Sonntag, 13. Nov. 2016, Moskau

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Moskau. Zwei Nächte ausruhen. Hatte gedacht bei meinem Budget bliebe nur eine Bruchbude für das müde Haupt. Es ist ein Vier-Sterne-Holiday Inn geworden. Vor einem Jahr gab es in dem Haus kaum einmal ein  Zimmer unter 200 Euro. Ich zahle 40 Euro mit großem Frühstück. Ein ökonomisches Statement zur aktuellen Situation hier?

Den Kreml besucht. Bin sehr nachdenklich geworden. 70 Jahre Kommunismus, das war allenfalls eine Arabeske, ein Wimpernschlag in der Historie dieses Landes. Längst vergessen. Der gesellschaftliche Wertekanon, der hier in den Bildern und Ausstellungen angedeutet wird, fußt auf den imperialen russischen Erfahrungen und Erinnerungen an die Größe längst vergangener Jahrhunderte.

Das Foto der drei Türme mag ein Symbol sein. Der Doppeladler im russischen Wappen dominiert. Er stammt noch von den byzantinischen Kaisern, in deren Tradition sich die Moskauer Großfürsten und Zaren stellten, in einer Symbiose mit dem orthodoxen Kreuz. Der Rote Stern ist links an den Rand gerückt, allenfalls noch gut, damit sich die vielen Lenin- und Stalin-Doubler am Rande des Roten Platzes ein paar Dollar oder Euro verdienen können, wenn sie mit Touristen posen. Man muss das alles nicht billigen aber man sollte es verstehen. Ob Russland so seine ökonomischen Probleme lösen kann. Glaube eher nicht. Aber ein verdammt gutes Fundament für eine „wunderbare Freundschaft“ mit Trump, dem vor ein paar Tagen gewählten Magier auf der anderen Seite des Ozeans.

Morgen geht es Richtung Volgograd mit einigen beklemmenden Gefühlen. Und danach 70 Stunden Zug bis Usbekistan.

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1 Response to Sonntag, 13. Nov. 2016, Moskau

  1. Avatar von Volker Volker sagt:

    alles Gute auf Deiner großen Fahrt und sei vorsichtig

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