Frühstück im Einkaufszentrum nebenan. So schön unser Hotel ist (abgesehen von den Mosquitos), Frühstück können sie überhaupt nicht. Ich bin gleich am ersten Tag auf den Food-Court in der Mall nebenan umgestiegen. Für drei Euro kann man da richtig zuschlagen. Anschließend haben wir noch ein wenig eingekauft. Meine Gürteltasche war kaputt und einen guten Umhängebeutel habe ich mir geleistet. Anschließend packen.
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Abends sind wir dann wieder in den Farmladen nebenan zum Essen. Man muss etwas warten, es ist minimal teurer als sonst in Thailand, aber es lohnt sich.
Vorbemerkung: Eigentlich wollte ich von zuhause aus die restlichen Tage beschreiben. Aber: Kaum in der Wohnung angekommen, hat mich Corona niedergelegt. Nicht heftig aber lange.
Eigentlich haben wir auch nur im Hotel rumgehangen, gelesen. Es war ziemlich heiß geworden. Abends sind wir nochmal zu dem Inder für ein sehr gutes Essen und dann noch ein Bummel über den Nachtmarkt. Ein paar unnütze Sachen gekauft, ein Bier und ein wenig einem Entertainer zugehört, der sich mit Oldies abmühte.
Abends auf Street Food Tour. Mit an Bord: Neben Ute und mir, ein älteres amerikanisches Paar aus Wyoming (Lehrer in Rente) auf Winter-Ade-Reise. Wo sie wohnen liegt von Oktober bis Mai Schnee. Ein Schulleiter aus LA, der drei Monate unbezahlten Urlaub macht, ein Schweizer, ein Journalist aus Hongkong, dessen Zeitung die Chinesen gerade verboten haben. Uns alle begleitet eine sehr sachkundige Führerin, die auf die Küche ihrer Heimat Nord-Thailand schwört und für sie zu begeistern weiß. Sie führt uns zu Orten außerhalb der engeren Innenstadt von Chiang Mai, die wir alleine nie entdeckt hätten und in denen wir uns nie getraut hätten, zu essen.
Treffpunkt ist, wie auch sonst, ein altes Kloster.
Erste Station: Ein Stand an dem diverse Teile vom Schwein über Stunden slow gekocht werden. Das Fleisch wird so sehr zart, man kann es mit dem Löffel teilen. Dazu eine köstliche Soße, genau an der Grenze zum spicy, man schmeckt noch jede einzelne Gewürznote. Der amerikanische TV-Gourmet-Papst Anthonie Bourdain adelte einst diesen Stand an einem stark befahrenen Highway in einer seiner Sendungen. Klar, dass jetzt die Plätze fast alle besetzt sind.
Weiter zum Schweinebauch, in großen Töpfen erhitzt.
Teller leer, auf zur nächsten Station.
Dritter Gang: Fisch. Oder besser. So gut geht Fisch. Würde ich in Chiang Mai leben, ich wäre Stammgast, auch wenn das Vieh tiefgefroren aus Japan eingeflogen wird.
Unsere Begleiterin heißt irgendwie so ähnlich wie mein Handy: Huawei. Sie kennt nicht nur die Geschichte der Gerichte sondern berichtet auch wie die Standinhaber, meist Frauen, zum Kochen kamen. Es ist auch eine Geschichte von Migration. Viele Küchen dieser Welt aus China, Vietnam, Indien, Indonesien, Myanmar, Nepal, Japan und anderen Regionen prägen die thailändische Esskultur. Es waren meist Zuwanderer, die sich mit den Spezialitäten ihrer Heimat eine Existenz aufbauten. Viele der Stände existieren in der dritten Generation seit über 50 Jahren. Huawei kennt die Vita vieler dieser Zuwanderer. Es ist oft ein hartes entbehrungsreiches aber auch erfolgreiches Leben.
Roher und gekochter Wasserbüffelsalat in Blut. Hätte nie geglaubt sowas essen zu können. Köstlich. Aber was gibt uns Huawei mit. Wir Thailänder brauchen die Wasserbüffel zum Reisanbau nicht zum Essen. Also ein Gericht eher für Touristen. Zielgruppe Chinesen.
Für den Transport zwischen den Ständen sorgte ein Tuk Tuk
Zwischenmahlzeit süß. So eine Art thailändisches Crepe mit Kokosmasse.
