Bahrain, 15. Januar 2023

Frühstück im ibis. Deutlich über dem Schnitt. Vor allem die Local-Food-Theke tut gut. Der (oder das?) Hummus. Und dazu viel Gemüse etc. Richtig lecker. Beim Auschecken Gutschrift auf die Kredit-Karte erhalten. Alles ok.

Im Einkaufszentrum nebenan nach einem Laden für Speicherkarten gesucht: Warum ich den kurzen Abstecher erwähne? Ein Center doppelt so groß wie die OF Innenstadt fast leer. Geht nicht. Doch. Im Prinzip ein großer / guter Lebensmittelmarkt, ein Schnellimbiss, drei „Sonstige“ und 70 % Leerstand. Ich glaube das Modell „Shopping Mall“ hat sich nicht nur in OF überholt. Egal wo ich auf der Welt war. Leerstand. Gut das dort noch ein Inder seinen Kruschel-Laden (sprich 1-Euro-Shop) hatte. Dort gab es die SD-Karte in echt.

Danach raus zum „alten Fort“. Eine richtig gute Entscheidung, auch wenn der Taxi Fahrer mich erst einmal in eines der unzähligen anderen Einkaufszentren befördern wollte. Hier im Norden der Stadt lebt ein wenig die Illusion von dem Wüsten-Scheichtum „Bahrain“, ein Staat, der eigentlich ein Königreich ist. Erste Spuren von einer befestigten Anlage lassen sich bis ins 3. Jahrtausend vor Christi Geburt zurückverfolgen. Bahrain war bereits zu dieser Zeit ein Handelsplatz. Erstaunlich wie weit bereits damals die Geschäftsbeziehungen reichten. Lapislazuli, Gewürze, edle Stoffe, Kupfer und Salz aus vielen tausend Meilen Entfernung mit kleinen Booten oder auf Kamelen herangeschafft. Hier lebte eine hoch entwickelte Gesellschaft als allenfalls Höhlenmenschen unsere Breitengrade durchstreiften. Es beschäftigt mich bei meinen Reisen (Beispiel Seidenstraße) immer, warum hoch entwickelte Kulturen untergehen und andere plötzlich dominieren.

Die Zeugnisse aus dem Altertum werden gerade von einem Archäologen-Team freigelegt. Dominanter sind die Mauern der alten portugiesischen Festung gleich nebenan. Auch die alten Lusitanier wussten die Standortqualitäten hier für den Handel zu schätzen.

Sie mussten das Fort aber aufgeben, weil der schmale Kanal im Laufe der Jahrzehnte versandete. Heute ist der Fleck eine Oase der Ruhe abseits all der Wolkenkratzer. Man schaut über Palmenhaine und Sand Richtung Meer. Irgendwo draußen an einer Mole schaukeln Boote. Danach noch eine Happen essen. Zum Einstimmung beim Inder. Fisch-Curry-Naja.

Das Problem soweit draußen: Es gibt keine Busse und Taxis. Zur Hauptstraße gelatscht. Nach 20 Minuten endlich ein Taxi. „Airport“, das fand der Fahrer attraktiv. Irgendwie hat er seine ursprüngliche Bestellung umgebucht. Ich: zum Hotel, Gepäck einladen, Geduldsprobe im Feierabendverkehr, aber alles gut. Nebenbei. Fast in der Hälfte der Wagen, die neben uns rollten, saßen Frauen am Steuer. 20 Kilometer weiter bei den Saudis ist das eher ein Straftatbestand. Mein Eindruck in Bahrain: Das mit den Vorschriften wie Kopftuch etc wird nicht so ernst genommen wie nebenan.

Anyway: Mein Taxifahrer lieferte mich nach vielem Hupen pünktlich am Airport ab. Bahrain: Naja. Netter Stop over. Aber: Irgendwas mit Hochhäusern. Viel Glitzer, wenig Flair. Wenig Bier mit Alkohol.

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