wissen wir, auf was wir uns einlassen. Es schmeckt.

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Sonntag, 5. Februar 2023

Udon Thani nach Bangkok

Zum Frühstück ein wenig Obst und nur einen Toast. Ich werde den ganzen Tag in einem Zug sitzen, in dem man nicht unbedingt auf Toilette will. An den Nachbartischen hocken die Jungs schweigend neben ihren Thais. Keiner versteht wohl die Sprache des anderen. Irgendwie auch witzig.

Am Bahnhof warten. 20 Minuten Verspätung. Ich fahre mit so einer Art Regional-Express bis Bangkok. 8 Stunden. Es ist die einzige Tagesverbindung. Mit dem Schlafwagen nachts wollte ich nicht.

Das Problem: keine AC und harte Plastikbänke.

Anfangs ist der Zug noch fast leer…..

….und man kann dem Lokführer beim Fahren zuschauen.

Nach zwei Stunden füllte sich der Waggon. Urlaub zu Ende? Wochenendheimkehrer? Keine Ahnung. Bald sind die Gänge vollgestellt mit Reissäcken, Hühnerkörben, Stofftaschen prall gefüllt mit Gemüse, Früchten, Brot und anderen Nahrungsmitteln aus dem Heimatdorf. Die Mitbringsel sind wohl nicht nur dem gewohnten Geschmack von Mamas Küche geschuldet. Bangkok ist richtig teuer geworden wie ich wenig später selbst feststelle.

Ich erinnere mich an eine Begegnung zehn Jahre zuvor. Es war meine erste Fahrt in die thailändische Hauptstadt. Ich kam aus dem Süden, aus Singapur. Ab Hat Yai buchte ich ein ganzes Schlafwagenabteil für mich alleine. 36 Euro für fast 20 Stunden Fahrt. Die Crew umsorgte mich liebevoll, machte einen guten Job. Kurz vor Bangkok hielt der Zug auf freier Strecke. Ich sah wie die Bahner aus dem Gepäckwagen massig Körbe mit Reis und anderen Lebensmitteln aus der Provinz quer über ein Feld in ein Slum trugen. Vor den ärmlichen Wellblechhütten saßen Menschen in Eisenbahnuniformen. Wahnsinn. Da machen Leute einen Klassejob und können in der Hauptstadt noch nicht einmal in Würde leben und müssen ihre Nahrung über hunderte Kilometer rankarren.

Bangkok hat viele Slums. Man sieht sie auch aus den Abteilfenstern. Holzverschläge und manchmal auch nur Pappkartons. Obszöner Reichtum und das nackte Elende trennen oft nur wenige Meter. Damals bin spätabends auf dem Weg zum Hotel zu früh abgebogen und stand plötzlich mitten in so einem Slum. Klar hatte ich Panik bis ich dann bemerkte, hier sitzen ganz normale Leute, die tagsüber Taxi fahren oder Kellnern und sich von ihrer Hände Arbeit keine Wohnung leisten können.

Mein Zug kommt im neuen Hauptbahnhof von Bangkok an. Er ist seit Ende Januar im Betrieb. Sein großer Vorteil: der direkte Übergang (und dazu noch mit Rolltreppen) vom Zug in die Metro. Und das Beste: die U-Bahn hält auch in der Nähe meines / unseres Hotels.

Hier treffe ich Ute. Sie hat mit ihrem Sohn einen Monat Vietnam bereist. Wiedersehen nach langer Zeit. Unser gemeinsames Silvester hatten wir wegen Grippe gecancelt. Utes Sohn ist für drei Tage alleine unterwegs. Er hatte ja bei der Documenta gejobbt und sich mit einem thailändischen Künstlerkollektiv angefreundet, die er in einem 70 Kilometer entfernten Ort besucht.

Abends gehen wir zum Essen nach Chinatown. Ich überrede Ute zu T+K Seafood. Mein Lieblingsrestaurant dort. Chinatown überrascht mich. Vor fünf Jahren hatte die Stadtverwaltung dort dem bunten Treiben ein Ende gesetzt und Stände, Tische und Stühle von Straßen und Bürgersteigen verbannt. In den Medien wurde von einer Strafaktion gegen die Chinesen gesprochen, weil die die erfolgreicheren Gastronomen seien. Bei meinem letzten Besuch war die Atmosphäre in Chinatown eher trostlos. Nur T+K konnten sich halten, weil sie innen Drei-Stockwerke-hoch bewirten konnten. Jetzt war alles wieder wie früher. Kein Durchkommen auf den Wegen, Gedränge, hunderte von Essständen

Gekocht wird auch bei T+K auf der Gass.

Wir entscheiden uns für einen Tisch drinnen. In Deutschland hätte die Bauaufsicht das Etablissement längst gesperrt. Eine schmale Treppe führt in den dritten Stock, keine Fluchtwege, aber es ist dank Klimaanlage angenehm kühl.

Meine Vorspeise Austern und dann ein richtig schöner Fisch in Ginger und Zitronengras. Ute ist angesichts der Auslagen bei 28 Grad im Freien eher misstrauisch und beschränkt sich auf vegetarisch. Gemeinsam sind uns die beiden 0,65 Liter Flaschen Chang.

Geschafft

Zur Verdauung noch ein Bummel vorbei an den Ständen mit vielen exotischen Genüssen und Angeboten bei denen man sich nicht traut: Vom Käfer über den Froschschenkel bis hin zu….

zu allerlei Meeresgetier

Das Nebeneinander von Fußgängern und Autos ist beängstigend.

Wir verzichten auf den Nachtisch und machen uns per Metro auf den Heimweg.

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