Sonntag, 19. Nov. 2023. Nouakchott – Kapverden

Punk vier Uhr stehe ich in der Lobby. Zwei ankommende Franzosen warten ratlos vor der Rezeption. Der Portier ist nicht auffindbar. Mit Hilfe des Nachtwächters entdecken wir ihn schlafend in einer Ecke im Restaurant. Jetzt dauert es, denn erst müssen die Nachbarn aus Frankreich einchecken bevor bin ich dran bin. Habe gestern alles bezahlt. Und auch der Transfer zum Airport ist da. Ein richtig komfortabler Toyota.

Unterwegs ein kurzer Schreckmoment. Der Fahrer biegt in die Gegenrichtung ab in ein Slum. „Don´t worry“, er holt weitere Passagiere ab. Es dauert ein wenig bis diese aus ihrer Wohnung kommen aber dann geht es direkt zum Airport, der bestimmt zwanzig Kilometer außerhalb liegt. Am Checkpoint kennt einer der anderen Fahrgäste den Polizisten. Ein Plausch, kein Stress mit dem Pass und keine Fragen zum „woher“ und „wohin“.

Am Airport ist zwar eine Tür unter dem Schild „Departure“ geöffnet. Aber ich werde gleich wieder vertrieben. Noch sei alles verschlossen.

Ich gedulde mich auf einer Parkbank. Da nur wenige Menschen so früh am Flughafen sind, geht alles einigermaßen flott. Mein Gepäck wird bis zu den Kapverden durchgecheckt aber ich muss mir in Dakar eine neue Boarding-Karte am Schalter ziehen. Die Maschine düst über Dakar nach Mali, zur Elfenbeinküste und dann bis Conakry. Air Mauretania. Leider darf ich kein Foto vom Jet, ein etwas betagter Airbus, machen. Hier herrscht Hochsicherheit. 45 Minuten bis Dakar, ein total ruhiger Hupfer.

In Dakar möchte ich den Transitbereich nicht verlassen. Ich bin nicht gegen Gelbfieber geimpft. Und die Einreise in die Kapverden ist nur erlaubt, wenn ich hier im klimatisierten Flughafen bleibe.

Denkste. Am Tor zum Transitbereich steht niemand. Ein Wächter bedeutet mir, dass ich durch die Passkontrolle raus müsse. Also Stempel Senegal in den Pass und ich stehe am Ausgang. Wenn schon denn schon denke ich. Da kann ich auch eine Stadtrundfahrt machen. Der Trip scheitert aber an den astronomischen Forderungen der Taxi-Fahrer. Zurück in die Halle zu einen Thunfisch-Brötchen und einem Kaffee. Zusammen zehn Euro. Flughafenpreise sind international. Zeit mit Lesen vertreiben.

Gegen 12 Uhr stelle ich mich in der Check-in-Zone von Air Senegal an. Mir wird bedeutet, ich müsse noch zwei Stunden warten. Aber diesen Bereich verlassen kann ich auch nicht mehr. Endlich gegen 14 Uhr darf meine Boarding-Karte abholen. Mein Gepäck liegt ja irgendwo hier in einem Lager. Hoffentlich. Zoll. Ausreise. Stempel und zu den Gates.

Ich glaube es kaum. Hier gibt es Bier. Dazu bestelle ich mir ein Tuna-Sandwich. Der Nachmittag vergeht mit lesen. Der Flieger hat 90 Minuten Verspätung. Endlich um sieben Uhr heben wir ab. Rund eine Stunde bis zu den Kapverden.

Dort liegt erstmal ein langer Weg vor mir: Vom Flieger zur Ankunftshalle. Zweimal wird der Pass auf dem Vorfeld überprüft. Klar. Angst vor illegalen Einreisen. Beim zweiten Mal wird es für mich ernst. Wo denn meine Geldfieber-Impfung sei, fragt mich die Dame in Uniform. Zum Glück habe ich auf die Stadtrundfahrt in Dakar verzichtet. Mit meinem ganzen Offenbacher Hinterhof Charme versichere ich ihr, den Airport von Dakar nicht verlassen zu haben. Sie schaut mich zweifelnd an, lässt mich aber passieren.

Martin und Candida, die Eigentümer meines B&B, holen mich ab. Es sind nur wenige Minuten Fahrt und mich erwartet ein kleines Refugium. Beide haben sich hier ihren Traum verwirklicht. Das Haus verbindet Schweizer Qualitätsstandards mit kapverdischer Lebensart. Das Abendessen einfach aber es schmeckt. Die Zimmer mit tollem Bad und was man so braucht. Alles gut. Ich schlafe zufrieden ein.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar