Im Holiday Inn wirklich gutes Frühstück, wenn wir den Plastikmüll ausblenden, der in der preiswerteren Express-Klasse dieser Kette Standard ist. Bummel durch die Innenstadt.


Vom Hotel nur einmal gerade über die Brücke. Die Stadt liegt an drei Flüssen. In den 1930er und 1940er Jahren ein Drecksloch. Zeitzeugen schildern, dass die Menschen wegen der Rauchfahnen und Abgase oft nicht mehr die Sonne sahen. Heute zählt Pittsburgh zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität in den USA. Sport, Outdoor und vor allem Kultur prägen das Image. Die Zeiten der Depression scheinen passé. Die Transformation war für viele Menschen war brutal. Sie ist es für manche auch heute noch. Ich erinnere mich an einen Stahlarbeiter den wir Ende der 1990erJahre in einer Geisterstadt in Montana trafen. In dem Touristenspot betrieb er eine Kneipe, prall gefüllt mit Devotionalien aus seiner Zeit als Stahlarbeiter. Das sei sein Leben und seine Identität. Das Lokal habe er jetzt zum Geld verdienen, aber er lebe dafür, sich einmal im Jahr mit seinen alten Kumpels vom Hochofen zu treffen.



Pittsburgh investiert in Kultur. Massiv. Das alte Theaterviertel wird revitalisiert. Überall neue Kulturzentren, Kinos, Galerien. Dennoch: Viel Leerstand, Billigläden. Lanz hat vor einigen Tagen bei seiner Reportage aus Amerika Pittsburgh als Beispiel für die negativen Entwicklungen in den USA geschildert. Weit übertrieben, auch wenn die Obdachlosigkeit nicht zu übersehen ist. Das war sie auch früher nicht. Aber man lässt sich halt auch verrückt machen. Die Bewertungen von Hotels in vielen amerikanischen Städte kennt scheinbar nur noch ein Kriterium: Wie viele Wohnsitzlose treiben sich um das Hotel herum.

Leider habe ich mich davon auch beeinflussen lassen: Eigentlich wollte ich in das Hotel Prior, ein wunderhübscher Backsteinbau, einst ein Kloster. Aber überall wurde die Gegend als unsicher beschrieben. Bullshit wie ich feststellte als ich während meines Aufenthaltes zufällig vorbeikam.

Zurück in die City. Jeden Donnerstag ist Farmers Market. Ich habe gut und preiswert gegessen. Und dazu spielte ein gutes Duo Jazz und Blues. Nachmittags bei den Pittsburgh Penguens ein T-Shirt für Philip gekauft.

Danach zufällig in ein Oktoberfest geraden, das der Einzelhandelsverband dort zur Belebung der Innenstadt organisiert. Naja. Und 0,3 Bier rund 10 Dollar. Dagegen sind die Wiesenwirte auf dem Münchener Pedant Wiesenknaben.

Abends dann ein echtes Spaten in Max´s Tavern im ehemaligen Deutschen Viertel und dazu eine überraschend gute Bratwurst.
Heimweg durch Deutschtown



