
Der Zug steht bereit. In der Nacht schlafe ich einigermaßen. Morgens finde ich mich mitten in einem Gebirge wieder.

Die Landschaft draußen ist atemberaubend. Seen, schneebedeckte Gebirge, Herbstwald. Auf steilen Rampen überquert der Zug ein Gebirge. Später geht es weiter durch eine Ebene Richtung Portland.
Die Einfahrt in den Bahnhof lässt wenig Gutes erwarten. Zelte, Pappkartons notdürftige Abdeckungen. Im reichsten Land der Erde ist Obdachlosigkeit ein Problem. Leute die ihren Job verlieren, stehen schnell auf der Straße. Draußen am Bahnhofsvorplatz erwartet mich eine Zeltstadt. Hier hausen kaum Migranten oder irgendwelche Streuner und Käuze, die halt nicht sesshaft werden möchte. Bei aller Vorsicht in der Einschätzung: das sind vom Anaschein in der Mehrheit Menschen, die vor einigen Monaten noch einen Job hatten, eine Wohnung, sich am Wochenende zum Barbeque mit Freunden trafen. Mit dieser Entwicklung steigt die Kriminalität. Das einstige Paradies Oregon belegt heute in der Kriminalstatistik der USA einen der vorderen Plätze.

Ein angenehmes Hotel erwartet mich. Bin wegen der Probleme, die ich draußen gesehen habe, sehr nachdenklich.

Eine Terrine vietnamesische Suppe 17 $ in einem Schnellimbiss. Das Bier (0,3) dazu 7 $. Man fragt sich, wer sich das Leben in den USA noch leisten kann. Ein Faktor für das Wiedererstarken von Trump?

Mich zieht es zum Basketball. Das heimische NBL-Team trägt ein Vorbereitungsspiel gegen Utah aus. Der Ticketkauf scheitert fast an meiner deutschen Telefonnummer. Karten gibt es im Normalfall nur aufs Handy. Ok. Für mich macht man dann doch eine Ausnahme. Die Sicherheitskontrollen am Eingang sind heftig und die Preise hoch. 0,3 Liter Bier 15 $. Geht´s noch? Dagegen ist es auf dem Oktoberfest in München wie bei Aldi.



Ich bin bei Basketball eher Laie. Aber selbst als dieser war zu sehen. Saisonvorbereitung. Die Jungs haben Spielzüge und Dreier geübt. Aber eines muss man den Amis lassen. Die Show ist immer perfekt.