Regentag. Das Wasser fällt wie eine Wand. Zeit, uns mit dem weiteren Verlauf der Reise zu beschäftigen. Aber erst einmal frühstücken. Das Hotel bietet ein riesiges Buffett. Alles vorhanden. Scheinbar. Manches scheint jeden Morgen aufs Neue am gleichen Platz zu stehen. Da hat man bei Kuchen, Cremes, Fisch oder Wurst keine Bock zuzugreifen. Aber zum Glück wird vieles frisch zubereitet, in guter Qualität. Also das immer gleiche Ritual: Exotische Früchte wie Ananas, Mango, Drachenfrucht, Papaya etc. Danach am Tresen bei der Zubereitung vom Omelette zuschauen: Zwei Eier, dazu von allem und recht Spicy. Im Wok und mit zwei Stäbchen angerührt. Dazu noch einen Tick Chili-Soße und etwas Soja. Dazu Nudelsuppe und zum Abschluss einen Toast mit Marmelade. Ist schon eine gute Grundlage.

Vor der Terrasse prasselt der Regen unablässig. Unser Visum gilt nur noch eine Woche. Dann müssen wir Vietnam verlassen. Theoretisch könnten wir die Frist mit einer Ausreise nach Laos und einer sofortigen Einreise um zwei Wochen verlängern. „Visa run“ nennt sich das. Dafür gibt es spezialisierte Fuhrunternehmen. Das Problem. Hin und zurück nach Laos sind es insgesamt 13 Stunden Fahrt durch die Berge. Bei Regen. Unser Flug von Bangkok zurück geht am 26. Februar. Am 22 Februar müssen wir raus aus Vietnam. Hier in Hoi An haben wir das Hotel bis zum Wochenende gezahlt.
Wir beschließen schweren Herzens auf Hanoi zu verzichten. Die vietnamesische Metropole zählt für mich zu den urbansten Städten der Welt. Aber 90 Minuten Flug plus eine Stunde vom Airport in die Stadt wegen drei Tagen ist etwas heftig. Angkor Wat wäre eine weitere Option. Aber dort sind die Temperaturen auf über 34 Grad geklettert. Wir beschließen für eine Woche nach Chiang Mai im Norden Thailands zu reisen. Dort werden angenehme 26 Grad vorhergesagt.
Es trifft sich gut, dass Air Asia am Samstag von Da Nang direkt nach Chiang Mai fliegt. Die Tickets müssen wir wie ganz früher im Reisebüro kaufen, denn wir müssen noch unsere vietnamesischen Dong loswerden. Ein Rücktausch der Währung wäre mit herben Verlusten verbunden.
In einer Regenpause mache ich mich mit dem Hotel Shuttle Richtung Stadt. Kaum angekommen, beginnt ein Wolkenbruch. Binnen Minuten stehen die Straßen 25 Zentimeter hoch unter Wasser. Zum Glück hat mir eine Mitarbeiterin von der Rezeption einen Schirm in die Hand gedrückt. Mit seiner Hilfe schaffe ich es halbwegs trocken in den Banh Mi Tempel von Madam Phuong.

Nach einer Stunde kann ich mich wieder ins Freie wagen. Ich habe im Internet schon mal die Buchung durchgespielt. Am Ende erhöht sich mit Gepäck und diversen Fees der ursprünglich angegebene Preis um mindestens 50 Prozent.
Bei der ersten Agentur ist der Flug rund Doppelt so teuer. Zweiter Versuch: Immer noch deutlich über dem erhöhten Internet-Preis. Im dritten Reisebüro habe ich Glück. Der Preis liegt nur unwesentlich über dem Internetangebot. Die Buchung dauert und dauert. Aber am Ende klappt alles.
Abends gehen wir wieder ins Little Flower essen. Ein außergewöhnliches Lokal. Eher am Stadtrand. Einfach. Unscheinbar. Man sitzt in Freien, nebenan dröhnt eine Karaoke-Bar. Aber die Zutaten sind immer frisch. Und die Oma kocht. Ziemlich gut. Heute gibt es so eine Art gefüllter Pfannkuchen. Die Zutaten: Salat, Kräuter, gebratener Teig, Soßen und Reispapier. Alles wird einzeln an den Tisch gebracht. Man kann die Zutaten nach seinem eigenen Geschmack mischen und am Ende in das Reispapier einrollen. Als Grobmotoriker bin ich damit natürlich überfordert.

Ute hilft. Ach so. Beim Essen wird alles noch in eine Chili-Soße getunkt.
An diesem Abend habe ich das erste Mal Sehnsucht nach einem Schnaps nach dem Essen. Gibt es in dem Lokal nicht. Aber man ist in Vietnam flexibel. Kurzerhand kauft die Besitzerin des Restaurants nebenan im Mini-Markt einen Jägermeister.

Später darf ich dann nochmal in die Küche schauen. Alles ganz einfach aber mehr braucht es hier nicht, um gutes Essen zu kochen.
Zurück mit dem Taxi. Wie überall in Vietnam setzt man im Business auf mehrere Stadtbeine. Der Mann der Besitzerin hat noch ein Taxi.