Um 7 Uhr klopft der Schlafwagenschaffner an die Tür. Eine Stunde noch bis zur Ankunft in einer Station etwa 50 Kilometer östlich von Ankara. Hier enden die Gleise. Die Türkei baut an ihren Hochgeschwindigkeitsstrecken. Wir müssen in einen Bus umsteigen.

Das bedeutet zunächst einmal auf einem schmalen Bahnsteig zwischen zwei Zügen balancieren. Ein letztes Foto von meinem Express, der mir gut 24 Stunden ein Dach über dem Kopf bot.

Zum Abschluss leiste ich mir nach Tagen der einfachen Unterkünfte nochmal ein Plaza. Was heißt leisten: 40 Euro für einen großen Raum mit Frühstück. Alles vom Feinsten. Einziges Problem: Die nächste U-Bahn-Station ist ungefähr 800 Meter entfernt. Mit dem Taxi bin ich gegen 10 Uhr morgens da und darf mein Zimmer gleich beziehen.

Blick aus dem verglasten Aufzug, trotz Höhenangst

Ankara ist eine junge Großstadt. Keine alten Soukhs, eher moderne Verwaltungsgebäude. Mich zieht es nach Okul. Hier ist eine Markthalle und in den Straßen ringsum Basaratmosphäre. Quasi am Tor zu dem Stadtteil eine große Moschee.


Ich hole erst mal mein Frühstück nach. Vom Fasten während des Ramadans ist nicht viel zu bemerken.

Die Lokale sind voll. Ich genieße noch einen Tee auf einer kleinen Terrasse. Von hier überblicke ich das Geschehen.

Und dann rüber in die Markthalle.




Das Angebot ist reichlich. Und alle Händler wollen fotografiert werden.

Die Jungs vom Fisch, offenbar zwei Russen.


Absolut frisch wie die Öffnung der Kiemen beweist.

Obst, Obst, Obst
Und Käse, Wurst, Gewürze




Und dann noch die Abteilung Sweeties

Abends auf Lokalsuche. Mein Hotel liegt im Regierungs- / Touristenviertel, keine gute Voraussetzungen für ein türkisches Essen zum Abschied. Ich marschiere Richtung Okul. Das Restaurant, das ich im Internet ausgewählt habe, ist komplett ausgebucht. Nach einigem Suchen finde ich in der Nähe in einer Seitenstraße ein kleines Lokal, auch voll besetzt. Ich finde noch einen Stuhl in einer Ecke.
An den drei großen Tischen sitzt die Nachbarschaft und wartet auf das Fastenbrechen. Auf der Tafel stehen schon die Beilagen, die Getränke sind eingeschüttet. Ich werde gefragt, ob ich gleich essen möchte. Ich schließe mich der allgemeinen Enthaltung an, was mit Wohlwollen aufgenommen wird. Wäre ja auch blöd, wenn ich den anderen etwas vorkaue. Wir müssen noch fünfzehn Minuten warten. Reden ein wenig. Nach meiner Einschätzung sind meine Tischgenossen Rentner, kleine Beamte. Männer und Frauen. Nur eine trägt ein Kopftuch. Englisch wird gut verstanden.
Das Essen ist sicher das Beste meiner 17tägigen Tour. Die Tochter des Hauses bringt mir eine kleine Haxe und der Chef serviert anschließend noch die Spezialität des Hauses. Kleine Fleischstücke, ganz besonders eingelegt.
Ich esse ganz selten Desserts und dieses Pistazienzeug ist mir im Normalfall zu süß. Aber die Tochter, die bedient, überredet mich noch zu einem Nachtisch.

Der ist wirklich der Hammer. Wenig Süß, sehr gehaltvoll, einfach nur eine toller Ausklang zum Abschluss.
Ich unterhalte mich noch mit dem Chef. Er spricht sehr gut Deutsch. Sein Bruder lebt mit seiner Familie in Hamburg.


Zufrieden gehe ich zurück zum Hotel. Passieren kann mir nichts. Auf dem Weg liegen das Hauptquartier der Polizei, das Verteidigungsministerium und einige andere wichtige Behörden. So alle zwanzig Meter ein Posten. Und dazwischen immer ein Kiosk.
