Frühstück: Obst, Toast, Kuchen. Keine Experimente. Mittags ein Spaziergang durch die Stadt hier hat sich in den letzten fünf Jahren viel verändert. Vientiane galt immer schon im Vergleich zum restlichen Laos als steril. Aber jetzt haben sie nochmal zugelegt. Ein wenig Mekong geschaut. Danach der erste Versuch eines Mittagessens: gedünstetes Gemüse mit Cola. Ging gut.
Ich musste unbedingt noch meine Zugtickets für die Weiterreise in den Norden kaufen. Das geht frühestens drei Tage vor Abfahrt. Das ist in Laos nicht so einfach. Am Bahnhof wohl kein Problem: Der liegt aber 12 Kilometer außerhalb. Stadtbüro der Bahn: nur wenn man eine laotische Kreditkarte hat. Internet: die meisten Anbieter haben wegen der Tücken den Verkauf eingestellt. Agenturen: Haben Sonntags zu. Überhaupt: mir fehlen die vielen Büros der Tourenanbieter. Da macht auch hier das Internet auch hier eine ganze Branche platt.
Ich hatte am Flughafen keine Lao-Sim-Karte gekauft, weil ich mich so malade fühlte und nicht Schlange stehen wollte. Das rächte sich nun. Keine Telefonläden. Wo sind die geblieben? Die rettende Idee: der Busbahnhof. Hier kommen doch auch die internationalen Transporte aus Bangkok und Hanoi an. Und richtig, ein kleiner Marktstand hatte auch Sim-Karten. Keine 3 $ für einen Monat surfen. Und das beste die Frau am konfigurierte das Handy in zwei Minuten und nach einer weiteren Minute war ich online.
Zweieinhalb Kilometer sollte der Weg bis zu einem offenen Büro sein, das Bahntickets verkauft. Mit der Sim Karte geht auch das Navi wieder, also los. Das Ziel war eine wunderbares altes Fabrikgebäude, zu einer Mall umgebaut. Eine Mall, die aber zu achtzig Prozent leer stand. An den leeren Schaufensterscheiben noch die Slogans von Startups. Hier war mal sowas wie ein Innovationscampus. Wahrscheinlich ein Opfer von Corona. Mein Laden war natürlich zu. Weiter gegoogelt, einen Laden in der Nähe gefunden. Aber auch der existierte nicht mehr.
Im Tuk Tuk zurück zum Hotel. Frust. In den Reiseführern wird gewarnt, die Tickets an der Rezeption zu kaufen. Von 100 Prozent Aufschlag wird berichtet. Aber Surprise, surprise. Auch hier ist wohl mein Hotel die Ausnahme. Obwohl der Sonntagsabend-Portier nur schlecht Englisch verstand, hatte er sofort die richtigen Leute am Telefon, gab fürs Bezahlen sein Privatkonto an und berechnete nur eine geringe Kommission.
Vom Hotel wieder in die Stadt. Vorbeimarsch am Siegestor. Für die Freiheitskämpfer hier standen wir doch vor über 50 Jahren auch im Wasserwerfer. Naja. Mittlerweile haben sie sich wohlig im Staats-Kapitalismus eingerichtet. Wir aber irgendwie auch


Das abendliche Fontänen-Ballett am Tor. Getragene Musik mit leicht bombastischem Arrangement.

Und drinnen in einem der Torpfeiler, ein Kiosk. Mal stelle sich mal eine Pommesbude im Triumphbogen in Paris vor.
Zum Essen zum Italiener. Die Idee: Italienische Nudeln beruhigen jeden Magen, sagt man. Bei Tripadvisor stand, der Koch von diesem Restaurant habe in Italien gelernt und seine Ausbildung gemacht. Naja. Vielleicht mal ein Schülerpraktikum. Die Nudeln waren jedenfalls Asian Style und nicht gut.


Noch ein wenig am Ufer des Mekong gebummelt. Wie in London oder sonst wo. Die üblichen Freizeitparks am Ufer. Hier im Duzend.
Ein Bier noch. Heim. Bett.