Ein wenig Stinkefrucht…
…und für den Durst einen Obstsaft, frisch gepresst.
Picknick in der Markthalle. Längst hatten wir mehr als die versprochenen 18 Gerichte probiert. Ich hatte vorher Angst, dass ich spätestens nach dem 10 Gang schlapp mache. Aber es war alle wunderbar portioniert.
Nur beim Teller mit den Käfern und Mehlwürmern habe ich gestreikt. Die drei Amis, der Mann aus Hongkong und der Schweizer ließen sich von dem Getier nicht abschrecken.
Also nur ein Show-Foto mit mir
Irgendwie ging es immer so weiter. Ein Highlight gegen Ende. Ein Besuch in einer burmesischen Shan Küche. Die Shan leben in den Bergen von Myanmar. Sie führen seit über 70 Jahren einen Bürgerkrieg gegen die Regierung um Unabhängigkeit. Bei meinem Besuch in Myanmar habe ich die Folgen hautnah erlebt. Statt zwei Stunden über den Berg durch Stammesgebiet musste der Bus 18 Stunden die Täler hoch und runter fahren, um die Konfliktherde zu umgehen. In guter Erinnerung ist mir aber die Shan Küche. Kräftig und raffiniert gleichermaßen.
Wir besuchten vor dem Dessert die wohl bekannteste Shan-Küche in Myanmar. Ihr Besitzer vor der Militärjunta nach Thailand geflohen. Er lebt hier seit Jahrzehnten. Im Schnitt verarbeitet er 30 Kilogramm Nudeln am Tag, an Feiertagen können es auch mal 200 Kilogramm werden. Auf jeden Fall köstlich.
Zu dem winzigen Restaurant gehört ein kleiner Laden.
Alles liegt in einer abgeschiedenen Gasse, die wir alleine nie entdeckt hätten.
Zum Dessert dann zu dem angeblich besten Süßpapp-Heinz in Chiang Mai.
Ich habe das erste Mal im Leben südlich von Italien Eis gegessen. Es ist anders als bei uns, aber es hat was.
Pappsatt ein Taxi Richtung Hotel per Grab gebucht. Vorher noch mit Ute zwei Bier und eine kleine Flasche Vodka in einem der gefühlt 10.000 7/11-Shops in Chiang Mai erobert, drei Minuten vor 21 Uhr. Das ist die Uhrzeit ab der der Verkauf von Sprit untersagt ist. Und da ist keine Minute Überziehen vorgesehen.
Umziehen. Die Betten in unserem Air BnB sind ziemlich hart. Das neue Hotel dicht am Airport macht innen und außen einen richtig guten Eindruck. Eine Oase im Grünen, nebenan ein Einkaufszentrum. Das Mega-Problem: das Zimmer wurde zuvor mit irgendwelchen chemischen Keulen gegen Mosquitos immunisiert. Wir müssen über Stunden die Klimaanlage bei offenen Türen (zum Glück mit Fliegengittern) laufen lassen, um wieder atmen zu können.
Erst mal einräumen, Mittagsschlaf. Abends essen in einem Restaurant, das frische Zutaten direkt vom Erzeuger verspricht und die Zusage auch einhält. Ein richtig gutes Essen. Fisch als Hauptspeise. Und ich muss auch keinen Gemüsesaft trinken. Auch wenn es nicht auf der Karte steht, es gibt Bier.
Breakfast in einem Szenecafe. Fast alle Plätze sind besetzt aber es gibt nur eine Bedienung. Entsprechend die Wartezeiten. Aber es lohnt. Meine Sandwiches sind richtig gut. Danach Besuch eines Tempels. Ein Verwandter von Ute ist hier beerdigt. Die Angehörigen hier stellen oft kleine „Überlebenspakete“ auf die Grabstellen. Zwei Dosen Bier, einige Kekse, eine Rolle Klopapier und Süßigkeiten. Wenn das Zeug nach ein paar Tagen immer noch dort steht, verzehren es die Nachkommen. Finde ich gute. „Frau ich muss nochmal auf den Friedhof. Der Opa hat Durst auf eins, zwei Weizenbier“
Ute findet die Idee mit dem Bier nicht so lustig. Also müssen ein paar Blumen, (die Gelben) reichen. Offenbar gibt es jemand, der / die gelegentlich nach dem Grab schaut, denn es steht noch ein Strauß vor der Grabplatte.
So ein Friedhof auf einem Tempelgelände mit Kloster hat schon was.
