
Über die Ostsee auf einer fast leeren Fähre. Mit mir waren drei ältere Paare und ein Duzend Trucker, wenn es überhaupt so viele waren, auf dem Schiff. Die Brummi-Kapitäne, meist Finnen, nutzten den autofreien Tag um die monatliche Dosenbierbilanz über den Eichstrich ihres statistischen Mittels zu heben. Ich teile meine kleine Kabine mit einem russischen LKW-Fahrer. Seine einzigen englischen Worte sind „Breakfast“ und „no Problem“ (das.wird ja lustig mit der Verständigung östlich von Moskau). Naja. Seine laute Handymelodie heute morgen um fünf Uhr war schon ein Problem.
Aber sonst habe ich super geschlafen. Die Kabine ist klein, hat aber alles was man braucht. Hatte mit Essen gebucht. Habe nach dem Frühstück auf den Rest des Brunchs verzichtet, so gut und reichhaltig war aufgedeckt. Den Rest des Tages habe ich bei einem Bier in einem bequemen Sessel gelesen, den Wellen zugeschaut. Im November ist die Überfahrt echt eine preiswerte Alternative zu einer Kreuzfahrt. Der Transfer vom Bahnhof Lübeck nach Travemünde ist auch um Mitternacht völlig easy. Der Bus steuert direkt den Skandinavienkai an, 30 Sekunden einchecken, dann hat mich ein Van exklusiv zum oberen Wagendeck chauffiert. Die übrigen Passagiere sind wohl mit dem Auto gekommen. Morgen Abend Helsinki. Auf mich wartet eine Band, die ich schon seit 50 Jahren hören wollte. Vorfreude auf Turn a Whiter Shade of pale und You better take off your Homburg cause your overcoat is to Long.