Mittwoch, 14. Juni 2017 – Rund um das Schwarze Meer Im Zug von Kutaisi nach Tiflis

Naja, wenigstens fährt nach der Pleite vom Vortag der Mittagsexpress nach Tiflis.

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Express ist etwas übertrieben. Bis zur nächsten Station schleppt eine doppelte Diesellok den einen Waggon. Später werden noch vier Kurswagen angehängt. Wie in Russland bestehen die Fernzüge fast immer aus Schlafwagen, deren Liegen  zu Sitzen umgeklappt sind.

Wir schaukeln zu viert im Abteil langsam durch ein enges Tal. Ein Pärchen aus Tschechien  und eine Armenierin. Bei russischen Breitspurwaggons kommt kein Gefühl der Enge auf. Draußen begleitet uns eine satte Vegetation. Die Flüsse führen reichlich Wasser. Georgien entlang dieser Route  bietet Landschaft satt.

Und das Land ist preiswert. Mein Zimmer hat für die beiden letzten Nächte 30 Euro gekostet. Mein Frühstück heute morgen keine drei Euro für zwei leckere Blätterteigstangen mit Wurst, einer Creme und reichlich Schnittlauch innen, plus zwei Kaffee und Wasser. Gestern Abend haben meine Vermieter noch einen Teller mit georgischen Tapas aufs Zimmer gebracht. Ein Gedicht. Danach war ich satt bis zum Abwinken. Da passte gerade noch eine große Dose Efes in mein kleines Bäuchlein. Heute morgen ein netter Abschied. Nur der Hund stellte sich schlafend. Der hat mich auch die beiden Tage misstrauisch immer nur beäugt.

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Der Bahnhof von Tiflis ist der ja zu einem riesigen Einkaufszentrum mutiert. Wie in Deutschland  verschwinden Fahrkartenschalter und Info hinter Geschäften. Man muss suchen. Es sind ja auch kaum mehr als 15 Züge, die hier pro Tag abfahren.  Hinter den alten Mauern hat sich ein kontrastreicher Mix aus modern gestylte  Läden und Basaratmosphäre gefunden.

Am Schalter Superfrust. Der Zug nach Armenien am nächsten Abend fällt aus. Just an dem Tag sei Fahrplanwechsel und da sei das halt immer so im internationalen Verkehr in Georgien. (Liebe DBAG-gute Idee. Ein Grund um zweimal im Jahr den Betrieb einzustellen).

Mein Zimmer ist direkt hier in einem Hotel im sechsten Stock des Bahnhofs. Einfach aber ok. Mein Reiseführer beschreibt die Möglichkeit mit dem Bus nach Yerewan zu fahren.  Der Busbahnhof liegt etwas außerhalb, keine Metrostation in der Nähe. Vans würden aber auch vom Platz vor der Metro-Station Avlabai losfahren.

Ich beschließe dort die Situation zu checken und teste die Metro von Tiflis. Am Ausgang erwartet mich ein Wolkenbruch. Trotz Cape keine Chance draußen irgendwas zu finden. Im Reiseführer steht was von einer Tourismus Information. Die schließe um 18 Uhr, aber manchmal bleibe jemand etwas länger. Es ist 19 Uhr. Ich probiere es. Mit der Metro eine Station zurück, zwanzig Meter durch den Regen, mittlerweile blitzt es auch,  und tatsächlich hängt vor der Tür des „I-Centr“ ein open-Schild.

Die junge Dame hinter dem Schalter zuckt bei jedem Donnerschlag über uns ängstlich zusammen. Ich schmeichle mich mit einen „In the thunderstorm you are like my Girl friend“ ein und sie empfiehlt mir für die Tour nach Yerewan  einen Van zu nehmen. Die warteten just an besagter Metro-Station und würden alle zwei Stunden fahren und seien vom Preis kaum teurer als der Bus.

Mittlerweile nieselt es nur noch. In einer Seitenstraße empfiehl sich ein Lokal mit „Georgischer Küche“. Und es hielt, was die Reklame vor der Tür versprach. Mit einer letzten Dose Bier machte ich mich in mein kleines Zimmer im Bahnhof.

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