Die baskischen Schmalspur-Bahnen sind rund um die großen Städte quasi die S-Bahn. Und dazu funktionieren sie ziemlich gut. Aber zwischen Kommunen wie Bilbao, Santander und Oviedo liegt viel dünn besiedeltes Land. Zum Glück können die Basken immer mal wieder den Unabhängigkeits-Jocker ziehen, zum Glück gibt es die EU mit ihren prall gefüllten Töpfen und so verkehren auf dem mit allen Schikanen generalsanierten Netz abseits von Bilbao, San Sebastian und Oviedo auf vielen 100 Kilometern ein oder zwei Züge am Tag.


Im letzten Jahr bin ich von Leon nach Bilbao. Ein einziger Triebwagen alle 24 Stunden fast leer, aber mindesten 50 Mitarbeiter an den Bahnhöfen und im Zug. Mit Rentnerkarte habe ich um die zehn Euro gezahlt. Von Meereshöhe auf Berge, wieder nach unten und wieder hoch. Toll für mich als Bahnfan, aber man muss es sich auch leisten wollen.

Auch von Bilbao nach Santander verkehren nur drei Züge am Tag. Im Mittelabschnitt bin ich der einzige Passagier. Und von Santander nach Oviedo sieht dann es nicht besser aus. Zwei Züge am Tag. Leer.

Innen bietet der Triebwagen erster Klasse Komfort. Draußen zieht eine tolle Landschaft vorbei: enge Flusstäler, steile Felsformationen, einsame Orte mit kleinen verwunschenen Bahnhöfen. Satte Wiesen mit Kuh und Ziegenherden. Ein Geißlein musste dran glauben. Der Triebwagen hat es überrollt. Eine Stunde dauert es bis der Kadaver aus dem Getriebe unter dem Boden entfernt ist.

Im Dunkeln in Oviedo angekommen. 4* Hotel direkt am Bahnhof für 60 Euro. Gelegenheit, um zwei Tage auszuruhen. Spät noch gut bei einem Italiener gegessen.