Der Eingang zu den Klausen
Und überall kleine Pagoden
Vorschlag für ein Fotomotiv von Ute
Zurück geht es mit Grap quer durch die Stadt. Grap ist so eine Art Uber. Man sieht, was man zahlen muss und muss auch nicht mühsam das geplante Ziel übersetzen.
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Abends Lust auf einen Inder Das von Ute ausgewählte Lokal ist richtig gut, das Essen reichhaltig.
Danach ein Bummel über einen der zahlreichen Nachtmärkte in Chiang Mai.
Morgens nebenan in einem Cafe gefrühstückt. Wir waren etwas estaunt über 10 Prozent Discount auf der Rechnung. Der Grund: Einige Gäste haben die Nachbartische zusammengestellt und dabei die Stühle verrückt. Wegen der Lärmbelästigung gebe es Rabatt. Mittags ein wenig durch Chiang Mai gebummelt. Ich habe die Stadt das erste Mal vor zwölf Jahren besucht. Die Veränderungen sind gewaltig. Der Tourismus hinterlässt Spuren.
Abends echt vegan gegessen. Jedenfalls viel besser als der Italiener am Vortag.
Morgens ganz früh aus dem Bett. 6.30 Uhr Frühstück. Um 7.30 Uhr holte uns der Mann vom Little Flower mit dem Taxi ab. Fahrten zum Flughafen sind begehrt. Einchecken, Zoll, Security ziemlich schnell. So hatten wir noch Zeit in der Lounge (dank Utes Kreditkartenanbieter) für ein zweites Frühstück.
Flug Easy. Unterkunft in Chiang Mai nicht schlecht aber deutlich unter dem Niveau der Fotos. DDas ganze Haus ist wohl auf 17 Stockwerken mit Air BnB Wohnungen gefüllt. Die Touristen bringen wohl in der Woche mehr als eine normale Vermietung im Monat. Auch ein Grund für die Wohnungsnot in den Städten.
Abends wollten wir im Übergang Vietnam zu Thailand mal gut italienisch essen. Keine gute Idee, obwohl das Ambiente vielversprechend erschien. Wie beim Edel Italiener. Mit viel Pomp und jede Menge Show. Die hätte man lieber in die Küche und die Köchin investieren sollen. Nach zwei Bissen haben wir die Pasta und die Pizza zurückgehen lassen. Das Essen war nicht verdorben. Einfach nur grottenschlecht. Eine Portion Miracoli und jede Pizza vom Lidl schmecken besser.
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Ute hat nebenan auf dem Nachtmarkt noch irgendwas Frittiertes gegessen. Das einzige was ich noch runterbekam war ein Wodka.
Letzter Tag in Hoi An. Morgen müssen wir ziemlich früh los. Also heute packen, Pool und ein wenig lesen.
Abends dann nochmal ins Little Flower. Die Speisekarte fast einmal hoch und runter. Am Ende werden wir noch zu einem Abschiedsfoto mit der gesamten Crew gebeten.
In der Mitte die Besitzerin und die Oma, die so vorzüglich kocht.
Entgegen der Vorhersagen scheint die Sonne. Unten am Strand ist es windig. Aber am Pool zu lesen: Herrlich.
Nachmittags Stadt.
Nochmal Banh Mi essen. Die Brötchen wären bei uns als Snack für zwischendurch auch ein Renner.
Eine Runde Altstadt. Käme mir irgendwie blöd vor, mich von einem wie ein Kolonial Massa durch die Gassen strampeln zu lassen. Aber das Geschäft flutscht. Scheint irgendwie im Pauschalpreis inbegriffen.
Regentag. Das Wasser fällt wie eine Wand. Zeit, uns mit dem weiteren Verlauf der Reise zu beschäftigen. Aber erst einmal frühstücken. Das Hotel bietet ein riesiges Buffett. Alles vorhanden. Scheinbar. Manches scheint jeden Morgen aufs Neue am gleichen Platz zu stehen. Da hat man bei Kuchen, Cremes, Fisch oder Wurst keine Bock zuzugreifen. Aber zum Glück wird vieles frisch zubereitet, in guter Qualität. Also das immer gleiche Ritual: Exotische Früchte wie Ananas, Mango, Drachenfrucht, Papaya etc. Danach am Tresen bei der Zubereitung vom Omelette zuschauen: Zwei Eier, dazu von allem und recht Spicy. Im Wok und mit zwei Stäbchen angerührt. Dazu noch einen Tick Chili-Soße und etwas Soja. Dazu Nudelsuppe und zum Abschluss einen Toast mit Marmelade. Ist schon eine gute Grundlage.
