Freitag, 11. November, 23.30 Uhr Helsinki
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Nach dem Procol Harum Konzert in einem völlig überfülltem Irish Pub gelandet. Mit zwei Finnen an der Theke bei 7,50 Euro pro Bier über Europa diskutiert. Da kommt was auf uns zu. Wir (also Deutschland) sollten und müssten, so meine beiden Trinkkollegen, Europa führen. Im Augenblick sei Logik gefragt und keine Visionen. Also Merkel müsse den Job übernehmen. Eigentlich ganz nett diese Finnen, wenn nur die Bierpreise nicht wären.
Procol Harum, es war ein schönes Konzert. Frontman Gary Brooker (der letzte Überlebende der Band) schien nach den ersten Stücken erkältet. Aber nach zwei drei Liedern wurde seine Stimme immer stärker, eindringlicher. Fast so als wäre eine Schmiergel über seine Zunge geflossen. Schon mit den ersten Songs verspühten den Spirit der 60er Jahre. Getragene Balladen, Melodien voll von Flower Power, Arrangements mit einem leichten Einschlag zum Bombastischen. Jeder Ton schien für einen Moment über dem nächsten zu liegen. Mit den beiden Mädels neben mir (man sieht uns das Alter ja nicht an) über „unsere Sechziger“ getrascht. Auch in Finnland wurde „A Whiter Shade of Pale“ aufgelegt, um zu Schmusen und zu Baggern. Die Girls haben richtig in Erinnerungen geschwelgt. Soll keiner Sagen, Europa hätte keinen gemeinsamen Werte.
Habe nebenbei in der ersten Reihe gesessen, weil ich meinen Platz dreimal mit anderen Frauen tauschen konnte, deren Männer wegen der Nachfrage getrennt platziert wurden.