New Delhi – New Jalpaiguri
New Jalpaiguri ist Ausgangspunkt der Darjeelingbahn, eine der berühmtesten Bahnlinien dieser Welt, Weltkulturerbe. Aber bis dorthin liegen 21 Stunden Zugfahrt vor mir, im Schlafwagen auf indischer Breitspur, quer durch das Land, von West nach Ost.

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Am Vormittags ist noch Zeit für einen Stadtspaziergang. Mich zieht es in das weitläufige und großzügig angelegte Parlamentsviertel. Zentrale Achse ist eine Allee, vielleicht drei Kilometer lang, links und rechts gesäumt von einer breiten Grünanlage mit Wasserläufen. Sie reicht vom Indien-Tor, das an den arc de Triomphe erinnert, bis zum Regierungssitz. Reichlich Gelegenheit in Ruhe auf einer Parkbank zu sitzen, um zu lesen.

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Mit dem Bus zurück zur Stadtmitte. Habe mich einfach darauf verlassen, dass er auf der langen Straße immer geradeaus fährt. Kurz entschlossen zu Mc Doof. Vor einer so langen Zugfahrt möchte ich beim Essen auf der sicheren Seite sein.
Auwaia. In Indien gibt es keinen Bic Mac. Klar. Die Kuh ist heilig. Habe mich in meinem Leben in einer Hamburgerbude noch nie an Chicken versucht. Muss gestehen, die Hühner schmecken hier ganz ordentlich.
Zum Hotel. Gepäck aus dem Cloakroom, in der Lobby ein wenig gelesen. Gegen 15 Uhr mit dem Tuk Tuk die 500 Meter zum Bahnhof. Rucksack durchleuchten lassen, abgetastet werden. Um 16.10 Uhr soll der Zug abfahren. Ich stehe auf Gleis 1 an der Bahnhofshalle und die Leuchttafel sagt mir „Gleis 16“. 50 Stufen hoch, 200 Meter auf der Brücke quer über das riesige Gleisfeld laufen, Treppen runter. Zum Glück: Mein Waggon steht direkt vor dem Abgang.

sdr
Wir sind vier Leute im Abteil, noch eine Inderin und zwei junge Burschen. Alle müssen der Mittelklasse angehören, denn der Tarif für Liegewagen ist für indische Verhältnisse hoch (für uns nicht mal Portokasse). Kaum sind wir abgefahren, gibt es vom Schlafwagenschaffner reichlich Wasser, Tee und einen kleinen Imbiss, ziemlich süß.
Vom Abendessen nehme ich nur die Suppe. Mir hängt der verdorbene Magen von Ute und mir nach einem Essen in einem vietnamesischen Zug immer noch nach. Die Jungs arbeiten bis spät am Computer (Studenten wahrscheinlich), die Inderin schläft und ich schmökere noch ein wenig im Tolino, in einem Buch über die Weimarer Republik.