Mühlheim 14. Jan 2023

Mühlheim – Bahrain

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls im Film. Mit Heinz Rühmann war es? Glaube ich jedenfalls. So richtig gut geschlafen hatte ich nicht. Naja, die erste große Tour seit 2019. Aber mein Enkel Philip hat mich dann aufgemuntert. Morgens mit ihm Bilderbuch anschauen: Es gibt nichts Schöneres.

Frühstück habe ich ausfallen lassen. Christian hat mich zum Bahnhof gefahren. S-Bahn war pünktlich. Alles klar denke ich: Zwei Stunden Zeit und 15 Minuten zum Einchecken. Geht locker. Denkste. Terminal 2. Minus 15 Minuten. Schlange vor dem Schalter von gulf air überschaubar, die Menge an Gepäck dafür überhaupt nicht. So pro Paar 4-6 Koffer, Kartons, Kinderwagen und was weiß ich. In der Spitze habe ich zehn Teile gezählt. Die Diskussion am Counter über die fälligen Gebühren waren endlos, zumal die meisten Passagiere noch ein paar Rollkoffer mitgebracht hatten, die sie mit an Bord nehmen wollten. Und immer wieder wurden Freunde und Bekannte an der Schlange vorbei vorgelassen. Kurz vor knapp war ich auch dran mit meinem einfachen Rucksack. „Sie müssen sich oben an der Passkontrolle aber vordrängen, der Check in schließt in 10 Minuten. Mit schlechtem Gewissen und einem tausendfachen „Sorry“ gelang es mir mich bis zu der vollautomatischen Kontrolle vorbei zu schleichen. Und oh Wunder. Das erste mal im Leben konnte sich der Scanner sofort mit meinem Pass anfreunden. Im Flugzeug der nächste Stress. Großer Ringtausch, damit es eine tief verschleierte Frau aus der Golfregion nicht neben mir altem Knaben aushalten musste.

Der Flug war völlig relaxt. Das Essen überdurchschnittlich, allerdings hat der Scheich in den 5 Stunden 20 Minuten nur zweimal 0,1 Liter Cola spendiert.

Nach Bier traute ich mich überhaupt nicht zu fragen. In Bahrain begrüßte mich der freundlichste Zollbeamte ever und wollte mich unbedingt überreden, ein paar Tage länger zu bleiben. Beim Geldwechsel bin ich am Airport gründlich abgezogen worden. Anfängerfehler, ist mir zum zweiten Mal in diesem Leben passiert. Auf die Frage des scheinbar netten Mitarbeiters, wieviel Bahrain Money ich erwarte, habe ich mit den Schultern gezuckt. Also signalisiert „Keine Ahnung“. Da hat er halt einen Fantasiekurs eingegeben, der 30 % unter dem offiziellen Kurs lag. Dazu kamen ziemlich happige Gebühren. Ok. Lernprogramm aufgefrischt.

Mit dem Bus Down Town. Einmal sollte ich umsteigen. Der Bus fährt „Zick-Zack“, zumindest bekommt man so einen ersten Eindruck zwischen Altstadt und „Business-District“. Ein freundlicher Inder (die Bahrainis fahren wohl eher Auto, jedenfalls Stop and go) hat mir geholfen, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Mein Anschluss hätte mich 18 Minuten waren lassen, zum Glück sprach mich ein netter Mensch an, der sich wohl in seiner Freizeit mit illegalem Taxifahren ein paar Dollar dazuverdient.

Im Hotel der nächste Stress. Ich hatte vorab gebucht mit einem festen Preis. Der gelte nicht mehr, versuchte mir die Dame an der Rezeption zu erklären, der Tagespreis habe sich verdoppelt. Endlos Diskussion. Alles half nichts. Abends um 9 Uhr ein neues Hotel suchen, ist keine sinnvolle Option. Also Kreditkarte gegen Zimmerkarte. Zum Glück hatte ich die kompletten Buchungsunterlagen ausgedruckt. Da stand auf der der dritten Seite der Preis in Bahrain-Money. Schwarz auf weiß. Unten hatte ich nur das Deckblatt mit der Buchungsnummer zur Hand. Also mit dem Fahrstuhl runter vom 21 Stock in die Lobby. Neue Diskussion. Zum Glück schlug ein Kollege vor, mal bei der Zentrale anzurufen. Wohin auch immer auf dieser Welt das Gespräch geführt wurde, es stellte sich heraus „falscher Code“ eingegeben. Jetzt musste nur noch der Hotelchef persönlich, den Rücktransfer veranlassen.

By the Way stellte sich heraus: Mein Tarif beinhaltete auch Abendessen. Jetzt muß ich ibis loben. Es war richtig gut und reichhaltig. Noch ein paar Fotos vor der Tür. „Hochhäuser bei Nacht“ und gut geschlafen.




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