
Morgens um sechs Uhr weckt das Handy. Abfahrt des Zuges gegen 7.20 Uhr. Zum Glück ist der Bahnhof nebenan. Die kleine Bar hat schon auf: ein Kaffee und ein Toast. Dann muss ich noch die Fahrkarte für die Schmalspurbahn kaufen. Die gibt es nur am gleichen Tag und nur an einem Extra-Schalter. Zum Glück führen Rolltreppen in die Hallen mit den regionalen Verbindungen.

Im Bahnhof von Oviedo wunderhübsche Reklamekacheln.
Und dann fast die Katastrophe. Ein Triebwagen steht auf Gleis 1, auf dem Bahnsteig, auf dem mein Zug abfahren soll. Etwas schäbig zwar, aber ich denke mir, wird schon ok sein, lege meinen Rucksack rein, steige aus, um mir noch ein Wasser am Automaten zu ziehen. Der Lokführer tutet schon, das Zeichen für die Abfahrt. Ich hetze in das Abteil zurück und eine Frau fragt mich auf Englisch nach meinem Ziel. „Ferrol“ antworte ich. Das sei der nächste Zug, erwidert sie. Der Zug in dem wir seien, sei eine verspätete S-Bahn. Ich schaffe es gerade noch so durch die Tür: mit Gepäck. Wahrscheinlich hat die Frau mich für einen Pilger gehalten. Von Oviedo nach Ferrol führt auch ein Teil des Jacobswegs. Auf jeden Fall Glück.

Mein Waggon, der dann kommt, ist wesentlich bequemer. Sieben Stunden Fahrt für vielleicht 150 Kilometer liegen vor mir. Es geht buchstäblich über Berg und Tal. Manchmal verläuft die Strecke aber auch direkt am Meer entlang. Die Gegend hier ist sehr einsam. Es gibt nur wenige meist kleine Dörfer. Kaum Menschen steigen ein oder aus. Wahrscheinlich ist die Fahrt mit dem Bus schneller und bequemer.

Die Strecke passt sich der Landschaft an. Die Täler werden weit ausgefahren, jedes Seitental umrundet. Trotzdem sind viele Tunnels, tiefe Einschnitte und hohe Brücken notwendig.

Irgendwo müssen wir 15 Minuten auf den Gegenzug warten.

Irgendwann durchqueren wir tatsächlich eine Stadt

Pause um auf den Gegenzug zu warten. Ein Bahnhof mit vielen Reminiszenz an früher….

……wie diese Uhr

Ein Team des galizischen Fernsehens wartet, um die wenigen Fahrgäste zu interviewen. Frage: Ob es Spaß mache, mit so einem Bummelzug zu fahren. „Yes“ antworte ich der Kollegin. Als Bahn-Freak bin ich natürlich hellauf begeistert.


Das Hotel in Ferrol hat nur einen Stern, dafür steht es fast neben dem Bahnhof. Das Zimmer ist sehr sauber, vor allem das Bad mit seiner super Dusche gefällt mir. Die Wirtsleute sind sehr freundlich. Wahrscheinlich eine Pilgerherberge.
Abends esse ich in einem hochgelobten Lokal. Das schlechteste Essen auf meiner Fahrt. Irgendwas vertrage ich an der Tortilla nicht.
Zwei Bilder aus Ferrol

