Morgens ein Rundgang durch die Deutschtown. Ein richtig spannendes Viertel. An den Rändern deutliche Zeichen der Gentrifizierung. Im Kern entlang der Hauptstraße offensichtlicher Niedergang. Aber auch hier bemüht sich die Stadt offenbar mit vielen Initiativen um Verbesserung. Auffällig die ehrenamtlichen Nachbarschaftsprojekte quasi vor jedem Block.

Deutschtown in Pittsburgh. Im Prinzip wie die südliche Innenstadt in Offenbach. Nur ohne Türken und Pakistani. Aber auch einst prall gefüllt mit Fremden, mit Deutschen. Die sind vor 180 Jahren hierher ausgewandert, weil sie im Herzen Europas ihre Familien nicht mehr ernähren konnten, die Obrigkeit fürchten mussten, in Würde leben wollten und vor allem weil es ihre Kinder einmal besser haben sollten.

Sie blieben lange Zeit bei der Deutschen Sprache, gründeten eigene Zeitungen, brauten Bier nach unseren Rezepten, pflegten Kultur in Chören wie Teutonia, lebten Religion nach ihrem Ritus und verzehren Sonntags Streuselkuchen und Bratwurst.

Auch wenn das Quartier heute zwischen Absturz und Gentrification schwankt, viele Zeugnisse erinnern daran, dass einst Schmitt, Müllers und Maiers halfen, ein blühendes Gemeinwesen aufzubauen. Eine Zeitreise in die wir uns immer versetzen sollten bevor wir Ausgrenzung verlangen.





Später dann ins Andy-Warhol-Museum neben dem Hotel.




Ein interessantes siebenstöckiges Industriegebäude. Gefüllt mit vielen Exponaten auch aus seinem Leben. Warhol ist hier geboren als Kind slowakischer Einwanderer. Später zog er nach New York. Das Museum selbst hat Fleißkärtchen fürs sammeln verdient aber irgendwie fehlt der Spirit, der Überbau.

Abends vor dem Zug nochmal zu Mickeys auf ein Bier. Um 22 Uhr zum Bahnhof. Warten auf den Midnight-Train.