Kathmandu
Gegen sechs Uhr morgens. Ein riesiges Schlagloch mag Ursache sein. Ich wache etwa 50 Kilometer vor Kathmandu auf. Vier Stunden habe ich wohl gedöst. Links ein tiefe Schlucht, das muss wohl ein Pass sein. Serpentine auf Serpentine geht es hoch. Die Jungs und die drei Mädels von der Sportfraktion reiben sich auch langsam den Schlaf aus den Augen. Nette junge Leute, naja und in dem Alter haben wir auch lauthals Party gefeiert, wenn wir den heimischen Herd entflohen waren.

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Und die Party geht gleich weiter. Stau. Ein Bick aus meinem Fenster lässt erahnen, das kann Stunden dauern. Kehre auf Kehre nichts bewegt sich mehr bis zum Scheitelpunkt hoch auf der anderen Seite des Tals. Bei uns kommen in so Situationen die Stauberater und aus dem Autoradio dudeln besonders schöne Oldies. Hier wird Live Unterhaltung geboten.

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Ein Musiker mit einer Art Streichmandoline steigt ein und die Jugendlichen sind ein dankbares Publikum. Eine Stunde Lied auf Lied, er singt vor und die Kids wiederholen den Refrain. Weltmusik pur. Es wird getanzt geklatscht und gefeiert. Der oder die Musiker haben hier ein Auskommen. Zum Schluss wird gesammelt. Blöd nur: Schilder deuten auf einen Tunnelbau. Kein Stau, keine Einnahmen.
Kathmandu wird auch als Moloch bezeichnet. 1,2 Millionen geschätzte Einwohner, ein Stadtgebiet von 20 mal 30 Kilometer Größe. Der erste Bick ist nicht berauschend. Wir passieren endlose Vorstädte, staubige Straßen, Verkehrschaos wie immer. Viel Armut.
Vom Busbahnhof bringt mich ein Taxi in den Stadtteil Thamel, so was wie das Touristenviertel. Ein richtiges Kleinod, viele Geschäfte. Was sofort auffällt, es ist nicht die übliche Imitate-Massenware „made in China“, wie sie sonst in Südostasien feilgeboten wird. Viel Handarbeit, schöne Designs. Und neben Thamel liegt die quirlige Altstadt, ein einziger großer Markt.

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Aber zunächst mal zum Hotel. Ich habe es wirklich gut getroffen. Obwohl es erst 11 Uhr ist, darf ich einziehen. Tolles Zimmer, Innenhof, richtig komfortabel und dafür zahle ich mit sehr gutem Frühstück keine 40 Euro pro Nacht.
Auspacken, Mittagsschlaf und dann ein Streifzug durch die Altstadt.

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Ein Durchkommen ist in den engen Gassen oft kaum möglich. Gedränge, geschäftige Hektik. Gehandelt wird mit allem: Schals und Cashmere, Gefäße aus Messing und Bronze, Rucksäcke und Trekking-Ausrüstung, Armbänder und Schuhe, Obst und Gemüse, Gewürze und Tee. In jedem Haus ein kleiner Laden, jeder Platz prall gefüllt mit bunten Ständen. Und in den Seitenstraßen Tempel, Schreine und Heiligtümer, Abwechslung an allen Orten.
Abends ein wenig nur gegessen. Italienisch zur Abwechslung, zwei Bier und Bett.