Freitag, 19. Okt. 2018

New Delhi – Agra

Übergangstag und Premiere in Indien. Mit dem Zug will ich von New Delhi nach Agra. Es  funktioniert. Nach dem Frühstück bringt mich ein  Tuk Tuk zum Bahnhof, ins Gewühle, Gepäck durchleuchten. Zwanzig Stufen mit zwei Rucksäcken die Treppe hoch, Gleis 3, zwanzig Stufen die Treppe runter bei 30 Grad und nebenbei noch die ganzen Typen ignorieren, die an mir zerren, um mir irgendwas anzudrehen. Das Netz an der Außentasche meines Bags  ist wieder ein Stück weiter eingerissen. Liebe Diebe: da ist nur feuchtes Toilettenpapier drin.

DSC00084

DSC00085

Obwohl die Strecke nur circa 180 Kilometer lang ist, muss ich trotzdem einen Liegewagenzug nutzen, hinter Agra wird der Express noch weitere 2.000 Kilometer zurücklegen. Obwohl die Waggons nicht nummeriert sind, finde ich mein Bett dank der Unterstützung eines Inders schnell. Dumm nur: Upper Bed, also kein Blick durchs Fenster möglich. Dan schlafe ich halt.

sdr

sdr

mde

mde

Der Zug fährt auf die Minute genau ab und hat in Agra nur 180 Sekunden  Verspätung. Kann mich nicht  erinnern, wann ich das letzte Mal in Deutschland so pünktlich am Ziel war.

DSC00091

In Agra mit dem Tuk Tuk zur Pension. Ich bin begeistert. Ein großes Zimmer  in einer Villa für 28 Euro. Ganz einfach eingerichtet aber Megasauber. Das Bett ist gut. Die Nasszelle klinisch rein. Der Laden wird von Jugendlichen gemanagt, keiner scheint älter als 25 Jahre zu sein.

DSC00092

Ein bisschen geruht und dann ein wenig durch das benachbarte Viertel gebummelt. Hier ist so eine Art Hindu-Festival, bei uns würde man es Love-Parade nennen.

DSC00101

DSC00098

(Die Beiden wollten unbedingt aufs Bild)

Ohrenbetäubender Techno, vor, hinter und auf einem Wagen wird ekstatisch getanzt. Solange es hell ist, stampfen die Jungs vor den Autos und die Mädchen dahinter. Mit einbrechender Dunkelheit ziehen die Frauen ab. Auch ein Statement. Die Männer umtanzen jetzt mitgeführte weiblich anmutenden Holzfiguren.

cof

cof

Abends habe ich lange nach einem Lokal gesucht. In die vornehmen Hotels will ich nicht und für Streetfood wie in Hanoi fehlt mir noch die Traute. Habe dann einen Laden gefunden, indem einige Inder sitzen, nach dem Gericht von meinem Tischnachbarn gefragt und bestellt. Einfach, gut aber für ein einfaches Lokal zu teuer.Für den Preis hätte ich auch nebenan in einem Fünf-Sterne-Hotel dinieren können.

Im Bett noch auf dem OP-Ticker das Spiel Kickers verfolgt. Nach dem 1:0 schlafe ich beruhigt ein und träume von vier Kickers Toren. Naja das Ergebnis ist ja bekannt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar