
Wie immer wenn es los geht. Keine Lust mehr. Irgendwann mal nachts war es schön, dem Fernweh mit ein paar Klicks eine Perspektive zu geben. Und am Tag der Abreise: die Blumen blühen so schön auf dem Balkon, Spargelzeit ist auch noch, da unten gibt es bestimmt kein richtiges Weißbier, Mühlrädchen (Mühlheimer Wurstspezialität) können die auch nicht und mit Ute wären doch die Wochenenden viel angenehmer.
Um 17 Uhr habe ich mich dann aufgerafft. Fertig packen, S-Bahn, Weißwurst am Airport mit Weißenbier (Ritual weil laut meinem alten Aberglauben Bier und Wurst wichtig für eine gute Wiederkehr sind). Glück gehabt bei der Security, ich wurde in die Priority-Schlange geschickt. Dank des Unwetters war der Start etwas unruhig aber dann ein Flug wie ein Brett, LH hat dieses Mal die Bierflaschen nicht gezählt, und dann noch eine normale Landung. Bei letzten Mal Bukarest im Schneesturm habe ich die Bahn quer aus dem Fenster gesehen, so hatte es den Flieger verweht.
Gegen Mitternacht in Bukarest. Blödes Internet: Entgegen der Ankündigung fährt der letzte Bus Richtung Nordbahnhof gegen 23 Uhr. Ein Mitreisender gab mir die Empfehlung wegen der Abzocke keine Taxen vor dem Eingang zu nehmen. Er ging mit mir zu einem Art Uber-Automat. Dort zog ich einen Zettel auf dem eine Autonummer stand und der Wagen wäre in acht Minuten da. Hat perfekt geklappt. Statt 3,3 Lei kostete der Kilometer 1,4 Lei. Ok, blöd bloß, dass auf der Taxi-Uhr meines Fahrers der Kilometer maximal 700 Meter lang war. Und in Deutschland gibt es Taxi-Fahrer, die jede Abkürzung kennen. Mein Rumäne kannte jeden Umweg. Naja am Ende 7 Euro für ein halbe Stunde Fahrt, ich will nicht meckern.
Der Bahnhof war verschlossen. Stand auch anders im Internet. Eigentlich wollte ich nur klären ob der Nachtzug am nächsten Abend Richtung Moldawien fährt. Im Fahrplan war er verzeichnet aber er lies sich nicht im Netz buchen. Vielleicht war ja ein Nebeneingang offen, drinnen war alles erleuchtet aber ich hatte kein Lust mit Rucksack auf dem Rücken zu suchen, denn mittlerweile begleiteten mich einige Anmacher und versuchten mich in ihre Etablissements zu kobern. „Tolle Girls“, „No thank you“, „Oh, no Problem, we have also some nice Guys“. Zum Glück hatte ich mir den Weg vom Bahnhof zu meinem Hotel auf Street View angeschaut. Nach 200 Meter beim Ibis links und da ist es. Ein Taxis-Fahrer meinte, es seien rund drei Kilometer.
Hotel ok. Zu dem Nachtzug gibt es nur eine Alternative: Morgens um 5.50 Uhr. Um kein Risiko einzugehen -das Schiff Richtung Georgien wartet nicht- beschloss ich nur vier Stunden zu schlafen. Dann ist es halt der Frühzug. Zum zweiten Mal in Bukarest. Wieder nichts von der Stadt gesehen. Beim letzten Mal war ich eingeschneit. zum Glück habe ich mir vor dem Einschlafen noch alles griffbereit hingelegt, denn die Nachttischlampe
produzierte beim Einschalten einen Kurzschluss und ich hatte keinen Bock mehr das Zimmer zu wechseln.
Kaum geschlafen. Zum Glück dämmerte es beim Aufwachen und ich konnte meine Sieben-Sachen finden.


Na, so ein Bahnhof morgens ist auch nicht der Brüller. Bei Mc Doof gefrühstückt. Damit ist der Termin dieses Jahr auch abgeharkt. Habe mir dann ein erster Klasse Ticket geleistet (was bei den Tarifen hier zu verschmerzen ist) und kurz hinter Bukarest fest geschlafen.