Vor der Terrasse prasselt der Regen unablässig. Unser Visum gilt nur noch eine Woche. Dann müssen wir Vietnam verlassen. Theoretisch könnten wir die Frist mit einer Ausreise nach Laos und einer sofortigen Einreise um zwei Wochen verlängern. „Visa run“ nennt sich das. Dafür gibt es spezialisierte Fuhrunternehmen. Das Problem. Hin und zurück nach Laos sind es insgesamt 13 Stunden Fahrt durch die Berge. Bei Regen. Unser Flug von Bangkok zurück geht am 26. Februar. Am 22 Februar müssen wir raus aus Vietnam. Hier in Hoi An haben wir das Hotel bis zum Wochenende gezahlt.
Wir beschließen schweren Herzens auf Hanoi zu verzichten. Die vietnamesische Metropole zählt für mich zu den urbansten Städten der Welt. Aber 90 Minuten Flug plus eine Stunde vom Airport in die Stadt wegen drei Tagen ist etwas heftig. Angkor Wat wäre eine weitere Option. Aber dort sind die Temperaturen auf über 34 Grad geklettert. Wir beschließen für eine Woche nach Chiang Mai im Norden Thailands zu reisen. Dort werden angenehme 26 Grad vorhergesagt.
Es trifft sich gut, dass Air Asia am Samstag von Da Nang direkt nach Chiang Mai fliegt. Die Tickets müssen wir wie ganz früher im Reisebüro kaufen, denn wir müssen noch unsere vietnamesischen Dong loswerden. Ein Rücktausch der Währung wäre mit herben Verlusten verbunden.
In einer Regenpause mache ich mich mit dem Hotel Shuttle Richtung Stadt. Kaum angekommen, beginnt ein Wolkenbruch. Binnen Minuten stehen die Straßen 25 Zentimeter hoch unter Wasser. Zum Glück hat mir eine Mitarbeiterin von der Rezeption einen Schirm in die Hand gedrückt. Mit seiner Hilfe schaffe ich es halbwegs trocken in den Banh Mi Tempel von Madam Phuong.
Nach einer Stunde kann ich mich wieder ins Freie wagen. Ich habe im Internet schon mal die Buchung durchgespielt. Am Ende erhöht sich mit Gepäck und diversen Fees der ursprünglich angegebene Preis um mindestens 50 Prozent.
Bei der ersten Agentur ist der Flug rund Doppelt so teuer. Zweiter Versuch: Immer noch deutlich über dem erhöhten Internet-Preis. Im dritten Reisebüro habe ich Glück. Der Preis liegt nur unwesentlich über dem Internetangebot. Die Buchung dauert und dauert. Aber am Ende klappt alles.
Abends gehen wir wieder ins Little Flower essen. Ein außergewöhnliches Lokal. Eher am Stadtrand. Einfach. Unscheinbar. Man sitzt in Freien, nebenan dröhnt eine Karaoke-Bar. Aber die Zutaten sind immer frisch. Und die Oma kocht. Ziemlich gut. Heute gibt es so eine Art gefüllter Pfannkuchen. Die Zutaten: Salat, Kräuter, gebratener Teig, Soßen und Reispapier. Alles wird einzeln an den Tisch gebracht. Man kann die Zutaten nach seinem eigenen Geschmack mischen und am Ende in das Reispapier einrollen. Als Grobmotoriker bin ich damit natürlich überfordert.
Ute hilft. Ach so. Beim Essen wird alles noch in eine Chili-Soße getunkt.
An diesem Abend habe ich das erste Mal Sehnsucht nach einem Schnaps nach dem Essen. Gibt es in dem Lokal nicht. Aber man ist in Vietnam flexibel. Kurzerhand kauft die Besitzerin des Restaurants nebenan im Mini-Markt einen Jägermeister.
Später darf ich dann nochmal in die Küche schauen. Alles ganz einfach aber mehr braucht es hier nicht, um gutes Essen zu kochen.
Zurück mit dem Taxi. Wie überall in Vietnam setzt man im Business auf mehrere Stadtbeine. Der Mann der Besitzerin hat noch ein Taxi.