Lahore zu den Salzminen
Pünktlich um 9 Uhr treffen wir uns in der Lobby. Auf dem Programm steht ein Ausflug zu den Salzminen. Pakistan ist für seine reichhaltigen und qualitativ hochwertigen Vorkommen bekannt. Besonders das pinkfarbene Salz wird in der Haute Cousine geschätzt. Es ist Sonntag Morgen. Oh Wunder, die Straßen in der Stadt sind leer. Relativ problemlos erreichen wir die Autobahn. Der Highway verbindet Lahore mit Islamabad, Karatschi und Peschawar. Wir fahren durch ein sehr grünes Land. Es wächst und blüht. Zwei und mehr Ernten im Jahr sind Standard, so Imran. Viel Wasser komme aus dem Himalaya, der Boden sei fruchtbar und das Know How für Landwirtschaft ausgeprägt. Links und rechts neben der Autobahn wirkt die Landschaft sehr aufgeräumt. Schmucke Ort, gepflegte Parzellen.
Nach einer Weile passieren wir Imrans Heimat. Hier wachsen, wie er versichert, die besten Orangen der Welt. Felder mit den reifen süßen Früchten soweit das Auge reicht.

Stopp an einer Raststätte. Mc Doof, KFC, Cola: Eigentlich alles so wie bei uns. Eigentlich: Nur dass hier die Toiletten blitzblank sauber sind und nichts kosten. Mein Guide kauft einige Orangen. Sie schmecken wirklich so gut wie von ihm versprochen.
Nach etwa 200 Kilometer verlassen wir die Autobahn. Die Mautgebühren wären sind für unser heimisches Preisniveau gering. 30 Kilometer sind es noch bis zur Mine, eine Strecke für die wir rund 80 Minuten benötigen werden. Es wird ausgebaut. Vierspurig, um die Touristenströme zu kanalisieren. Naja. Ob das so die erste Priorität ist?

Die Straße wird zum staubigen Feldweg. Metertiefe Löcher. Stop and go, weil wir immer wieder dem Gegenverkehr ausweichen müssen. Aber gleich im ersten Dorf eine Überraschung. Eine Hochzeitsgesellschaft zieht mit Musik von Haus zu Haus. Vorne die Männer, hinten die Frauen und Kinder.


Man lächelt uns zu, winkt. Die übliche Frage nach „Germany?“ und eine Einladung mitzufeiern. Zu meinem Bedauern müssen wir ablehnen.

In den Berg fährt eine kleine Bahn. Natürlich bewacht auch hier ein Posten die Szenerie. Mittlerweile kann ich ja an der Ausrüstung die Wichtigkeit einer Einrichtung schon ganz gut unterscheiden. Pistole, Gewehr oder Kalaschnikow. Und bei den Männern: Veteran vom 14ner Krieg, Couch Potato oder Ranger. Er gehört eher in die Kategorie Veteran. Sein Pumpgun ist auch keine Geheimwaffe. Mit ihr gehe er eigentlich in den Bergen auf Bärenjagd, erzählt er mir und erklärt mir den Mechanismus im Detail.

Nach 1,5 Kilometer Fahrt erreichen wir den Besucherschacht. Salz wird hier wohl schon seit Alexander dem Großen und lange davor abgebaut. Trotzdem liegen noch immer 95 Prozent der Würze unter der Erde. Schätzungen, so mein Führer, gehen davon aus, dass hier noch viele 100 Jahre das Salz gebrochen werden kann.

Eine erschöpfte Salzkammer

Aus den Salzblöcken hat man allerlei Kunstwerke geschaffen. Je nach Salzart leuchten sie Pink, Gelb oder Rot. Hier eine Moschee.

Der Freiheitsturm. Ein wichtiges Symbol für den Staat Pakistan.

Und eine kunstvoll illuminierte Höhle.

Draußen schnell noch ein Bild vom alten Bahnhof. Hier verluden die Briten einst die kostbare Fracht. Heute sind die Gleise abhängt und verlassen.

Unten im Dorf kehren wir noch in einer Fernfahrerkneipe ein. Ein paar Stühle auf dem gestampften Boden, zwei Tische auf Beton.

Imran verspricht mir bestes Essen. Die Fernfahrer seien auf eine gut Küche angewiesen. Hier gebe des das frischeste Fleisch. Wir essen Hühnchen, das wir mit dem Brot tunken. Bestecke gibt es nicht. Dazu Linsen, etwas Rohkost und eine traumhafte Soße aus Joghurt, Chili und Koriander.

Der Koch hatte sich ein dickes Lob verdient. Ich durfte nochmal in die Küche schauen und Fotos machen. Während wir nachdem Mahl aufbrachen, dopten sich noch einige Trucker für die nächste Tour.

Vorher bewunderte ich aber noch einige ihrer kunstvoll bemalten Brummis.

Truck Art ist in Pakistan eine anerkannte Kunstform

Imran erzählte mir augenzwinkernd: In Pakistan sage man, Viele Fahrer investierten mehr Geld in die Verzierung ihres Wagens denn in ihre Frau.
Auf der Rückfahrt war es schon dunkel. Zeit ein wenig Vorzuschlafen.