Donnerstag, 24. Oktober Von Milwaukee nach Dallas

Noch ein großer Reisetag. Aber erst mal eine Stärkung am Frühstückstisch. Angebot und Vielfalt liegen deutlich über dem Schnitt der üblichen Mittelklasse-Hotels. Keine Überraschung: das Haus wirkt gut geführt. Kompetenter Staff. Nur: auch hier eine Plastik-Orgie.

Mit dem Rucksack auf dem Rücken zur Straßenbahn. Wegen der Einbahnstraßen muss ich etwas weiter laufen. Unterwegs sehe ich mein Traumauto.

Stadt der Brauereien halt.

Straba Nulltarif. Die Fahrzeuge wirken gepflegt. Aber die Wagen sind trotzdem wie in Portland, Sacramento oder Pittsburgh leer.

Das Bahnhofsgebäude ist sehr modern. Ich bin eine Stunde zu früh. Rucksack parken. Ein Wasser und ein Sandwich für unterwegs kaufen. Sie haben nach längerem Suchen sogar Sparkling Water. Aber 14 Dollar zusammen für 0,5 Liter Wasser und ein Käsebrötchen? Ist schon happig

Beim Boarding das übliche Chaos an der Schnittstelle zwischen Digital und Analog. Viel Personal trotzdem lange Wartezeiten. Passagierzahlen wie in Deutschland ließe das System binnen Sekunden kolabieren.

Neunzig Minuten mit einer Art komfortablem Regionalexpress nach Chicago.

Unterwegs: Typischer Bahnhof in Illinois. Filmkulisse

Einfahrt in Chicago aus dem Zugfester

Ankunft in Chicago. Als die amerikanischen Eisenbahnen in den 1950erJahren den Personenverkehr aufgaben, leisteten sie gründliche Arbeit und bauten seine Infrastruktur gleich mit ab. Was zählte war nur der profitable Güterverkehr. Die wenigen Personenzüge verbannte man irgendwo ganz hinten in die Ecke oder wie hier in Chicago in den dunklen Keller. Jetzt wo der Transport von Passagieren eine (bescheidene) Renaissance erleb, fehlen die Kapazitäten. Man kann sie auch nicht mehr ohne weiteres mal eben reaktivieren. Viele Trassen sind schlicht zugebaut. Oben prächtige Bahngebäude und Hallen während unten die pure Not herrscht. Das System ist sehr personalintensiv weil die Fahrgäste oft in kleinen Gruppen über die Nachbargleise zum Ausgang geführt werden müssen.

Ich habe nur rund zwei Stunden Aufenthalt. Aus Versehen hat man mich in die Lounge geschickt so habe ich wenigstens einen angenehmen Sitzplatz im Wartebereich.

Aber auch hier beginnt bald beim Boarding das Chaos. Etwa 100 Passagiere, fünf Wagen und etwa 30 Minuten Wartezeit in der Schlange. Zunächst werden alle d möglichen Priority Personen auf den schmalen Bahnsteig geführt. Und wir sind auch dort noch nicht am Ziel unserer Träume. Erst müssen die Platzkarten per Hand ausgeschrieben werden.

Mein Wagen ist gut besetzt. Ich habe einen Sitznachbarn und mache mir schon Sorgen um meinen Schlafkomfort später. Aber zum Glück steigen die meisten Mitreisenden in Springfield aus. In St. Louis bleibt kaum mehr als ein Duzend übrig. In der Stadt am Mississippi haben wir eine Stunde Aufenthalt. Der Zug wird aufgetankt. Ein Wagen wird abgehängt. Zeit um frische Luft zu schnappen.

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