Gut geschlafen. Ich verlängere um eine Nacht zu einem etwas moderateren Preis. Hier in der Umgebung gibt es viel zu sehen. Zunächst fahre ich zum alten Bahnhof. Hier soll es ein schönes Café geben. Es hat zu. Heute ist Freitag, dass ist bei den Moslems so wie bei uns Sonntag.

Al Ula war einst ein Betriebsmittelpunkt für die Strecke auf der arabischen Halbinsel. Bis hierher durften die Planer und Ingenieure aus dem Abendland. Ab hier durften Richtung Mekka nur Muslime arbeiten. Von hier wurde gesteuert. Entsprechend großzügig ist das Gelände angelegt.


Die Büros und Wohnungen sind zerfallen.

Die Schienen wurden einst auch genutzt die Decken zu stabilisieren.

Ein verrostetes Windrad pumpte Wasser.

Das Ensemble von der Straßenseite aus. Mit Wasserturm.

Jenseits der Straße stehen noch einige alte Wagen. Die Felsen oberhalb nutzte das Militär wohl zur Sicherung der Bahnhofs. Darauf deuten Mauern und Schießscharten.
Ich mache mich zurück in den Süden. Gut hundert Kilometer. Gestern hatte mein Navi eine der interessantesten Stellen der Hedjaz Bahn nicht angezeigt. Bis ich es merkte war es schon dunkel. Auch jetzt schickt mich die Lady in der Box erst mal in die falsche Richtung auf eine Piste. Nach fünfhundert Meter stecke ich hoffnungslos im Sand fest. Panik. Zum Glück kommt ein Trupp junger Leute vorbei. Die haben so richtig Erfahrung wie man so ein Auto, das bis zur Achse feststeckt wieder flott bekommt. Einfach etwas Luft aus dem Reifen lassen. Wir können Schnee. Sie können Sand. Sie sprechen gut Englisch. Wir lachen viel. Das Interesse an meiner Welt ist groß.

Zu dem Bahnhof mit dem verlassenen Zug führt eine enge aber normale Straße. Hätte ich das Navi ignoriert, wäre mir viel Stress erspart geblieben

Ein Wasserturm weist den Weg zu dem verlassenen Zug im Wüstensand. Bösewicht war nicht der Lawrence. Vor dreißig Jahren stand die Garnitur noch auf dem Gleis. Alte Bilder belegen das. Wahrscheinlich haben die Arbeiter Lok und Wagen einfach nicht mitgenommen als man die Strecke abgebaut hat. Dort wo die Bahn sich jetzt befindet lagen einmal die Abstellgleise und ein Gleisdreieck zum Drehen der Dampfmaschinen.

Der Lok droht das Schicksal der Titanic. Irgendwann ist alles zerbröselt.

Schade

Der Bahnhof. Lok und Waggons liegen auf der linken Seite

500 Meter weiter eine sehr schöne lange Brücke über einen Wadi…..

….mit Wärterhaus. Im Hintergrund vier Damen mit Kids beim Picknick. Ihr Begleiter spielt ein paar Meter weiter in einem Transporter am Handy. Kaum tauche ich auf, hupt er und die Mädels kehren mir schnell den Rücken zu.

Ich mache mich auf den Heimweg auf einer neuen Alternativroute. Die Verkehrsschilder geben mein Ziel an, auch das Navi. Leider ist die Fahrbahn nicht fertig. Die letzten zehn Kilometer gehen über eine Piste. Nach den Erfahrungen vor einigen Stunden: No way. Die ganze Strecke zurück. Circa 50 Kilometer.

Begleitet nur noch von Kamelen.

In der Nacht echt ein Problem.