Freitag, 16. Juni 2017 – Rund um das Schwarze Meer Von Yerewan nach Tiflis

Was sagte der Armenier gestern im Van? Armenien is eating and churching. Recht hat er. Er hat übrigens in Lüdenscheid, Köln und Heidelberg (welche Kombi) für zwei Jahre gelebt. Computerfachmann ist er wohl. Jetzt arbeitet er in Tiflis und besucht seine Familie, die nach wie vor in Armenien lebt. In Georgien gebe es halt die besseren Jobs.

Der armenische Libanese bzw. libanesische Armenier gestern Abend hat wirklich ein Lokal das den Besuch  lohnt. Aber mein Frühstück heute Morgen ist auch Super. Die Menge, die auf dem Tisch steht, reicht mir normal eine Woche. Das ist schon eher Brunch. Und es schmeckt.
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Mein Zug zurück geht erst nach drei Uhr, also Stadtbummel ist angesagt. Morgens um 10 Uhr wirkt die City wie ausgestorben. Die meisten Geschäfte machen erst gegen 11 Uhr auf. Kein Wunder, wenn Armenien  die halbe Nacht unterwegs ist.

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Ein Prachtstück.

Zeit zum Schlendern und Beobachten. Die Stadt wird von Parks geprägt. Überragt wird Yerewan von einer riesigen Statue, Teil  des Cafesjian Center for Arts. In der City steht fast auf jedem Platz moderne Kunst. Ein angenehmer Kontrast zu den historischen Gemäuern. Vor dem Cafesjian Center ist es fast wie in einer Galerie.

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Das Cafesjian Center of Arts liegt unter einer riesigen Treppenanlage, die den Berg vielleicht 100 Höhenmeter hinaufführt. Zum Glück laufen innen lange Rolltreppen. Das besondere: Man kann an den Übergängen abbiegen und kleine Galerien besuchen. In diesen Räumen ist jeweils ein überdimensionales Werk an einer Wand angebracht. Sehr traditionelle Kunst, sehr auf die nationale Identität fokussiert. Religion und Unabhängigkeit sind die bestimmenden Themen der Reliefs aus Stein und des Trịptychon. Es erinnert  eher an naives Schaffen. Im scharfen Kontrast dazu wird der Besucher an der endlosen Rolltreppe von modernen Kunstwerken begleitet. Manche herausragend. Ein toller Spannungsbogen.

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Von oben hat man einen Traumblick bis in die Schneeberge. Hier in der Stadt sind es aktuell 28 Grad. Leider ist es sehr diesig und ich muss voll in die Sonne knipsen.

 

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15.30 Uhr Mein Zug steht bereit. Im Sommer fährt er einmal täglich nach Tiflis zu einer Zeit, in der es lange hell ist. Gelegenheit aus dem Fenster  etwas von Armenien  jenseits seines Zentrums zu sehen oder besser zu erahnen.  Und der Unterschied zwischen Yerewan und den ländlichen Regionen ist deutlich. Das Leben in der Stadt ist europäisch mediterran. Schöne Geschäfte, urbane Quartiere, Kneipen, Eleganz und Subkultur. Draußen auf dem Land ist Armut zu spüren. Auch hier stehen überall leerstehende Fabriken. Dörfer sind verlassen. Die Magie der Lichter der Großstadt ist nur ein Teil der Erklärung..

Landschaftlich ist die Hochebene eine Augenweide. In der Ferne die Berge, auf die wir langsam zurollen. Später mit der Dämmerung begleiten den Express enge Täler, manchmal wirken sie kaum breiter als der Zug.

Mein Abteil ist sehr plüschig. Getränke und eine Schachtel Schokoherzen ist im Preis inbegriffen.

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Aber mich zieht es eher zu was Deftigen und ein Bier in den Speisewagen. Und wenn die Suppe dann noch Max heißt.

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Um 00.13 Uhr rollt der Express  auf die Minute pünktlich in Tiflis ein. Die Schaffnerin räumt schnell die Schokoherzen ab. Ich habe wieder im Bahnhofshotel gebucht. Sechs Stock mit dem Lift und ich liege im Bett.

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